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Stiftung für Pöcking hat große Pläne: Musik und Lesungen im Garten

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Von: Stephan Müller-Wendlandt

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Haben viel vor im Stiftungsgarten (v.l.): Daniela Huber, Dr. Werner Anzill, Dr. Anna Schmits, Klaus Oberfuchshuber und Renate Linnemann.
Haben viel vor im Stiftungsgarten (v.l.): Daniela Huber, Dr. Werner Anzill, Dr. Anna Schmits, Klaus Oberfuchshuber und Renate Linnemann. © Andrea Jaksch

Veranstaltungen im eigenen Garten: Das wünscht sich die Stiftung für Pöcking. Der Gemeinderat hat schon mal nichts dagegen - auch wenn die Sache teuer werden dürfte.

Pöcking – Die Stiftung für Pöcking möchte den Garten ihres Domizils an der Feldafinger Straße barrierefrei umbauen, um ihn für Veranstaltungen zu nutzen und für die Bevölkerung zu öffnen. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu, das Projekt im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für die Städtebauförderung vorzuschlagen. Der Bedarf für 2022 bis 2025 muss bis 1.

Dezember bei der Regierung von Oberbayern eingereicht werden. Sollte der Förderung zugestimmt werden, würden Regierung (60 Prozent) und Gemeinde (40 Prozent) die förderfähigen Kosten übernehmen.

Schon Anfang des Jahres war der Stiftungsgarten Thema im Rat. Die alte Rechnung ist aber mittlerweile Makulatur. Die Stiftung hat Kostenvoranschläge von zwei Landschaftsarchitekten eingeholt. Deren Kalkulation geht von einem Investitionsbedarf von etwa 500 000 Euro aus. Bei einem Eigenanteil von 100 000 Euro, den die Stiftung mit einer Spendenaktion einnehmen möchte, verblieben bei der Gemeinde 160 000 Euro, die Regierung würde 240 000 Euro tragen.

Obere Wiese hinter dem Haus soll Veranstaltungsfläche werden

Dr. Anna Schmits, Mitglied des Stiftungsvorstands, erläuterte in der Sitzung die Umbaupläne. Der Garten auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück fällt zur Franz-von-Reber-Straße deutlich ab. Die große obere Wiese hinter dem Haus soll künftig als Veranstaltungsfläche genutzt werden. Sie müsste begradigt werden, weil sie ein Gefälle aufweist, das den Bedingungen für Barrierefreiheit nicht genügt. Ein Freisitz mit Pavillon nördlich dieser Fläche soll erweitert werden, um dort kleine Musikveranstaltungen oder Lesungen veranstalten zu können. Die untere Wiese könnte als Spielfläche im jetzigen Zustand bleiben. Alle Wege und Treppen sind zu erneuern. Sanitäre Anlagen sollen in oder an dem Gebäudetrakt südlich der Veranstaltungsfläche neu geschaffen werden. Dafür sind die entsprechenden Versorgungsleitungen zu legen. Eine Investition, die allein schon eine sechsstellige Summe verschlingt.

Zur Feldafinger Straße will die Stiftung den Garten öffnen, um einladender zu wirken. Schallschutzmaßnahmen sind mit Rücksicht auf die Nachbarschaft ebenfalls vorgesehen. „Wir wollen natürlich kein Konfliktpotenzial heraufbeschwören“, sagte Schmits. Die bereits renovierten Räume des Stiftungshauses sowie die Außenflächen dürfen Vereine, Firmen und Privatpersonen nutzen – nach vorheriger Buchung. Die Bewirtung will die Organisation der örtlichen Gastronomie überlassen. „Eine Konkurrenz zu unseren Wirten werden wir nicht aufbauen“, versicherte Schmits.

In der Diskussion rieben sich alle an den Kosten. Wolfram Staufenberg (CSU) meinte, „die erhebliche Investition wird sich lohnen“. Ihm war es wichtig, dass das Nutzungskonzept zugunsten der Öffentlichkeit vertraglich festgezurrt wird. Albert Luppart (PWG) betonte, bei der Stiftung seien alle Bürger mit im Boot. Die könnten sich ruhig auch mit Spenden am Projekt beteiligen. Die Bedenken von Christoph von Gronau (Grüne), ob sich die Gemeinde das überhaupt werde leisten können, bemühte Bürgermeister Rainer Schnitzler zu zerstreuen. Es gehe um einen Grundsatzbeschluss, mit dem sich die Gemeinde nicht binde. Der sei aber Voraussetzung, dass die Regierung überhaupt eine Fördermöglichkeit in Erwägung zieht. Welches Konzept wie und in welchem Umfang umgesetzt werde, liege in der Entscheidung von Regierung, Gemeinde und Stiftung gemeinsam. Das Sanierungsziel müsste über mindestens 25 Jahre vertraglich gesichert werden. Und dann erst stelle sich die Frage der Gesamtkosten. „Je mehr Eigenmittel die Stiftung durch Spenden zur Verfügung stellen kann, umso geringer wird der förderfähige Betrag, den Gemeinde und Regierung zu tragen haben“, sagte Schnitzler.

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