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Junge und erfahrene Sisi-Experten (v.l.): Lisa Rechziegel, Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein, Projektleiterin Roswitha Wenzl und Venera Kadriu. 

Kaiserin-Elisabeth-Museum

Sisi zeitgemäß aufs Handy

Sisi kommt aufs Handy: Gestern wurden im Sisi-Museum die Sisi-App und der damit verbundene Audio-Guide für Kinder vorgestellt.

Possenhofen – 700 Kinder kommen jährlich in das Kaiserin-Elisabeth-Museum. Schulen, Hort und Kindergarten, Landschulheimkinder, Jugendherbergsgäste und Intergrationsklassen besuchen das kleine, feine Museum, das technisch einen zukunftsfähigen Standard aufweist. QR-Codes an den Vitrinen helfen, schnell die entsprechenden Infos auf der zum Museum gehörenden kostenfreien Sisi-App aufzurufen, auf der nun auch die neueste Errungenschaft, ein Audio-Guide für Kinder, untergebracht ist.

Für Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein ist dies nun „eine Attraktion im Landkreis“. Der Audio-Guide wurde von Kindern für Kinder gestaltet, denn „Kinder haben ihren eigenen Erfahrungshintergrund. Sie fragen anders als Erwachsene“, so Projektleiterin Roswitha Wenzl. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, den jungen Museumsbesuchern Inhalte auf Augenhöhe zu vermitteln.

Grundlage des Audio-Guides war ein Medienworkshop im Pöckinger Hort in den Herbstferien 2017, der zusammen mit der Rundfunkjournalistin Kristina Dumas stattfand. Damals wurden Kinder als Reporter tätig und befragten Jugendliche und Erwachsene zu Sisi.

Für Lisa Rechziegel und Venera Kadriu, beide zehn Jahre alt war es „eine Ehrensache“, als sie gefragt wurden, ob sie den Audio-Guide gestalten wollen. Sie deckten sich in der Bücherei mit Sisi-Literatur ein und tauchten in das Thema ein, um dann direkt vor den Vitrinen die Expertin Roswitha Wenzl zu den spannendsten Objekten zu befragen. Die Dialoge wurden direkt im Museum vor den Vitrinen aufgenommen und dann im Studio neu zusammengeschnitten.

25 Stationen haben sich die beiden Mädchen im Museum ausgesucht. Sie sind an den Vitrinen mit einem Krönchen markiert und auf einem Museumshandy oder auf der kostenfreien Sisi-App, die sich jeder herunterladen kann, abrufbar. Die gesamte digitale Kinderführung durch das Museum dauert nicht länger als 25 Minuten. Es können aber auch nur einzelne Stationen abgerufen werden.

Die neue technische Errungenschaft des Kaiserin-Elisabeth-Museums ist zukunftsweisend. Leiterin Rosemarie Mann-Stein bemüht sich ohnehin stets, technisch auf dem neuesten Stand zu sein. So gibt es schon seit einem Jahr auch QR-Codes an den Vitrinen, mit denen man schnell Infos abrufen kann. Daneben überzeugt aber auch die inhaltliche Aufbereitung, mit der die Kinder für Geschichte begeistert werden. Altersgerecht, abwechslungsreich, anspruchsvoll, aber nie überfordernd ist der Rundgang durchs Museum, Roswitha Wenzl als Begleiterin biedert sich nie im Kinderton an.

Viele Informationen dürften auch den Erwachsenen neu sein. Wer weiß eigentlich, dass in der Wiener Hofburg zu Sisis Zeiten jedes Kind in der Familie einen Weihnachtsbaum hatte, unter dem die Geschenke lagen? Solche Informationen kommen sehr lebendig daher, die einzelnen Szenen sind zudem herrlich untermalt, es wiehern Pferde im Hintergrund, es plätschert Wasser. Dazu gibt es Interviews, etwa mit dem Fischer Gebhardt, dessen Vorfahren den königlichen Hof belieferten, oder mit Peter Fenkl, der jahrzehntelang im Schloss gelebt hat und von Tausenden Fledermäusen erzählt.

Der Audio-Guide speziell für Kinder im Possenhofener Museum ist im Landkreis bisher einzigartig. Finanziert hat ihn die Sparda-Bank mit 5000 Euro.

Astrid Amelungse-Kurth

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