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Für Kinder gab es in Pöcking jede Menge Vergnügen, für die Erwachsenen ausreichend Gelegenheit für Speis, Trank und eine nette Unterhaltung.

Straßenfest 

„Es war mega, mega, mega toll“

Zum 20-Jährigen feierte Pöcking ein besonderes Straßenfest bei sommerlichen Temperaturen.

Pöcking - Seit zwanzig Jahren gibt es das Pöckinger Dorffest, und immer noch ziehen alle an einem Strang. Auch beim Jubiläumsfest am Wochenende hat wieder jeder alles gegeben. Kulturreferent Albert Luppart war total zufrieden. „Eines der grandiosesten Feste, die wir je in Pöcking erlebt haben. Alle waren gut drauf. Es ging bei den Hartgesottenen bis 2 Uhr morgens, und auch zum Frühschoppen am Sonntag war es wieder brechend voll. Es war mega, mega, mega toll.“

Selbst das Wetter hat mitgespielt, so dass Bürgermeister Rainer Schnitzler und sein Vertreter Luppart, der 1998 das Dorffest ins Leben gerufen hatte, am Samstagmittag bei herrlichem Sommerwetter das Festwochenende nach dem Salut der Böllerschützen und dem Einzug der Trommler mit der Blaskapelle eröffnen konnten. Wie immer beobachtete Pöckings Ortschroniker Leonhard Poelt das bunte Treiben von der Treppe des Gasthofes aus. Schon zu diesem Zeitpunkt zweifelte wohl niemand mehr, dass dieses Fest in den Pöckinger Annalen als besonders gelungen eingehen würde.

Großes Gedränge gab es bei der Eisdiele

Der ganze Ort war auf den Beinen. Hunderte flanierten gelassen über die Festmeile in der Hauptstraße, wo am Straßenrand Pöckinger Vereine, Verbände und Geschäfte ihre Stände aufgebaut hatten. Man konnte reiten oder sich frisieren lassen, an Flohmarktständen auf Schnäppchenjagd gehen, bei Glücksspielen seinem Schicksal einen neuen Dreh geben, selbst Stockschießen war auf dem heißen Asphalt möglich, die Wildschützen hatten einen Blasrohrschießstand aufgebaut, die Kinder wirbelten Riesenseifenblasen in die Luft und stundenlang wackelte der Hüpfburgdrachen am nördlichen Ortseingang.

Die Festmeile, die im Süden bis zum Raiffeisenplatz ging, entpuppte sich beim Durchschlendern aber auch als herrliche Gastromeile. Asylbewerber boten afghanische Spezialitäten an, es wurde gegrillt und gebacken, es roch nach Räucherfisch und gebrannten Mandeln, die Freiwillige Feuerwehr Maising zog auf dem Leiterwagen Wildschweingulasch durch den Ort, Proseccokorken knallten, Bier floss in Strömen. Das allergrößte Gedränge gab es bei der Eisdiele, wo die Sommergäste bis auf die Straße hinaus anstanden.

Für Bücherratten gab es eine Lesung 

Am Literaturcafé dagegen genossen Eltern recht entspannt auf der Wiese Kaffee und Kuchen, während in der Bücherei Kinder im Kasperltheater saßen. Das Stück hatten sich Grundschulkinder selbst ausgedacht und selbst vorgeführt. Inzwischen ist Gretel gleichberechtigt und im Internetzeitalter angekommen, denn sie erfindet eine Suchmaschine für die verschwundene Großmutter. Es wird aber auch scharf geschossen. Allerdings nur mit Wasser und irgendwann zogen auch Rauchwolken über die Kasperlbühne. Action also allüberall. Das Straßenfest ließ wirklich keine Wünsche offen. Für Schwung und gute Stimmung sorgte gleich zu Beginn die stets gut gelaunte Francisband der Franziskusschule Starnberg, die noch vier weitere Musiker aus der Fünfseenschule und der Gilchinger Mittelschule im Boot hatten.

Für Bücherratten gab es eine Lesung mit der Pöckinger Autorin Stephanie Schuster, die ihren soeben erschienenen Roman „Der Augenblick der Zeit“ über die schönen Künste vorstellte und das Duo Feinrot aus Zürich zeigte noch mal sein aus Interviews erarbeitetes Theaterstück „Pöcking lebt“. Daran zweifelt nach diesem Wochenende keiner mehr.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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