Der Schmalzhof soll sich verändern, das Areal zum Teil zum Campus werden. Die ersten Pläne der Eigentümer wurden nun im Pöckinger Gemeinderat vorgestellt.
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Der Schmalzhof soll sich verändern, das Areal zum Teil zum Campus werden. Die ersten Pläne der Eigentümer wurden nun im Pöckinger Gemeinderat vorgestellt.

Am neuen Gewerbegebiet

Vom Gutshof zum Campus: Das haben die Eigentümer am Pöckinger Schmalzhof vor

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Den historischen Dreiseithof erhalten und einen kleinen Campus für IT-Firmen schaffen: Das haben die Eigentümer des Pöckinger Schmalzhofs vor. Die Gemeinde stellt aber strenge Anforderungen. Den Plan einer Markthalle auf dem Areal lehnt sie ab.

Pöcking – „Vom Gutshof zum Campus“: So war das Konzept überschrieben, das die Pöckinger Rathaus-Vertreter in der jüngsten Gemeinderatssitzung an die Wand warfen. Wie Bürgermeister Rainer Schnitzler erklärte, haben sich die Eigentümer des Schmalzhofs in Nachbarschaft des entstehenden Gewerbegebiets an die Gemeinde gewandt. Sie wollen nicht nur den historischen Dreiseithof erhalten und sanieren, sondern auch eine Art Campus für den IT-Bereich realisieren, der auch bewohnbar sein soll. Im Plan des ersten Konzepts sind vier zusammenhängende Gebäude nebeneinander eingezeichnet, die an das neue Gewerbegebiet angrenzen – ein lang gezogenes Bürohaus, das laut Schnitzler den Schmalzhof vom Gewerbegebiet abschirmen könnte.

Eine Markthalle lehnt die Gemeinde ab

Ein weiterer Wunsch der Eigentümer: eine Markthalle mit regionalen Produkten auf rund 400 Quadratmetern. Diesen lehnte das Gremium ohne Diskussion ab. Nicht wegen des Faktors Regionalität, sondern vielmehr, um keine Konkurrenz zu den Händlern in der Ortsmitte zu schaffen. Bei den anderen Wünschen wird es komplizierter. Am Ende fiel der Beschluss, dass sich die Gemeinde vorstellen kann, den Bebauungsplan für das Gebiet zu ändern – aber nur wenn eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. Ausnahme: Den Erhalt des historischen Hofs begrüßen die Lokalpolitiker ausdrücklich.

Wohnen will die Gemeinde nur im Bereich des Dreiseithofs und nicht in dem Gebäuderiegel, das die Eigentümer für Firmen vorgesehen haben. Dieser soll maximal zweigeschossig werden. Außerdem will die Gemeinde sicherstellen, dass die beabsichtigten Projekte von den Eigentümern auch umgesetzt werden. Deshalb würde sie einen vorhabenbezogenen und zeitlich befristeten Bebauungsplan aufstellen. Zudem müsste das gesamte Areal –wie das Gewerbegebiet – über den Maxhofkreisel angeschlossen werden. Im nordöstlichen Bereich des Dreiseithof dürfen keine Parkplätze entstehen. Eine weitere Forderung der Gemeinde: Die neuen Bauten müssen „ökologische Vorzeigeprojekte“ werden, also zum Beispiel aus Holz sein und mit autarker Energieversorgung überzeugen.

Lokalpolitiker wollen weiteres Hotel verhindern

Besonders wichtig ist der Verwaltung, dass kein Hotel oder Ähnliches im Bereich Schmalzhof entsteht. Hintergrund: Schon die geplante Fitness-Oase samt Hotel für Geschäftsleute im Gewerbegebiet hatte bei Bürgermeister Schnitzler und Co. keine Freudensprünge ausgelöst. Verwaltung und Gemeinderat hatten schlicht nicht damit gerechnet, dass jemand in einem Gewerbegebiet ein Hotel errichten möchte. Nun kommen sie etwaigen künftigen Ideen zuvor.

Sämtliche Entwicklungen am und rund um den Schmalzhof dürfte man auch in Starnberg aufmerksam verfolgen. Denn für die Anbindung des Einheimischenmodells Am Wiesengrund ist immer mal wieder der Maxhofkreisl, ein Knotenpunkt der Bundesstraße 2, im Gespräch.

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