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Der Raiffeisenplatz soll umgestaltet werden. "Belebendes Gewerbe" ist geplant.

Vorhaben 2016

Pöcking hat sich dieses Jahr viel vorgenommen

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Pöcking - In Pöcking stehen für dieses Jahr zahlreiche große Vorhaben auf der Agenda. Wir zeigen, welche.

Bürgermeister Rainer Schnitzler ist gerade aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekommen und sprüht vor Tatendrang. „Moment“, sagt er, springt auf und befördert die nächste Akte auf den Besprechungstisch. Pöcking und er haben sich viel vorgenommen in diesem Jahr – da muss man vorbereitet sein.

Gewerbegebiet

Entsprechend dick ist mittlerweile der Ordner mit den Unterlagen für das geplante Gewerbegebiet am Schmalzhof. „Es geht hier um etliche Arbeitsplätze in der Gemeinde“, sagt Schnitzler. Unternehmen aus dem Ort brauchen dringend Möglichkeiten, sich zu erweitern.

Die Vorarbeiten sind weitgehend erledigt: Die Gemeinde fällte den finalen Abwägungsbeschluss und wies die Einwände der Stadt Starnberg ab. Der Kreis hat die entsprechenden Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgelöst.

Nun müssen noch einige Grundstücksfragen mit den Eigentümern geklärt werden, bevor es losgehen kann. Die Gemeinde Pöcking wird die Hälfte der rund 17 000 Quadratmeter großen Fläche ankaufen und anschließend dort einen so genannten Handwerker- und Gewerbehof errichten lassen, sagt Schnitzler. „Auf diesem Wege lassen sich bodensparend viele Betriebe ansiedeln“, erklärt er. Zudem ließen sich diese Gewerbeflächen relativ flexibel vermieten.

Beim Gewerbe, das sich überhaupt ansiedeln darf, ist es mit der Flexibilität dann allerdings vorbei. Ganze Branchen sind von vornherein ausgeschlossen: Super- und Baumärkte zum Beispiel, aber auch Tankstellen und Speditionen brauchen sich keine Hoffnungen zu machen. Es sollen vor allem Unternehmer aus dem Ort zum Zuge kommen, wenn im ersten Halbjahr die Planungen abgeschlossen sind, so Schnitzler. Und berichtet von einem Arzneimittelhersteller, der bislang an zwei Standorten in Pöckinger Wohngebieten sehr erfolgreich arbeitet. Und ohne Beeinträchtigungen für die Nachbarn.

„Die EU pocht aber auf Einhaltung der Vorschriften. Wenn wir dem Unternehmer nicht Möglichkeiten im neuen Gewerbegebiet bieten, ist er irgendwann weg. Und mit ihm 50 Arbeitsplätze“, sagt der Erste Bürgermeister. Die Gemeinde hole bereits Angebote für eine so genannte Erschließungsträgerschaft ein. Das bedeutet, dass eine Firma die Erschließung des Gewerbegebietes übernimmt und das direkt den neuen Nutzern in Rechnung stellt.

Raiffeisenplatz

Die Brachfläche hinter der Filiale der Raiffeisenbank in direkter Nachbarschaft des Rathauses soll bebaut werden. Bereits vor Jahren sicherte sich die Gemeinde das Grundstück. „Dadurch haben wir ein erhebliches Mitspracherecht, was da entstehen soll“, sagt Bürgermeister Schnitzler. Dem Rat und der Verwaltung schwebt ein Mix aus Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen darüber vor. „Beim Gewerbe möchten wir etwas, das zur Belebung des Platzes beiträgt“, so Schnitzler. Also lieber ein Wirtshaus als ein Versicherungsbüro. Die entsprechenden Verträge liegen zur Prüfung im Rathaus, Interessenten gibt es eine ganze Menge. Den Bau selbst soll ein Investor erledigen. „Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, Wohn- und Geschäftshäuser zu bauen“, so der Bürgermeister. Noch ist unklar, ob der ursprüngliche Bebauungsplan aus den 90-er Jahren dann auch zu der geplanten Nutzung passt. „Gegebenenfalls müssen wir den noch einmal anpassen“, sagt Schnitzler. Dadurch sei es auch noch nicht ganz klar, wann konkret mit dem Bau begonnen werden könne.

Müsse der Bebauungsplan wirklich geändert werden, „rechne ich mit Beginn der Arbeiten gegen Ende des Jahres“, meinte er weiter. Sicher sei aber, dass sich an dieser Ecke Pöckings demnächst einiges tut.

Bürgerhaus

Der Termin steht: 2017 soll mit dem Bau des neuen Bürgerhauses begonnen werden. Doch bis dahin ist noch viel Arbeit zu erledigen. Zur Erinnerung: Der 2009 präsentierte Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs hätte in der Umsetzung 14,5 Millionen Euro gekostet. Zu viel selbst für eine wohlhabende Gemeinde wie Pöcking. Daher wurde jetzt eine Budgetobergrenze von 8 Millionen festgesetzt, die Architekten überarbeiten auf Hochdruck die Planungen. In den nächsten Wochen sollen bereits die neuen Entwürfe im Rat diskutiert werden, damit dann die konkreten Planungen und Ausschreibungen erfolgen können.

Asyl

Spätestens mit Beginn der Arbeiten am Bürgerhaus wird ein anderes Problem in Pöcking immer dringender: Die Gemeinde braucht einen neuen Standort für die Unterbringung der Flüchtlinge. Derzeit wohnen diese in einer Zeltstadt am Sportplatz. Doch genau dort soll das Bürgerhaus entstehen. „Die Zeltstadt ist ohnehin ein Provisorium“, sagt Bürgermeister Schnitzler. Er will in diesem Jahr intensive Gespräche führen, um einen neuen Standort zu finden. Wird dort dann eines der Containerdörfer errichtet, die der Landkreis derzeit en gros kauft? „Uns wären feste Unterkünfte in Ständerbauweise lieber“, so Schnitzler. Derzeit habe Pöcking mit 170 Asylsuchenden auf 5500 Einwohner eine überdurchschnittliche Quote. Daher hofft er, dass es bei vorerst einem Standort bleibt. „Aber was in Zukunft kommt, weiß keiner“, schränkt der Politiker ein.

Einheimischenmodell

Fehlendes Bauland zu bezahlbaren Preisen ist ein riesiges Problem in Pöcking. Durchschnittlich kostet der Quadratmeter Bauland 760 Euro – für gute Lagen wurden schon fast 1000 Euro bezahlt, berichtet Schnitzler. Deswegen kauft die Gemeinde Bauland auf und verpachtet es auf 99 Jahre an Familien aus dem Ort, die sich sonst kein eigenes Heim leisten könnten. Wer in den Genuss eines Grundstücks für sechs Euro Pacht pro Quadratmeter und Jahr kommen möchte, muss seit mindestens fünf Jahren in Pöcking wohnen oder arbeiten. Zudem sollen Geringverdiener, Familien mit Kindern und/oder Pflegebedürftigen und ehrenamtlich Engagierte bevorzugt werden. 200 Bewerbungen für die 20 Parzellen gab es, demnächst entscheidet der Gemeinderat über die Vergabe der Grundstücke an der Raiffeisenbank.

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