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So harmonisch könnte sich der terrassenförmig ausgeführte Neubau in die Ansicht vom Seehaus einfügen. Ziel der Planer war es, den Hotelgästen einen möglichst freien Blick auf den See zu ermöglichen und den Bau gleichzeitig weitestgehend mit der Landschaft zu verschmelzen. Hohe Riegelbauten direkt am Ufer sind nicht mehr erwünscht.

Hotelneubau geplant

Mega-Projekt am Starnberger See - manchem Gemeinderat stockte der Atem

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Das Forsthaus am See könnte zu einem der besten Hotels im Landkreis Starnberg werden. Ein ambitionierter Neubau ist geplant. 

Pöcking – Bis zu 80 Zimmer im Vier-Sterne-Superior-Standard, zweistöckige Tiefgarage, Wellnessabteilung, gläsernes Foyer im Verbindungsbau, großer, öffentlicher Parkplatz in Seenähe – bei der Planung, die Architekt Stephan Jocher aus Penzberg am Montagabend vorstellte, stockte so manchem Gemeinderat in Pöcking schon der Atem.

Und doch hatte die Argumentation Jochers einiges für sich. Derzeit ist das Forsthaus am See mit seinem schönen Biergarten geschlossen. Und das wird es auch bleiben, wenn nicht umfangreich investiert wird. „Der Erweiterungsbau aus den 80-er Jahren ist stark sanierungsbedürftig, energetisch und technisch nicht ansatzweise auf dem aktuellen Stand, dazu kommen Mängel beim Brandschutz“, schilderte Jocher die Situation. Er arbeitet bei der Planung eng mit dem Architekturbüro Pichler aus Bozen in Südtirol zusammen. Dieses ist auf Hotelneubauten spezialisiert und hat den eigentlichen Entwurf geliefert. Jocher ist der Kontaktmann vor Ort und stimmt mit Gemeinde und den Trägern öffentlicher Belange das Vorhaben so ab, dass es nach deutschem Baurecht genehmigungsfähig ist.

Die ersten Vorgespräche mit den Trägern öffentlicher Belange vor Weihnachten seien durchaus positiv verlaufen, berichtete Bürgermeister Rainer Schnitzler, der sich für das Projekt einsetzte. Denn die Besitzerin der Liegenschaft, Eva Robl, stand vor der Entscheidung, die Bestandsgebäude aufwändig zu sanieren oder einen Teil abzureißen und neu zu bauen. Schlussendlich lässt sich laut einem Gutachten der Wirtschaftsberatungsfirma Treugast aus München nur ein Neubau mit deutlich höherer Bettenkapazität und deutlich höherem Standard an dieser Stelle wirtschaftlich betreiben. „Normalerweise bräuchte man sogar 120 Zimmer, angesichts der Lage würden aber auch rund 80 Zimmer für einen wirtschaftlichen Betrieb ausreichen“, so Michael Lidl von Treugast.

Forsthaus aus dem Jahr 1910 dürfte bleiben

Unter dieser Maßgabe entstand die nun vorgestellte Planung. Sie sieht vor, dass das Forsthaus aus dem Jahr 1910 stehen bleibt und der Gaststättenbereich ungefähr die selbe Kapazität (150 Sitzplätze) behalten wird. Dazu kommt noch ein großer Biergarten. Weiter landeinwärts soll ein durchaus massiver neuer Baukörper entstehen, der zum Teil in den Hang hinein gebaut wird. Dort sollen zwei Tiefgaragenebenen entstehen. Rund um die obere Garagenebene werden Personalzimmer gebaut. Darauf kommen drei Etagen mit den eigentlichen Hotelzimmern. Die oberste Etage wird eingerückt und könnte neben einigen Suiten auch einen Wellnessbereich erhalten. Zwischen Gaststätte und Hotel soll ein Flachbau mit Foyer und Rezeption entstehen.

Hochzeiten und Urlauber aus Süddeutschland

Zielgruppe seien Urlauber – insbesondere aus dem Raum München, Nürnberg und Stuttgart, aber auch Familien, die Hochzeiten oder ähnliches feiern sowie Tagungsgäste. „Dadurch kann eine ganzjährige Auslastung auch abseits der Sommermonate realisiert werden“, so Wirtschaftsberater Lidl im Ausschuss.

Ebenfalls geplant ist – weiter oben auf dem Hang – ein öffentlicher Parkplatz mit rund 70 Stellplätzen. Hier könne jeder, der in diesem Bereich zum See will, sein Auto abstellen, so Architekt Jocher. Gegen eine Gebühr von zwei oder drei Euro, die beim Besuch der Gastronomie gutgeschrieben werden könnten.

Das Konzept überzeugte am Ende auch die Mitglieder des Pöckinger Bauausschusses, die einstimmig die Überarbeitung des Bebauungsplanes beschlossen und zeitgleich auch ein Verkehrskonzept zur optimalen Erschließung des gesamten Areals in Auftrag gaben. Nun wird geplant.

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