News-Ticker: Barcelona-Anschlag: Vierter Verdächtiger von der Polizei festgenommen

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Unterwegs mit ihren Lieblingen sind Hundehalter hier im Erholungsgebiet „Paradies“ in Possenhofen. Dort wurden einer Frau von einem angeblichen Kontrolleur 45 Euro abgeknöpft – sie hatte ihren Hund nicht angeleint.

Falscher Hunde-Kontrolleur

Vorsicht, Abzocker im „Paradies“

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Possenhofen/München - Dubiose Haustürgeschäfte, der Enkel-Trick am Telefon – vor solchen Betrügereien warnt die Polizei regelmäßig. Neu ist zumindest den Starnberger Ordnungshütern eine andere Masche der Abzocke. Die hat sich konkret im Erholungsgebiet „Paradies“ in Possenhofen abgespielt.

Rainer Holland aus Pöcking ist über solche Dreistigkeit erstaunt wie erbost zugleich. Der Merkur-Leser berichtete unserer Redaktion von einem Vorfall, den eine gute Bekannte am vergangenen Sonntag erlebt hat. Die Frau war mit ihrem Hund im „Paradies“ unterwegs. Vom Steg 1 ging sie in Richtung Schloss, als ihr eine junge Frau mit Kinderwagen und Hund entgegenkam. Die empfahl Hollands Bekannter dringend, ihren Hund anzuleinen. Sie selbst sei kurz zuvor von einem Kontrolleur erwischt worden, der ihr wegen des Verstoßes gegen den Leinenzwang 45 Euro abgeknöpft habe. Die junge Frau musste etwas kleinlaut einräumen, keine Quittung bekommen zu haben. Auch habe sich der angebliche Kontrolleur, der mit dunkelblauer Hose und hellblauem Oberhemd bekleidet war, nicht gesondert ausgewiesen. Der Frau mit dem Kinderwagen schien zu dämmern, möglicherweise einem Betrüger auf den Leim gegangen zu sein.

Rainer Holland hat recherchiert und für den Betrugsverdacht deutliche Anhaltspunkte erhalten – beim Baureferat der Stadt München. Dem ist die Abteilung Gartenbau angegliedert, die sich auch um die im Zuständigkeitsbereich der Landeshauptstadt liegenden Grünanlagen kümmert. Dazu zählt auch das Erholungsgelände in Possenhofen.

Dagmar Rümenapf, Pressesprecherin des Baureferats, bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass Mitarbeiter ihrer Abteilung die Einhaltung der Grünanlagensatzung überwachen. Allerdings seien diese Kollegen vornehmlich in der Hochsaison im Einsatz, wenn auch die Liegewiesen mit Sonnenanbetern bevölkert seien.

Am Sonntag sei kein Aufsichtspersonal im „Paradies“ unterwegs gewesen. Aber nicht nur diese Tatsache bekräftige den Verdacht, dass die junge Mutter und Hundehalterin einem Betrüger aufgesessen sein muss. Denn das Kontrollpersonal der Landeshauptstadt sei in schwarze Uniformen gekleidet, die das Wappen der Stadt München tragen. Zudem könnten die Kontrolleure sich mit einem Namensschild am Revers und einem Dienstausweis kenntlich machen. Sie würden bei einem Verstoß gegen die Satzung den Übeltäter zunächst abmahnen, „ganz gleich, um welchen Verstoß es sich handelt“, sagt die Pressesprecherin. „Aber in keinem Fall sind sie berechtigt, Bargeld zu kassieren.“

Wer ertappt wird, bekommt von der Grünanlagen-Aufsicht einen ausgefüllten grünen Verwarnungsschein samt Überweisungsträger ausgehändigt. Eine Kopie geht an die Rechtsabteilung der Stadt München. Die verfolgt, ob und wann die Ahndung des Satzungsverstoßes beglichen wird.

Dem Baureferat ist Anfang der Woche ein weiterer Fall bekannt geworden. Nach Angaben von Dagmar Rümenapf ist auch ein männlicher Hundeführer von einem angeblichen Kontrolleur abgezockt worden. Dieser Vorfall habe sich aber außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadt München zugetragen.

Der Starnberger Polizei waren diese Vorgänge neu. Niemand, so bestätigte Polizeihauptkommissar Florian Gehlen, habe sich an die Inspektion gewandt, um Betrugsanzeige zu stellen.

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