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Die freundlichen Damen der Gemeindebücher in Pöcking (v.l.): Susanne Andrian-Werburg, Petra Zapletal, Evi Erhard und Sabine Borsdorf freuen sich auf die Besucher bei der heutigen Jubiläumsveranstaltung.

Gemeindebücherei Pöcking

Seit 40 Jahren im Dienst der Leseratten

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Die Gemeindebücherei Pöcking feiert heute ihr 40-jähriges Bestehen. Für Büchereileiterin Susanne von Andrian-Werburg ist es ein besonderes Jubiläum – auch, weil sie von Anfang an dabei war.

Pöcking – Zur Feier des Tages gibt es um 19.30 Uhr eine Mundartlesung mit Ludwig Erhard und Ludwig Gansneder. Marianne Erhard sorgt für die musikalische Umrahmung. Und Bürgermeister Rainer Schnitzler wird die Geschichte der Pöckinger Bücherei kurz Revue passieren lassen. „Ich bin in Pöcking aufgewachsen und war Leserin der ersten Stunde“, erzählt Büchereichefin von Andrian-Werburg im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Deshalb weiß sie aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine Bücherei am Ort ist. Gerade für Kinder und Jugendliche, die – im besten Fall – einen immensen Bücher- und Medienkonsum haben.

Dasselbe dachte sich Mitte der 1970er Jahre auch Dorle Lautenschlager, die Gründerin und erste Leiterin der Bücherei. „In der Schule war zwar ein Schild ,Bücherei‘, aber die Kinder haben nie Bücher mit heimgebracht“, berichtet sie. Wie sich herausstellte, gab es Bücher, aber niemanden, der sich um die Bücherei kümmerte.

Nach vielen Gesprächen mit der Schule und vor allem mit dem damaligen Bürgermeister Josef Grenzebach richtete die Gemeinde Pöcking eine eigene Bücherei in der Alten Gemeinde gegenüber von der Ulrichskirche ein. „Die Bücher aus der Schule waren der Grundbestand für die Kinder- und Jugendabteilung“, berichtet Dorle Lautenschlager, die beim Festabend am heutigen Donnerstag dabei sein wird.

Dann machten sich Lautenschlager und ihre Mitstreiterin Heide Mahr auf Werbetour. Die Schule kam regelmäßig mit ganzen Klassen, es gab Mundartlesungen und Veranstaltungen für die Erwachsenen und Vorlesestunden für die Kleinsten. Und auch die Lage stellte sich als vorteilhaft heraus: „Im selben Haus war der Sozialdienst untergebracht. Die älteren Damen kamen erst zögerlich, gehörten aber schlussendlich bald zu unseren regelmäßigen Leserinnen“, erinnert sich Lautenschlager. „Und die Mund-zu-Mund-Propaganda tat das Ihrige.“

1994 zog die Bücherei in die Grundschule. Im selben Jahr stieß die heutige Leiterin Susanne von Andrian-Werburg dazu. Der Medienbestand wurde erweitert, Cassetten und später CDs und DVDs kamen dazu. Dabei mussten die Mitarbeiterinnen immer auf der Höhe der Zeit sein. „Man blättert ewig in Zeitschriften und Katalogen, um Neuanschaffungen auszuwählen“, sagt Lautenschlager. Das Publikum in Pöcking sei sehr gemischt.

2003 gab Dorle Lautenschlager die Leitung an von Andrian-Werburg ab, 2008 zog die Bücherei ins Alte Pfarrhaus und bekam dort wunderbare Räumlichkeiten unter dem Dach, mit einem Lesecafé und Platz für Veranstaltungen und inzwischen weit über 18 000 Medien. Doch die Zeiten ändern sich. „Kinder sind nicht mehr so leicht zu begeistern“, sagt von Andrian-Werburg. „Sie haben so viel, was sie machen müssen, und sie spielen viel am Smartphone.“ Deshalb überlegt sie, eine App-Beratung einzuführen. „Tigerbooks zum Beispiel ist wie ein interaktives Buch.“ Und E-Books für elektronische Lesegeräte wie den Kindle oder den Tolino gebe es natürlich auch – praktisch für den Urlaub.

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