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Das Gasthaus Schauer in Possenhofen gehört der Gemeinde Pöcking und ist, wie auf diesem Bild unschwer zu erkennen, extrem sanierungsbedürftig. Eine Idee ist nun, dass eine Genossenschaft gegründet werden soll.

Gedankenspiel Genossenschaft

Gasthof Schauer wird zum Politikum

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Possenhofen - Es sind ohne Zweifel ortsbildprägende Gebäude in Possenhofen – der ehemalige Gasthof Schauer und das benachbarte Pensionsgebäude. Seit längerem in Besitz der Gemeinde, entbrennt jetzt ein Streit über die künftige Nutzung der Häuser.

 Politische Nachwehen eine PWG-Versammlung. Es war Ende November, da kamen die Mitglieder der Parteilosen Wählergruppe (PWG) zusammen. Dabei sprach auch Vizebürgermeister Albert Luppart davon, dass man eine Bürger-Genossenschaft gründen könnte. Der Starnberger Merkur berichtete.

Nun allerdings kochen exakt in dieser Sache noch einmal die Emotionen hoch. Die CSU-Fraktion und die Grünen stellen eine offizielle Anfrage. Hintergrund: Sie hatten bereits im Dezember gefordert, dass der Gemeinderat genau über die Pläne der PWG informiert werden solle. Allerdings findet sich das Thema bislang nicht auf der Tagesordnung des Gemeinderates, der am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.

Deswegen machten die beiden Unterzeichnerinnen der Anfrage – Ute Nicolaisen-März (CSU) und Simone Greve (Grüne) ihre Anfrage nun öffentlich: „Bislang wurden die möglichen Entwicklungen für das gesamte Schauer-Ensemble durch das Ratsgremium unter Beteiligung aller Fraktionen in nichtöffentlicher Sitzung andiskutiert“, schreiben sie. Und wollen unter anderem wissen: „Welche Maßnahmen hat der Bürgermeister aufgrund dieser Vorbesprechungen ergriffen, um das Projekt voranzutreiben?“

Des Weiteren wird Aufklärung darüber gefordert, was die Gemeinde seit der Entrümpelungsaktion und dem Flohmarkt im Mai 2016 für den Erhalt des Gebäudes unternommen hat, was mit den nicht verkauften Möbeln und Gegenständen passiert. Zudem ist den Antragstellern unklar, was mit den Gegenständen, die erhalten bleiben sollen, passieren soll, wie diese verwahrt und gepflegt werden. Die Hauptfrage steht ganz am Schluss des Antrags: „Aufgrund welcher Fakten steht nun der Betrieb einer Bürgergenossenschaft zur Debatte?“

Luppart: „Reine Schaufensterpolitik“

Vize-Bürgermeister Albert Luppart reagierte gestern hörbar genervt auf den Antrag. „Reine Schaufensterpolitik“ sei das, was CSU und Grüne da veranstalten, wetterte er. Die Sache werde so hingestellt, dass die PWG am Rat vorbei Tatsachen schaffen wolle. „Unsinn“ sei das.

„Es handelt sich um einen persönlichen Vorschlag von mir, nicht um einen Antrag der PWG“, so Luppart. Die Idee, eine Genossenschaft zu gründen, die das Schauer-Ensemble erst saniert und dann betreit, sei „mein Baby“. Er behalte sich vor, zu gegebener Zeit einen Antrag im Gemeinderat zu stellen, „das ist mein gutes Recht“. Derzeit lasse er gerade erst die rechtlichen Voraussetzungen prüfen und hole sich Rat von Experten aus dem Genossenschaftsbereich, sagte er weiter.

Aber ja, er könne sich vorstellen, ein solches Modell vorzuschlagen. Die Gemeinde könne und sollte sich – so das rechtlich möglich ist – an der Genossenschaft beteiligen. Er schätzt die Kosten der Sanierung des Gasthauses auf mindestens eine bis anderthalb Millionen Euro.

Annette von Nordeck (FDP) meinte gestern, sie halte den Vorstoß von CSU und Grünen für verfrüht, hätte erst einmal abwarten wollen, ob dazu in der Sitzung am Donnerstag etwas gesagt wird. Prinzipiell könne sie aus ihrer liberalen Haltung heraus der Gründung einer Genossenschaft aber wenig abgewinnen: „Wenn die Gemeinde Wirt wird, wäre das eine Konkurrenz für andere Gastronomen“, meinte sie. Zudem habe die Verwaltung bereits genug zu tun.

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