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Glücklich nach dem erfolgreichen Konzert: Dirigent Norbert Groh und die Chorgemeinschaft St. Pius, der Jugendchor Pöcking, der Ars Musica Chor Ottobrunn und Pöckings Kammerorchester Stringendo. Am kommenden Freitag treten sie alle im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn auf (Beginn: 19.30 Uhr).

Unterstützt vom Jugendchor

St. Pius-Chor mit gelungenem Einstand im „Beccult“

Nachdem der letzte Ton verklungen war, lächelte Dirigent Norbert Groh das Orchester und die Chöre anerkennend an, Konzertmeisterin Esther Schöpf nickte zufrieden – und dann brach das Publikum in tosenden Applaus aus: als Dank für ein grandioses Konzert im ausverkauften Kultursaal im „Beccult“.

Pöcking – Bravourös meisterten die Chorgemeinschaft St. Pius und der Jugendchor Pöcking, der Ars Musica Chor Ottobrunn und Pöckings Kammerorchester Stringendo nach der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel das anspruchsvolle Stück „The Armed Man“ von Karl Jenkins – und bewiesen damit am Sonntagabend, dass der neue Saal auch für die Klassik bestens geeignet ist. Der Saal war dicht bestuhlt, und wer die Eröffnung am Vormittag noch vor Augen hatte, zu der die Festgäste an langen Tischen beisammensaßen, ahnte die Arbeit, die die Veranstalter in den Umbau gesteckt hatten. Unter den Gästen Kulturreferent Albert Luppart sowie Bürgermeister Rainer Schnitzler mit Gattin. Die Winkel der eingebauten Platten an der Decke seien im Sinne der Akustik genau berechnet worden, erklärte der Rathauschef – dadurch wurde ein Klangerlebnis möglich, in dem jeder Ton und jede Nuance der musikalischen Friedensbotschaft beim Zuhörer ankam. Bei Händels Meisterwerk, das er 1749 für die „höfische Friedensfeier“ geschrieben hatte, genauso wie bei Jenkins’ „Messe für den Frieden“ aus dem Jahr 2000.

Ein hervorragender Jugendchor

In Jenkins’ Komposition spielten die Chöre eine Hauptrolle – unter ihnen der hervorragende Jugendchor, aus dessen Reihen Solistin Stella Alf im Kyrie mit festem, samtweichem Sopran beeindruckte. In dem Stück bekamen alle Nationen und Religionen eine Stimme. Die Amerikaner, Inder und die Japaner in „Angry Flames“, dem vertonten Schmerzensschrei eines Überlebenden von Hiroshima, der ans Herz ging.

Ebenso eindrucksvoll Nazire Sogukcelik als weiblicher Muezzin, die das Gebet „Allahu akbar“ selbstbewusst im traditionellen Kopftuch vortrug. Von Choristen und Instrumentalisten forderte das Stück einiges. Leise Töne von Piccoloflöte, Trompetern und Schlagzeugern, als sie im ersten Teil die marschierenden Soldaten simulierten. Angriffsstimmung von den Sängern, wenn sie die Zuhörer in „Charge“ aufs Feld führten. Der temperamentvolle, einfühlsame Auftritt löste bei den Besuchern unweigerlich ein Kopfkino aus. Wenn sie nach der Schlacht betroffen vor zerstörten Tälern standen oder in „Now the Guns have Stopped“ mit dem Soldaten trauerten, der seinen Freund verloren hatte – und bewegt verfolgten, wie im finalen „Better is Peace“ der Frieden wie die Sonne am Horizont aufging. Dem Schlusston folgte ergriffene Stille, bevor anhaltender Beifall aufbrandete. Der Lohn für ein gelungenes Konzert. Ein würdevoller Auftakt in einem Ort, der den Kulturschaffenden in Pöcking fortan eine Heimat schenkt.

Michèle Kirner

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