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Strassenbau

Debatte kreist um den Kreisel

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Wie klein darf ein Kreisverkehr sein? Und wie viel Geld muss eine Gemeinde ausgeben, um Autofahrer effektiv vom Rasen abzuhalten? Fragen, mit denen sich jetzt der Bauausschuss in Pöcking auseinandersetzte.

Pöcking – Seit gut anderthalb Jahren fährt ein Bus nach Aschering. Eine Entscheidung des Landkreises, die dereinst viel Lob erntete. Das Problem dabei: Aschering ist Endstation, der Bus muss irgendwie wenden. „Wir haben aber keinen öffentlichen Buswendeplatz“, berichtete Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler am Montagabend im Bauausschuss des Gemeinderates.

Derzeit wenden die Linienbusse auf einem privaten Grundstück, das der Besitzer zur Verfügung stellt. Eine Dauerlösung könne das aber nicht sein, so Schnitzler. Deswegen rauchten im Bauamt die Köpfe. Prinzipiell könne man einen Buswendeplatz bauen, „aber dafür müssten wir Bauland verwenden“, so Schnitzler. Und Bauland wird am Starnberger See bekanntlich mit Gold aufgewogen.

Zwei Fliegen mit einer Kreisel-Klappe

Daher kam die Verwaltung auf eine ganz andere Idee. Sie schlug vor, einen Kreisverkehr in der St. Sebastian-Straße am Ortsausgang Richtung Landstetten zu bauen. „Damit würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, warb Schnitzler.

Der Kreisel-Entwurf

Denn nicht nur die Busse könnten ganz einfach wenden, wenn sie eine Runde im Kreisverkehr drehen. Auch die Autofahrer, die von der langen Geraden aus mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit nach Aschering hereinbrettern, würden wirkungsvoll abgebremst. Das beauftrage Planungsbüro präsentierte seinen Entwurf. Der neue Kreisel soll einen Durchmesser von 30 Meter haben, was ausreichen würde, damit Busse und Sattelzüge herumkommen, ohne zwingend über den Innenring zu holpern, der eine vier Zentimeter hohe Bordsteinkante aufweisen soll. Ganz günstig ist diese Variante allerdings nicht: 190 000 Euro soll der Kreisel kosten.

Das sorgte im Bauausschuss für eher gemäßigte Begeisterung. Wolfram Staufenberg (CSU) regte sich – wie schon in der vergangenen Sitzung zur Verkehrsberuhigung der Hindenburgstraße in Pöcking – wieder darüber auf, dass hier letztendlich erhebliche Steuergelder verbaut werden sollen, um Autofahrer dazu zu bringen, sich an die Regeln zu halten. „Stellen wir zwei fest installierte Blitzer auf – da verdienen wir noch Geld“, sagte er.

Die Blitzer würden aber in Sachen Buswendeplatz nicht sonderlich hilfreich sein, entgegnete Bürgermeister Schnitzler. Was Staufenberg zu der Bemerkung motivierte, dass man „für die 190 000 Euro die paar Busfahrgäste aus Aschering auch zehn Jahre lang kostenlos mit dem Taxi transportieren“ könne. Er stelle fest, dass in Pöcking immer noch jede Menge Geld ausgegeben wird, „obwohl die Steuereinnahmen lange nicht mehr so sprudeln wie früher“.

Mini-Kreisel als Alternativvariante?

Ludwig Gansneder störte sich vor allem an der Größe des Kreisverkehrs. „Ginge das nicht auch preiswerter, wenn wir einen Minikreisel bauen“, fragte er. Das sorgte beim beauftragten Planer für ein Schulterzucken und den Mitgliedern des Bauausschusses für intensives Nachdenken.

Schlussendlich wurde beschlossen, dass bis zur Sitzung des Gemeinderates in der kommenden Woche geprüft werden soll, ob die Busse und die landwirtschaftlichen Maschinen auch halbwegs problemlos um einen Minikreisel – der groben Schätzungen zufolge rund 20 000 Euro billiger würde – kämen. Zudem soll die Verwaltung nachschauen, ob sich für den Bau nicht doch irgendwo Fördermittel auftreiben ließen, um die Kosten zu senken. Erst wenn diese Informationen vorliegen, soll die Kreiselfrage endgütig entschieden werden.

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