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Zwei für Pöcking: Katharina Heißenhuber und Cornelius Danneberg präsentieren am Freitag eine Collage mit Gesang über Pöcking. Bestenfalls erfahren alle Zuhörer etwas Neues über ihren Ort.

Straßenfest und Kulturtage

Pöcking mit neuen Augen sehen

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Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für die Kulturtage und das Straßenfest in Pöcking. Eine Besonderheit wird das erste Theaterstück über Pöcking sein, das die beiden Schauspieler Katharina Heißenhuber und Cornelius Danneberg vorbereiten.

Pöcking Vor 20 Jahren feierten die Pöckinger erstmals ihr Straßenfest – dank der Umgehungsstraße, die die Hauptstraße massiv entlastete und dadurch die Lebendigkeit des Ortslebens förderte. Die Umgehungsstraße hat sicher den Blick der Pöckinger auf ihr Dorf verändert. Plötzlich war es ruhiger und gleichzeitig lebendiger, aber halt anders. Ein neuer Blick: Das wünschen sich die Schauspieler Katharina Heißenhuber und Cornelius Danneberg für die Pöckinger, die ihr Theaterporträt über das Dorf ansehen. Sie haben knapp 20 Pöckinger gefragt, was sie schätzen oder ablehnen, nach besonderen Momenten und Orten, nach persönlichen Erlebnissen. Herausgekommen ist eine Collage aus Geschichten und Schlaglichtern. Premiere ist am kommenden Freitag, 8. Juni, um 20 Uhr im Festzelt beim Alten Pfarrhaus. Beim Straßenfest am Samstag, 9. Juni, gibt es um 17 Uhr eine Wiederholung.

Katharina Heißenhuber (32) und Cornelius Danneberg (35) verarbeiten in ihrer Collage über den Ort die Aussagen von knapp 20 Pöckingern. Die treten namentlich nicht in Erscheinung, aber: „Wenn es um Berufsgeschichten geht oder um Hofübergaben, weiß jeder gleich, von wem die Rede ist“, sagt Cornelius Danneberg. Die beiden haben nicht nur alteingesessene Pöckinger befragt, auch Zugezogene kommen zu Wort, sowohl die Neupöckinger in der Containersiedlung der Geflüchteten als auch diejenigen, die in den 1960er Jahren an den Starnberger See gezogen sind.

Die Collage über Pöcking wird vermutlich erst am Freitag ganz fertig sein. Die Schauspieler sind auf Einladung des Vereins Literaturcafé Waschhäusl seit Februar am Arbeiten, die intensive Phase findet diese Woche statt. Die beiden wollen mit ihrer Collage auch Fragen beantworten. „Wie schafft man einen Dorfzusammenhalt?“, nennt Danneberg einen Aspekt. Die Antwort hat er in den Interviews erhalten: „Durch das Vereinsleben.“ Wobei die Geflüchteten zu jedem Dorffest gingen, um sich am Dorfleben zu beteiligen. „We go to the parties – wir gehen zu den Festen, war eine der ersten Aussagen von Geflüchteten“, berichtet er. Andere Neubürger genössen das Dorfleben light und gingen in keinen Verein. Das Dorfleben – jeder kennt jeden und man hilft sich bestenfalls – habe für einige auch Schattenseiten: „Man steht unter Beobachtung.“

Die Pöckinger erzählten den beiden Schauspielern von ihren Lieblingsorten, von ihren Ängsten und Freuden, von Romantik und übernatürlichen Erlebnissen. Die meisten leben so gerne in Pöcking, dass Katharina Heißenhuber und Cornelius Danneberg beim Ordnen der Aussagen ein Schlaglicht „Werbung für Pöcking“ überschrieben haben.

„Bestenfalls erhalten unsere Zuhörer die Chance, ihr eigenes Dorf neu zu erleben, genauer hinzuhören und zu sehen“, sagt Heißenberg. „Hier herrscht so eine Vielfalt.“

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