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Ansehnlicher Sichtschutz: Zwei Vitrinen mit Ausstellungsstücken sowie Poster mit Detailaufnahmen der Decke stehen im Vordergrund, dahinter sollen bald Experten an der Stabilisierung der Decke arbeiten.

Nach Deckensturz

So wird die Stuckdecke im Sisi-Museum gesichert

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Ein Gutachten offenbart Gründe für den Deckensturz im Sisi-Museum. Experten sollen an der Stabilisierung arbeiten. Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein zieht nach dem Vorfall ein Fazit.

Possenhofen – Wenn ein Regionalzug am Bahnhof Possenhofen durchfährt, kann Rosemarie Mann-Stein das spüren – indem sie ihre Hand an die Wand des Königssaals legt. Dann spürt die Leiterin des Kaiserin Elisabeth Museums die Vibration und weiß, dass sie die Nummerschildchen in den Vitrinen wieder zurechtrücken muss.

Die Vibrationen sind nur einer von vielen Gründen, warum im April zwei Quadratmeter Stuckdecke heruntergebrochen sind. Das bestätigt nun ein Gutachten. „Die Probleme beziehen sich auf die gesamte Fläche der Decke“, sagt Mann-Stein. „Diverse Einflüsse haben auf sie gewirkt.“ Unklar ist bisher, ob der Wasserschaden von 2001 eine Rolle spielt. Sicher sei demnach aber nur: „Die moderne Zugtechnik erzeugt Erschütterungen am Gebäude, es ist seit Jahren eine permanente Vibration.“ Das Bahnhofsgebäude von 1865 halte dem nicht stand.

Über 400 Dübel in die Decke: „Hinterher sieht man davon gar nichts“

Experten aus Gaißach haben die Decke penibel abgeklopft, um problematische Stellen ausfindig zu machen. „Die Decke muss flächendeckend gesichert werden“, sagt Mann-Stein. Derzeit laufe ein Verfahren beim Amt für Denkmalschutz. Das muss die Lösung erst genehmigen. Zunächst soll die Fehlstelle ausgebessert werden. Dann werden zur Stabilisierung der Decke über 400 Dübel aus Flachsfasern in fünf Millimeter dicke Löcher gebohrt. „Hinterher sieht man davon gar nichts“, sagt Mann-Stein. Sensible Stellen wie die Malerei eines Engels sollen ausgespart werden. Auch malerische Nacharbeiten seien nötig. Die Kosten für die Maßnahmen liegen dem Vernehmen nach im unteren fünfstelligen Bereich.

Auf die Besucherzahlen hat sich der Vorfall nicht ausgewirkt

„Ich hoffe, das beginnt möglichst bald“, sagt Mann-Stein. Eine Schutzvorrichtung stellt sichert, dass bis dahin keine weiteren Teile herabfallen. Experten können während des laufenden Museumsbetriebs an der Decke arbeiten. Knapp ein Drittel des Königssaals kann daher nicht genutzt werden. „Entscheidend ist aber, dass die Decke gerettet wird. Es wird so aussehen, wie es einmal ausgesehen hat.“ Wann es eine Genehmigung gibt und die Arbeiten in Auftrag gegeben werden können, sei schwer absehbar. „Ich gehe aber davon aus, dass das Museum im nächsten Jahr wieder voll funktionstüchtig ist.“ Schon zum Jahresanfang sollen Gruppen bei Führungen das Museum in seinem früheren Zustand sehen können.

Auf die Besucherzahlen hätte sich der Vorfall nicht ausgewirkt, sagt Mann-Stein. Sie bekomme positive Resonanz – die Besucher freuen sich, dass die Museumssaison gerettet wurde. Kurzfristig nahm Mann-Stein einen Aufsteller mit Detailfotos der Decke in die Ausstellung. Während die Saison läuft, kümmert sie sich im Hintergrund um vom Deckensturz betroffene Stücke. Für zerstörte handkolorierte Holzstiche gebe es teilweise Ersatz, einer könne gereinigt und wiederhergerichtet werden. Das Papier-Modell vom ungarischen Schloss Gödöllö wird mit Ersatzteilen nachgebaut. „Damit kommen wir ganz gut hin“, sagt Mann-Stein. „Wir hatten Glück im Unglück.“

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