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„Absolute Attraktion“: Rosemarie Mann-Stein (l.) und Helga Weis mit einem Frisiermantel von Sisi.

Sisi-Museum

Saisonstart mit restaurierter Decke

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Das Museum Kaiserin Elisabeth hat sich neu aufgestellt: Die Decke ist restauriert, die Räume für den Saisonstart am 1. Mai sind hergerichtet. Ein neues Exponat entdeckte die Museumsleiterin im Fernsehen.

Possenhofen – Für neue Exponate fährt Rosemarie Mann-Stein zu Auktionen, manchmal bekommt sie Geheimtipps von Kunstexperten. Für das neueste Exponat musste es sich die Leiterin des Kaiserin-Elisabeth-Museums nur vor dem Fernseher bequem machen. Es lief „Bares für Rares“ – eine Sendung, in der Kunstgegenstände gehandelt werden. Darunter auch ein goldener Rubinanhänger mit Diamantrosen, 14 Karat. Nur Mann-Stein erkennt das Monogramm von Sophie Charlotte, die mit König Ludwig II. verlobt war. Der Rubinanhänger ist nun Teil der neuen Ausstellung im Sisi-Museums in Possenhofen. „Wir haben dieses Monogramm seit Jahren gesucht“, sagt Helga Weis, Beisitzerin des Museumsvorstands.

Glücksfall: Erst Vitrine, dann Frisiermantel

Das Aushängeschild für die neue Saison, die am 1. Mai beginnt, soll aber ein anderes Exponat sein: ein Frisiermantel von Kaiserin Sisi. „Ein Prunkstück für uns, das ist unser Stolz“, sagt Mann-Stein. Es sei das erste originale Kleidungsstück des Museums. Ein Experte aus Wien habe die Echtheit „zu 96 bis 98 Prozent bestätigt“. Eine Restauratorin hat das Kleidungsstück aus feinster Baumwolle gewaschen und gebügelt. „Sie hat selbst unterschätzt, wie viel Arbeit das ist“, sagt Mann-Stein. Kaiserin Elisabeth soll 26 Frisiermäntel gehabt haben – für das Museum in Possenhofen ist das Stück aus dem Besitz der Wittelsbacher aber etwas ganz Besonderes.

Kurz bevor Mann-Stein den Frisiermantel erwarb, schenkte ein Pöckinger Ehepaar dem Museum eine Vitrine. „Sowas kann man nicht planen“, sagt Mann-Stein. Die Museumsleiterin strahlt wieder. „Wir sind sehr dankbar, dass es so ausschaut.“ Keine Selbstverständlichkeit, nachdem kurz vor der Saison im April 2017 Teile der historischen Decke heruntergekracht waren. Zwei Quadratmeter waren es, am Ende musste die ganze Decke restauriert werden. Heute nennt es Mann-Stein „spannend“: „Man konnte jeden Tag zuschauen, wie sich die Decke ausdehnt und Risse entstehen.“ Experten machten sich mit einem Gerüst und 400 Dübeln an die Stabilisierung. Eine Rosette musste komplett neu geformt, eine ergänzt werden. Auch ein Engelsbild war betroffen. „Es war kurz vor dem Absturz“, sagt Mann-Stein.

Ein echter Krimi neben Marie Valérie

Bis Versicherungsfragen geklärt und die Arbeiten mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt waren, war Januar. Ende März waren die Arbeiten fertig. Das Museum bleibt auf keinen Kosten sitzen. Und: Wie in den Vorjahren habe es um die 9000 Besucher gegeben, sagt Mann-Stein.

Die Saison eröffnet mit einem Tag der Offenen Tür am Dienstag, 1. Mai, von 12 bis 18 Uhr. „Wir wollen der Bevölkerung, die von Deckensturz und Katastrophe gehört hat, das positive Ergebnis zeigen“, sagt Mann-Stein. Dazu gehört die Sonderausstellung, die das Leben von Herzogin Marie Valérie nachzeichnet. Nebenan gibt es einen echten Krimi: „Die Königstragödie am Starnberger See“ steht auf einem historischen Buch. „Die Wahrheit über den Tod des unvergessenen Bayernkönigs Ludwig II. Nachdruck verboten“.

Die Saison geht bis 21. Oktober, dann hat das Museum nur noch für Gruppen geöffnet. Infos unter www.kaiserin-elisabeth-museum-ev.de.

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