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Der kurze Kurzurlaub am Traumstrand: Die Kinder sind gut versorgt – Nina und Michael Baumann genießen daher ein paar kostbare romantische und entspannte Stunden am Ufer von Steg 1 in Possenhofen.

Kiosks im Fünfseenland

Pommes im Paradies

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Der schönste Tag am See ist nichts, wenn einem der Magen knurrt und die Kehle austrocknet. Ein Glück, dass es im Fünfseenland so viele tolle Kiosks gibt. Die schönsten und spannendsten stellen wir in unserer Sommerserie vor. Heute: Steg 1 in Possenhofen.

Possenhofen – Ein Lüftchen streicht über den Starnberger See und kräuselt leicht die Wasseroberfläche. Der Blick fällt auf die Berge in der Ferne und die Roseninsel in der Nähe. Die Sonne strahlt, ihre Anbeter liegen dicht an dicht auf dem Steg 1 in Possenhofen. Hohe alte Bäume sorgen für Schatten am Ufer, ein Dreikäsehoch belädt im flachen Wasser direkt am Ufer hingebungsvoll sein ausgeliehenes SUP mit Steinen.

Die Gegend hier trägt den Namen „das Paradies“. Und sie trägt ihn zurecht. Im Herzen des „Paradieses“ betreibt Cathrin Dierks seit drei Jahren den Kiosk „Steg 1“ – gemeinsam mit Robert Müller aus Pöcking, der sich allerdings aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat.

Dierks, die eigentlich als Innenarchitektin für Kindergärten und Schulen arbeitete, kam über Umwege zum „Steg 1“. Genauer gesagt über ihre Tochter Theresa, die hier in den Semesterferien jobbte. Als wirklich Not am Mann war, sprang Cathrin Dierks ein. Und blieb.

Der Traum vom Leben am Wasser

Ein Jahr später übernahm sie die Leitung von Steg 1. Ihr Geschäftspartner Robert Müller wollte aus beruflichen Gründen kürzer treten. Und Dierks erkannte, was die ganze Zeit ihr Traum war: „Das Leben und Arbeiten am Wasser. Das war für mich als Hamburgerin schon immer extrem wichtig“, sagt sie. Dierks ist Rettungsschwimmerin bei der DLRG und absolut wassersportbegeistert. Auch mit der Gastronomie kannte sie sich schon gut aus, erinnert sich Dierks und blickt hinaus aufs Wasser: „Ich habe während meines Studiums gekellnert, um meine Familie zu ernähren.“

Heute sind die drei Kinder groß und helfen mit. Unter anderem beim SUP-Verleih gleich nebenan. Oder an den sonnigen Wochenenden, wenn die Besucher zu hunderten das Areal stürmen. „Wir haben Riesenglück, dass die Stadt München hier einen großen Parkplatz betreibt. Stellplatzsorgen haben wir keine“, sagt Dierks.

Kooperationen mit regionalen Anbietern

Sie setzt neben dem „normalen“ und durchaus umfangreichen Kioskangebot auf Kooperationen, um das kulinarische Angebot zu erweitern. So ist der „Steckerlfischmann“, wie sie ihn nennt, regelmäßig zu Gast am Steg 1. Auch Kioskwirte vom Ammersee sind regelmäßig mit einem Stand vertreten und sorgen für Abwechslung.

Cathrin Dierks ist seit mehr als drei Jahren Herz und Seele des Kiosks am Ufer des Starnberger Sees.

Richtig Vollgas geben Dierks und ihre bis zu zehn Mitarbeiter, wenn Familienfeiern oder Hochzeiten am Steg 1 stattfinden. Dann werden auf Wunsch Spanferkel bei Metzgermeister Lutz aus Pöcking oder Fischfilets bei Dechant in Starnberg geordert.

Der Kiosk an Steg 1 in Possenhofen ist ganzjährig geöffnet. „Nur wenn das Wetter wirklich ganz mies ist mit Regen und Sturm, dann bleibt mal zu“, sagt Dierks. Ansonsten hat sie aber sogar an den Weihnachtsfeiertagen geöffnet. Dann geht der Glühwein natürlich besser als das Eis am Stiel, aber „da kommen zum Teil Völkerscharen vorbei“, sagt Dierks.

Probleme, Leute zu finden, die auch an solchen Tagen hinterm Tresen stehen, hat sie nach eigener Aussage nicht: „Wir haben ein Super-Betriebsklima hier, meine Mitarbeiter kommen zum Teil vom Ammersee täglich herzufahren.“ Die gute Laune ist ansteckend – besonders an so sommerlichen Sonnentagen.

Was steht auf der Speisekarte?

Ein Kiosk bedeutet nicht zwangsläufig nur Dosenbier, Currywurst und kulinarischen Verzicht. Das belegen die Kiosks im Fünfseenland eindrucksvoll. Und auch der Steg 1 in Possenhofen macht da natürlich keine Ausnahme. Das Tegernseer wird in der Flasche gereicht, die Halbe kostet dabei 3,20 Euro. Genauso viel wird auch für den halben Liter Spezi aufgerufen. Und damit man sich nicht zu viele unterschiedliche Preise merken muss, steht auch die Portion Pommes für 3,20 Euro auf der Karte. 

Kiosk-Chefin Cathrin Dierks legt dabei allerdings auf verschiedene Aspekte wert. Zum einen kann man sich bei Ketchup und Majo selbst bedienen und sich so viel davon auf die Kartoffelstreifen kippen, wie man mag. „Außerdem legen wir Wert darauf, dass man von den Portionen auch satt wird“, sagt sie. Neben den Kiosk-Klassikern gibt es am Steg 1 natürlich auch Gerichte für den anspruchsvollen Gaumen. 

So empfiehlt Cathrin Dierks besonders den hausgemachten Caesars-Salat mit Croutons, den es in verschiedenen Ausbaustufen (mit oder ohne Fleisch) gibt. Die Preise dafür beginnen bei 8,50 Euro. Beliebt bei den Besuchern, die nicht nur aus der Region und dem nahen München, sondern auch aus dem gesamten europäischen Ausland kommen, sind auch die knusprigen Süßkartoffel-Pommes, die für 4,50 Euro über die Kiosktheke wandern. Die Karte selbst ist deutlich umfangreicher.

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