Der alte Friedhof am Piusweg in Pöcking.
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Der alte Friedhof am Piusweg in Pöcking.

Umgestaltung

Pöckinger Friedhof soll schöner werden: Gemeinde will ein Kernproblem lösen

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Die Umgestaltung des alten Pöckinger Friedhofs beginnt demnächst und erfolgt in drei Phasen. Er soll neue Bäume bekommen. Und die Gemeinde will ein Kernproblem beheben.

Pöcking – „Grau raus, grün rein“ – auf diesen kurzen Nenner hatte sich im vorigen Herbst der Auftrag der Pöckinger Gemeinderäte an die Verwaltung reduzieren lassen, ein Konzept zur Verschönerung des alten Friedhofes am Piusweg zu erarbeiten. Jetzt wurden Details bekannt. Zum Beispiel, dass die beiden großen Thujen gefällt werden.

Bei verschiedenen Treffen haben die verantwortlichen Mitarbeiter im Rathaus, der zuständige Referent des Gemeinderates, Hans-Christoph von Gronau (Grüne), sowie Experten Verbesserungsmaßnahmen diskutiert und zu einem Ganzen zusammengefügt. Landschaftsarchitekt Fritz Erhard stellte das Konzept am Montag im Bau- und Umweltausschuss vor.

Bürgermeister Rainer Schnitzler erinnerte an den Ist-Zustand: Auf unbefestigten, mit Riesel aufgeschütteten Wegen wächst Unkraut, was einen enormen Pflegebedarf erfordert. Darüber hinaus fehlt es an ortsbildprägendem Grün. Aus der Luft fotografiert wirkt der Gottesacker wie eine triste graue Wüste. Hinzu kommt, dass die Kieswege für ältere Besucher, vor allem Rollator- und Rollstuhl-Nutzer, kaum zugänglich sind. Der Bürgermeister erfährt das jedes Mal selbst, wenn er mit seiner auf einen Rollstuhl angewiesenen Mutter den Friedhof aufsucht. „Wer da keinen kräftigen Helfer bei sich hat, steht auf verlorenem Posten.“

Für Landschaftsarchitekt Erhard kann das Maßnahmenpaket nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Mit Rücksicht auf den pietätvollen Umgang mit diesem Ort hat er das Konzept in drei Phasen gegliedert. An erster Stelle steht für ihn die Begrünung. Dass damit ohne Umschweife begonnen werden muss, hat auch mit dem bevorstehenden Beginn der Pflanzzeit zu tun, die aus Gründen des Vogelschutzes bis Ende März abgeschlossen sein muss. Die bislang ins Auge fallenden zwei Säulenthujen sollen, weil für die Region und hiesige Friedhöfe eher untypisch, gefällt und durch sieben neue Bäume ersetzt werden. Erhard stellt sich mittelgroße Bäume vor, „die auch mit Blüten das Ortsbild bereichern“. Das könnten Obstbäume sein, die drei bis vier Meter in die Höhe wachsen und einen Kronendurchmesser von zwei bis zweieinhalb Meter messen.

Kernproblem des Friedhofs ist das Wegenetz

Das Kernproblem des alten Friedhofes soll in Phase zwei angepackt werden: das Wegenetz. Auch dieses Problem soll noch im laufenden Jahr umgesetzt werden, „behutsam und schrittweise“, versprach Erhard mit Rücksicht auf die Besonderheit der Örtlichkeit. Das Umfeld der Aussegnungshalle soll ordentlich befestigt werden – mit kleinteiligem Pflaster, „um der Natürlichkeit möglichst viel Raum zu belassen“. Das gelte auch für den Brunnenplatz, der als gepflasterte Fläche besser geeignet sei, um dort Gießkannen abzustellen und eventuell eine Sitzbank aufzustellen. Für die Hauptwege sieht das Konzept beidseits Einfassungen mit Pflasterzeilen vor. Das vereinfache und beschleunige die Pflege. Erhard plädierte für eine stabile und dauerhafte, aber auf jeden Fall wasserdurchlässige Oberfläche. Zu dem bisherigen Riesel gebe es Alternativen. Die könnten als Probebelag ausgelegt, begutachtet und dann ausgewählt werden. Bei den Nebenwegen will Erhard auf Randbefestigung verzichten. Die Oberflächengestaltung stehe noch zur Disposition.

Phase drei betrifft die weitere Begrünung. „Da sollten wir mit der vorhandenen Substanz behutsam umgehen“, empfahl Erhard. Was die Bekämpfung des Unkrauts angehe, helfe nur Muskelkraft: „Händisches Ausstechen bringt den nachhaltigsten Erfolg, das haben andere Friedhofsbetreiber aus der Region auf Nachfrage bestätigt“, sagte Erhard.

Er bezifferte die Gesamtinvestition für die Neugestaltung des Friedhofs mit etwa 130 000 Euro. Die Pflegekosten sollte die Gemeinde ausschreiben und je nach Ergebnis entscheiden, ob sie diese Aufgabe nach außen vergebe oder durch den Bauhof selbst erledige. Erhard schloss mit einem emotionalen Bekenntnis: „Ich habe in meinem Berufsleben 17 Friedhöfe geplant, der Pöckinger ist der schönste und mein letzter.“ Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, dem Konzept zuzustimmen. Gleichzeitig beschloss er aus Zeitgründen, die Fällung der Säulenthujen und die Pflanzung neuer Bäume.

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