Gerettet: Die Starnberger Wasserschutzpolizei hatte den stark unterkühlten 32-Jährigen aus dem Wasser gezogen und der DLRG übergeben. Von deren Wachstation in Possenhofen kam der Mann schließlich mit dem Rettungswagen ins Tutzinger Krankenhaus.
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Gerettet: Die Starnberger Wasserschutzpolizei hatte den stark unterkühlten 32-Jährigen aus dem Wasser gezogen und der DLRG übergeben. Von deren Wachstation in Possenhofen kam der Mann schließlich mit dem Rettungswagen ins Tutzinger Krankenhaus.

„Tierliebe bezahlte er beinahe mit dem Leben“

Ausflug nimmt dramatische Wendung: Mann will Hund aus Starnberger See retten - und ertrinkt beinahe selbst

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Eigentlich wollte ein Pärchen aus Essen nur einen Motoboot-Ausflug auf dem Starnberger See unternehmen. Als plötzlich ihr Mops ins Wasser fiel und sein Herrchen hinterhersprang, nahm die Situation eine dramatische Wende.

Niederpöcking - Es ging um Leben und Tod. Anders lassen sich die dramatischen Minuten nicht beschreiben, die sich am Samstag gegen 16.15 Uhr auf dem Starnberger See vor Niederpöcking zugetragen haben. Etwa 350 Meter vom Ufer entfernt nahm der Motorboot-Ausflug einer Frau (29) und eines Mannes (32) aus Essen eine dramatische Wendung. Der Hund der Frau, ein Mops, war ins Wasser gefallen. Der 32-Jährige sprang hinterher, um ihn zu retten. „Diese Tierliebe bezahlte er beinahe mit dem Leben“, berichtet Polizeihauptkommissar Kai Motschmann von der Starnberger Polizei.

Wassertemperatur von 11,2 Grad im Starnberger See: Mann will Hund retten - Muskeln verkrampfen

Das Wasser hatte nach Angaben der Polizei nämlich eine Temperatur von nur 11,2 Grad. „Maximal 20 Minuten“ könne sich ein Mensch mit normaler Konstitution darin aufhalten, sagt Walter Kohlenz, Vorsitzender der DLRG Pöcking-Starnberg, auf Anfrage. Der Körper gebe sehr schnell Wärme an das kalte Wasser ab, die Kraft lasse nach, die Muskeln verkrampften, erklärt er die Folge. Genau das machte auch der 32-Jährige durch.

Zu seinem Glück wurde es, dass genau in dem Moment eine Streife der Starnberger Wasserschutzpolizei das Motorboot und verschiedene Gegenstände bemerkte, die im Wasser lagen. „Um die Situation abzuklären, fuhren die Beamten mit ihrem Boot schnell näher heran und erkannten, wie sich eine junge Frau über die Bordwand des Bootes beugte und dort mit letzter Kraft den Kopf eines Mannes festhielt“, berichtet Motschmann. „Dieser war kurz davor unterzugehen, da er stark unterkühlt und kraftlos nicht mehr ins Boot klettern konnte.“

Starnberger See: Mann kurz vor dem Ertrinken - Polizei wirft ihm Rettungsring zu

Die beiden Polizisten warfen dem erschöpften Mann einen Rettungsring zu, „in den er gerade noch rechtzeitig hinein schlüpfen konnte“. So gesichert, zogen die Beamten den 32-Jährigen auf ihr Dienstboot. Sie begannen sofort mit der Erstversorgung und alarmierten die DLRG-Wachstation in Possenhofen. Drei Einsatzkräfte waren wenig später mit dem DLRG-Boot am Einsatzort und übernahmen die medizinische Versorgung.

An der DLRG-Station übernahm der Rettungsdienst den stark unterkühlten Mann und brachte ihn schließlich ins Tutzinger Krankenhaus. Der Auslöser des Ganzen, der Mops, hat die Aktion im Übrigen auch überlebt. Motschmann: „Er konnte doch noch von der Tierhalterin in ihr Motorboot gezogen werden.“

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