„Das Wichtigste ist, unser Museum am Leben zu erhalten“: Die Leiterin des Kaiserin-Elisabeth-Museums, Rosemarie Mann-Stein, freut sich, ab Dienstag wieder Besucher zu begrüßen. Die Vorbereitungen und die Hygiene-Maßnahmen waren eine Herausforderung.
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„Das Wichtigste ist, unser Museum am Leben zu erhalten“: Die Leiterin des Kaiserin-Elisabeth-Museums, Rosemarie Mann-Stein, freut sich, ab Dienstag wieder Besucher zu begrüßen. Die Vorbereitungen und die Hygiene-Maßnahmen waren eine Herausforderung.

Mit neuem Angebot

Sisi-Museum am Starnberger See öffnet wieder - die Insolvenz droht trotzdem

Für das Kaiserin-Elisabeth-Museum in Possenhofen wird es finanziell langsam knapp. Seit 14 Monaten keine Einnahmen, aber laufende Kosten – dem Verein droht die Insolvenz. Aber Licht ist in Sicht: Ab Dienstag, 1. Juni, öffnet das Museum wieder. Neu ist ein Audio-Guide in sechs Sprachen.

Possenhofen – Wie immer zur Saisoneröffnung bietet das Kaiserin-Elisabeth-Museum seinen Gästen einige Neuigkeiten. Allerdings hat Rosemarie Mann-Stein die aktuellen Neuerwerbungen für ihr Museum bereits 2019 erworben. „Von richtigen Neuerwerbungen kann überhaupt keine Rede sein“, sagt die Leiterin des Kaiser-Elisabeth-Museums in Possenhofen. Zumindest waren die Stücke noch nicht öffentlich zu sehen, denn das Museum war wegen der Corona-Pandemielange geschlossen. Die Folge: „Eine prekäre finanzielle Situation“, wie es Mann-Stein ausdrückt. „Wir sind insolvenzgefährdet.“

Am kommenden Dienstag, 1. Juni, sperrt Rosemarie Mann-Stein den Possenhofener Bahnhof wieder für Gruppen auf, ab Donnerstag, 3. Juni, ist das Museum wieder für Einzelpersonen zugänglich – nach 14 Monaten, in denen das Sisi-Museum geschlossen bleiben musste. Der Großteil der Kosten wird normalerweise von Eintrittsgeldern der Museumsbesucher gedeckt. Von heute auf morgen fiel diese Einnahmequelle im vergangenen Jahr weg. Für den Verein eine katastrophale Situation. „Wir haben es da als gemeinnütziger Verein doppelt schwer“, sagt Mann-Stein. Auf keinen Fall dürfe er ins Minus fallen, aber die Fixkosten des Museums könnten kaum gestemmt werden. Und obwohl das Museum jetzt wieder aufsperren darf, ist Erleichterung nur bedingt angebracht. Mann-Stein erwartet nur rund zehn Prozent der bisherigen Einnahmen durch Besucher.

Stündliche Termine, maximal fünf Personen

Problematisch ist vor allem der sehr begrenzte Platz. Die aktuellen Abstandsregelungen in den Ausstellungsräumen im historischen Bahnhof einzuhalten, erfordert radikale Einschränkungen bei den eingelassenen Besucherzahlen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Dann hat der Besucher 45 Minuten lang Zeit, die Ausstellung zu besichtigen. Die Termine werden stündlich vergeben, nur maximal fünf Personen dürfen pro Zeitscheibe eingelassen werden. Das ergibt 30 Besucher, die jeden Tag die Exponate besichtigen können – lange nicht so viele wie bisher. „Das größte Problem ist der mittlere Raum“, meint Mann-Stein. Dort werden Exponate zur Kindheit, Familie und somit zur Possenhofener Geschichte der Kaiserin Elisabeth von Österreich ausgestellt – und er ist nur knapp zehn Quadratmeter groß. Es darf sich dort nur eine einzige Person aufhalten.

Führungen können bis maximal fünf Personen angeboten werden. Damit es eine Alternative gibt, hat der Verein nach dem Audioguide für Kinder nun einen Audioguide für Erwachsene in sechs Sprachen entwickelt. „Die Besucher sollen sich unabhängig in den Räumen bewegen können“, erklärt Mann-Stein. Vor dem Besuch sollte sich jeder eine kostenlose App auf sein Handy laden und Kopfhörer mitbringen. Zu hören sind von den Museumsmitarbeitern ausgearbeitete Erklärungstexte zu der Ausstellung. Sondergruppen mit Führung sind außerdem außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich.

Hygienevorschriften einhalten: eine große Herausforderung fürs Museum

Die Hygienevorschriften einzuhalten, war eine große Herausforderung für die Mitglieder des Museum. Jetzt gibt es eine Besucherführung durch Pfeile und Punkte, kontaktlose Desinfektion – und eine technische Neuentwicklung, welche die Eröffnung überhaupt möglich macht: Luftreinigungsanlagen. In den Ausstellungsräumen kann nicht gelüftet werden. „Ich habe monatelang recherchiert“, sagt Mann-Stein. Schließlich stieß sie auf Luftreinigungsanlagen, die diesen Nachteil ausgleichen können. Und die Gemeinde spendete glücklicherweise drei Stück für das Museum.

Trotz allem ist Mann-Stein optimistisch für die Zukunft des Museums. „Meine Mädels lassen sich nicht unterkriegen“, lobt sie ihr Team, das momentan auf Aufwandsentschädigungen verzichtet. Die Geschäftsführerin geht davon aus, noch mal mit einem blauen Auge davon zu kommen. Alle 20 Mitarbeiterinnen seien sehr motiviert; es „muss wieder los gehen“. In den vergangenen Wochen haben sie viel Aufwand mit den Vorbereitungen betrieben. „Wir wollen unser Museum am Leben erhalten“, unterstreicht Mann-Stein. „Das ist das Wichtigste.“

Ada Waßmann

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