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Auch im Nachthemd weiß der schnieke Offizier Jean-Marie (Elias Fleddermann) Vevi (Anna Engesser), Maria (Evi Erhard) und Fanny (Ute Erhard) zu faszinieren.

Theatergruppe Pöcking

Jubiläums-Premiere lässt kein Taschentuch trocken

Die Theatergruppe Pöcking begeistert zum Jubiläum mit „Da Franzosenzipfe“ aus der Feder von Thomas Kirnberger.

Pöcking– Das war ein voller Erfolg: Zum 30. Bühnenjubiläum hat die Theatergruppe Pöcking die Völkerverständigungskomödie „Da Franzosenzipfe“ einstudiert, ein Stück von Thomas Kirnberger, der als Musiker, Fastenprediger, Dirigent und Theater-Autor so etwas wie ein künstlerisches Allround-Talent ist. Die Premiere seines neuesten Werks „Da Franzosenzipfe“ war ein Volltreffer, der Applaus stürmisch, das Publikum begeistert.

Die Komödie spielt im Jahr 1811. Napoleon hat sich mit Bayern verbündet, allüberall werden im Land französische Soldaten einquartiert. Der Fremde im Dorf, auch das war ein Grund für die Wahl des Stückes. Der schnieke französische Offizier Jean-Marie (Elias Fleddermann gibt als schneidiger Bursche sein grandioses Debüt) wird im Weiberhof von Maria (herrlich kämpferisch mit Mistgabel Evi Erhard) untergebracht. Jean-Marie erobert im Nu die Herzen. Nicht nur die des Publikums, auch das von Vevi, Fanny und Maria (Anna Engesser, Ute und Evi Erhard), die in ihrer stärksten Szene um die Wette schluchzen, dass kein Taschentuch trocken bleibt.

Letztlich hecken die Männer einen listigen Plan aus, um den Franzosen wieder loszuwerden. Dabei schlüpft Markus Schauer als Luggi Hastreiter nochmal in seine teuflische Rolle als fieser Intrigant. Martin Engesser als Bote und Felix Erhard als Kraxensepp tun mit herrlicher Mimik und Gestik das ihre dazu, um die Verwirrung komplett zu machen.

Die temperamentvolle Komödie ist gespickt mit witzigen Dialogen, die von ihren frankophilen Einschlägen und Redewendungen leben, die die Schauspieler aufs Schönste rüberbringen. Wie „Schurhakel“ klingt, wenn die Marie damit auf den Franzosen, „den französischen“ losgeht, kann man sich vorstellen. Toll auch Ludwig Erhard, der als Offizier kein einziges Wort in Deutsch spricht und gar wunderbar parliert. So wie überhaupt alle mit Herz und Seele ihre Figuren leben. Da braucht sich keiner hinter dem Geschirrtuch verstecken, wie Marie am Kachelofen. Überhaupt die Bühne! Ein Traum mit den vielen kleinen Details, die Hans-Peter Walter liebevoll zusammengetragen hat.

Seit Oktober hat die Theatergruppe an dem Stück gearbeitet. Die Proben finden immer einmal wöchentlich statt. „Mit allen“, betont Regisseurin Ingrid Hotzky, die seit acht Jahren die Theatergruppe leitet und immer großen Wert darauf legt, dass auch die Schauspieler ihre Ideen einbringen. Ihr Erfolgsrezept für die Schauspieler: „Sie sollen die Rolle verkörpern und zugleich sich selbst treu bleiben.“ Klingt einfach, ist aber harte Arbeit, gepaart mit Leidenschaft. „Macht Freude“, fügt sie noch hinzu und versichert glaubhaft: „Gelacht wird auf den Proben viel.“

Weitere Vorstellungen sind am Freitag, 13., Samstag, 14., und Sonntag, 15. April sowie am Freitag, 20., Samstag, 21., und Sonntag, 22. April. Beginn: 20 Uhr (sonntags 18 Uhr). Kartenvorverkauf im Archiv, Altes Pfarrhaus, Hauptstraße 8, Dienstag und Donnerstag 17.30 bis 20 Uhr, Mittwoch und Freitag 16 bis 19 Uhr, z (0 81 57) 92 59 74.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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