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Die Arbeiten am Gasthaus Schauer laufen: Während der nicht denkmalg eschützte Anbau bereits abgerissen ist, hat sich jetzt herausgestellt, dass das  Dach komplett erneuert werden muss. 

Wohl der Mieter stehe an erster Stelle

Komplikationen bei Sanierung des Gasthaus Schauer in Possenhofen: Dach muss komplett erneuert werden 

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Einen historischen Gasthof zu sanieren, ist herausfordernd. Das mussten die Bauherren beim Gasthaus Schauer in Possenhofen feststellen. Es läuft nicht so wie geplant. Der Zeitplan soll aber eingehalten werden.

Possenhofen – Bei der Sanierung des denkmalgeschützen Gasthauses Schauer in Possenhofen gibt es Komplikationen: Der Dachstuhl muss komplett erneuert werden, weil die oberen Räume mit alten Holzschutzmitteln belastet sind. Außerdem kann die Einrichtung der Gaststube nicht erhalten werden. Das berichtet Manuel Kindervater, der das historische Wirtshaus mit Dr. Florian Huber saniert, auf Nachfrage des Starnberger Merkur.

Die Baumaßnahmen würden dadurch aufwendiger und teurer. Aber Kindervater sagt auch: „Wir hoffen, im Zeitplan zu bleiben.“ Eröffnet werden soll das Traditionshaus mit hochwertiger regionaler und saisonaler Küche also nach wie vor im Sommer 2020.

Im Dachgeschoss plant das Duo Huber/Kindervater, Büroräume zum Vermieten. Außerdem soll sich die Wohnung des Wirtepaars auf der Südseite vom ersten Stock bis unters Dach ziehen. Um zu erklären, warum das Dach nicht zu erhalten ist, schaut Kindervater in die Vergangenheit: „Offenbar hatte man früher mit Feuchtigkeit zu kämpfen und deshalb mit damals gängigen Holzschutzmitteln gearbeitet.“ Weil die ungesund sein könnten, gehen die Bauherren auf Nummer sicher. Das Wohl der Mieter stehe an erster Stelle. Kindervater bemerkt nebenbei: „Der Dachstuhl war nie ein bewohnter Raum.“

Zähe Diskussion mit dem Denkmalschutz

Die Diskussionen zwischen Bauherren und Denkmalschutzbehörden seien lang und zäh gewesen, sagt er. Zusammenfassend kann man nach Kindervaters Schilderung von einem Kompromiss sprechen: Der Denkmalschutz stimmt dem Abriss des alten Daches zu. Die Bauherren müssen es nach diesem Vorbild erneuern, was nicht gerade billig ist. „Wir machen das nicht, weil es besser für uns ist. Wir bekommen dadurch nicht mehr Freiheiten in der Gestaltung“, betont Kindervater.

Der Gesamteindruck muss erhalten bleiben. Das zählt für den Denkmalschutz und gilt für das Dach wie auch für die historischen Gaststuben: Ursprünglich sollten Wandvertäfelungen, Dielen, Stühle und Tische handwerklich neu aufbereitet werden. Mittlerweile hat sich herausgestellt: „Wir können die Inneneinrichtung nicht erhalten“, sagt Kindervater. Die Wandverkleidungen müssten komplett ausgetauscht werden. Sie sollen Brett für Brett vermessen und bis zum Farbanstrich genau nachgebaut werden. Den Gesamteindruck im Schauer prägte zum Beispiel auch eine Sitzbank, die sich entlang der Wand des großen Gastraums zieht.

Nicht mit allen Gegenständen müssen die Bauherren derart behutsam umgehen – gerade nicht mit solchen, die, günstig hergestellt, erst später in der Geschichte des Hauses dazugekommen sind. Schon früher habe es Nachbauten und Ausbesserungen gegeben. Insgesamt halte sich der Materialwert der alten Möbel stark in Grenzen, betont Kindervater.

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