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Sommer, Sonne, Strand: Wenn’s nach den Kindern geht, ist Hauptsache Action angesagt. Familien sollten sich bei der Buchung aber beeilen, sagen Reisebüros aus dem Landkreis. Im Trend sind übrigens Kreuzfahrten. 

Urlaubstrends 2017

Wohin geht’s heuer im Sommer?

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Viele Menschen buchen derzeit ihren Sommerurlaub. Dabei spielen viele Aspekte eine Rolle: Ist die USA ein Thema, die Türkei noch sicher? Wir haben bei Experten im Landkreis nachgefragt.

Landkreis – Es sind Entwicklungen in der ganzen Welt, die den Bürger im Landkreis Starnberg beeinflussen. Die politische Unsicherheit in den USA oder der Türkei wirken sich auf das Buchungsverhalten für den Sommerurlaub aus. Die gestrige Explosion in einem Atomkraftwerk in Frankreich zählt ebenso dazu und zeigt, wie sensibel und schnell sich derlei Entwicklungen ergeben können.

Ursula Hauser berichtet, wie sich das in ihrem Tutzinger Reisebüro niederschlägt: „Ich habe heuer noch keine Anfrage für die USA gehabt. Für die Türkei im letzten halben Jahr auch nicht.“ Dabei sei gerade die Türkei für Familien ein attraktives Reiseland gewesen: gut erreichbar, angenehmes Klima in fast jeder Jahreszeit. „Jetzt schrecken die Leute davor zurück. Ich würde einen Urlaub dort auch nicht empfehlen.“ Zu unberechenbar sei Präsident Recep Tayyip Erdogan. Bei Konflikten mit der deutschen Politik sei etwa denkbar, dass Urlauber plötzlich in der Türkei festsitzen.

Mallorca schon jetzt fast ausgebucht

Die Buchenden suchen sich Alternativen. „Mallorca wird in diesem Sommer wahrscheinlich überquellen“, sagt Hauser. „Viele fahren auch mit dem Auto nach Italien oder Kroatien.“ Hauser selbst fliegt heuer nach Kenia. „Auch Teile Südafrikas sind noch relativ krisensicher.“ Die politische Situation in den USA möchte die Reisebüro-Leiterin, bekennender „USA-Fan“, hingegen nicht überbewerten. „Das Land ist so groß und besteht nicht nur aus Trump.“ Für bisherige Buchende eines günstigen Türkei-Urlaubs empfiehlt sie: „Viele Kunden steigen auf Kreuzfahrten um.“ Wenn eine Familie gemeinsam in einer Kabine unterkommt, könne man einen ähnlichen Preis bekommen. „Eine Alternative – aber mit dem Buchen müssen sich Familien beeilen.“

„Eigentlich ist es sogar schon zu spät“, sagt Birgit Schirmer. Die Inhaberin des Starnberger Seereisen-Planer erklärt: „Der Juni ist wegen der Mitternachtssonne besonders beliebt.“ Suchen Familien bestimmte Kabinen zu einem festen Termin, werde es schwierig. Generell „haben die Seereisen zugenommen. Früher gab es das Klischee, dass nur alte Leute mit viel Geld und fester Kleiderordnung reisen.“ Das habe sich geändert.

Kreuzfahrten weiter im Aufwind

Hinsichtlich der Sicherheit hätten Seereisen Vorteile. „Das Schiff gilt noch als sicher, weil es mit der Route reagieren kann.“ Etwa auf Hurricanes oder politische Unruhen. Dennoch wurde die Türkei aus dem Angebot des Seereisenplaners herausgenommen, bis auf einzelne Fahrten nach Antalya. Die Türkei sei vielen Buchenden zu unsicher – davon profitieren andere Regionen: „Sehr gefragt ist die Ostsee oder Norwegen.“

Einen starken Trend hin zum Mittelmeer macht das Herrschinger Reisebüro Dr. Hofmann Holiday Service aus. Eine Mitarbeiterin erklärt: „Die Buchungen für die Türkei gingen schon im letzten Jahr zurück, jetzt fallen sie ganz weg. Es war mal das Hauptziel im Sommer.“ Viele Urlauber wollten aber im europäischen Ausland bleiben, weshalb etwa Italien, Kroatien oder Portugal profitierten. Und natürlich Spanien. „Mallorca ist für den Sommer fast komplett ausgebucht. Das ist eher selten.“ Als Alternative blieben Portugal oder Griechenland. Wobei letzteres „preislich etwas hoch liegt“.

Bulgarien lockt mit Schnäppchen

Wer noch auf der Suche nach einem Schnäppchen ist, sollte es in Bulgarien versuchen, sagt Kornelia Bender vom gleichnamigen Reisebüro in Gilching. „Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut.“ Buchungen für die Türkei oder nordafrikanische Länder sind bei ihr stark zurückgegangen. „In Nordafrika bereits seit dem Arabischen Frühling.“ Dafür tut sich ein Land heuer hervor: „Als den großen Gewinner sehe ich Griechenland.“ Viele blieben auch in Deutschland, im näheren Umfeld. Davon profitiert nicht zuletzt der Landkreis (siehe Kasten), ein traditioneller Gewinner.

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