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Fürs Ehrenamt im Fotostudio: Rita Gasser aus Pöcking war mit ihrem Chef Dr. Simon Machnik in Arbeitskleidung vor der Kamera für die Aktion „Doppelt engagiert“.

Werbekampagne

Rita, das neue DLRGirl

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Ehrenamtliche packen an – und setzen sich dabei selten ins Rampenlicht. Rita Gasser aus Pöcking hat sich überwunden, um fürs Ehrenamt Werbung zu machen. Sie ist das Gesicht der DLRG bei der Aktion „Doppelt engagiert“ des Innenministeriums, die Helfer und ihre Arbeitgeber würdigt.

Pöcking Ungewöhnliche Situationen ist Rita Gasser eigentlich gewohnt. Die 25-jährige Pöckingerin ist seit fünf Jahren bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Starnberg-Pöcking (DLRG) aktiv. Als Wasserretterin, Ersthelferin, Rettungssanitäterin und Ausbilderin muss sie in besonderen Fällen schnell entscheiden und anpacken – in extremen Lagen geht es darum, ein Leben zu retten. Jetzt hat sie eine völlig andere ungewöhnliche Situation erlebt: als Fotomodell in einem professionellen Fotostudio. Und bald wird ihr Gesicht – und das ihres Chefs Dr. Simon Machnik – von Münchner Plakatwänden herunterlachen. Die beiden machen bei der Kampagne „Doppelt engagiert“ des Innenministeriums mit.

Gasser: „Vor der Kamera war das plötzlich aus ganz anderer Sicht“

Auch in voller Strömungsretter-Montur stand Gasser vor der Kamera.

„Mein Chef war sehr offen, wir wussten gar nicht, was uns bei dem Fotoshooting in München erwartet“, sagt Rita Gasser. Sie wusste nur, dass sie aus fünf anderen Teilnehmern der DLRG für die Aktion des Innenministeriums ausgewählt worden war. „Ich war die einzige Frau, die sich auf den Aufruf des Landesverbands gemeldet hatte.“ Ziel der Kampagne ist Werbung fürs Ehrenamt, das auch die Unterstützung großzügiger Arbeitgeber benötigt – sonst geht es eben nicht.

Für Rita Gasser war es eigenartig, im Mittelpunkt zu sein. „Man steht als Ehrenamtlicher ja im aktiven Dienst der Öffentlichkeit, aber vor der Kamera war das plötzlich aus ganz anderer Sicht.“ Sie ist ehrenamtlich aktiv, seit sie 16 ist. Erst in der Söckinger Feuerwehr, dann kam das Interesse für den medizinischen Hintergrund. Seit fünf Jahren ist sie bei der DRLG. In voller Strömungsretter-Montur stand sie nun im Scheinwerferlicht, im Neoprenanzug, Füßlingen, Handschuhen, Prallschutzweste und Helm. 

Bislang musste Gasser meist nach Feierabend zum Einsatz

Und dann bitte in Pose: „Erst nach links schauen, dann Augen zu, dann Augen auf – das war schon ungewöhnlich“, sagt die junge Frau. Für das zweite Foto in Arbeitskleidung mit ihrem Chef Machnik hatten die beiden die typischen Utensilien für Physiotherapie mitgebracht: „Pezziball, Therapieball – wir sind voll beladen nach München gefahren“, sagt Gasser.

Irgendwann wird es noch einmal eigenartig werden: „Wenn ich mich selbst auf einer Plakatwand sehe.“ Wann die Aktion startet, weiß sie nicht. Aber sie freut sich, dass sie Werbung für ihr Ehrenamt machen kann: „Für die DLRG ist es von Vorteil, dass wir uns öffentlich präsentieren können. Wir sind die, die da sind, wenn Menschen in Not sind.“ Auch wenn die Fotos kaum das widerspiegelten, was die Helfer tatsächlich leisteten. „Die Aktion zeigt exemplarisch einzelne Ehrenamtliche und deren Arbeitgeber als Team und möchte damit verdeutlichen, dass es in unserer Gesellschaft immer dann am besten funktioniert, wenn man etwas gemeinsam zum Wohle aller anpackt“, sagt DLRG-Sprecher Walter Kohlenz. Rita Gassers Chef musste übrigens bislang selten auf sie verzichten. Ihre Einsätze waren bislang meist nach Feierabend.

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