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Die Post ist nicht immer da: Paket- und Postbankkunden wie Karl-Heinz Jobst stande n in den vergangenen Tagen öfter vor verschlossenen Türen – die Personalprobleme in der Gautinger Filiale halten an.

“Eine Zumutung“

Post-Filiale Gauting immer wieder zu

Gauting - Auch im neuen Jahr standen Gautinger mehrmals vor verschlossenen Türen, als sie in die Filiale der Post wollten. Als Grund für die Schließungen gelten Personalprobleme und Sicherheitsvorkehrungen – doch tröstet das die Gautinger wenig. Heute ist offen, morgen nicht.

Kein Ende nimmt der Ärger mit der unregelmäßig geöffneten Post- und Postbankfiliale am Bahnhofplatz Gauting. Karl Heinz Jobst vom Öko & Fair-Umweltzentrum stand bereits am Montagvormittag mit seinem Paket vor der offiziell wegen „technischer Schwierigkeiten“ verschlossenen Tür – und er war nicht der einzige. Knackpunkt sind weiter Sicherheitsvorkehrungen, weil in Gauting auch eine Postbank mit in der Filiale untergebracht ist. Eine grundlegende Besserung ist nicht in Sicht.

„Ich finde das unglaublich“, wetterte gestern auch Pensionär Georg Stünkel, der seit 30 Jahren in Gauting wohnt. Für ältere Postkunden, die nicht mehr Auto fahren, sei die Schließung „eine Zumutung ersten Ranges“. „Wir können kein Paket aufgeben, keine Briefmarke kaufen“, empört er sich. Seine Frau laufe schon die ganze Woche mit ihrem Päckchen zur Post-Filiale – und immer vergeblich. Denn die Schalterhalle sei zu. Seine Ehefrau komme in dieser Woche ständig unverrichteter Dinge nach Hause. Er selbst fahre aus Altersgründen nicht mehr Auto, so Pensionär Stünkel.

Das Phänomen ist nicht neu. Schon seit Monaten sei die Postfiliale in unregelmäßigen Abständen geschlossen, klagt der Senior. „Der Post-Kunde steht in Gauting da wie der Ochs‘ vor dem Berg.“ Wegen „technischer Schwierigkeiten“ hatte die Gautinger Filiale bis gestern Vormittag zu, bestätigt Unternehmerin Christiane Lüst vom Umweltzentrum. Als die Schalterhalle gestern später am Vormittag wieder geöffnet war, standen wartende Kunden mit ihren Paketen „bis zur Straße raus“, erzählt die Gemeinderätin. Dass die Gautinger Post immer wieder aus Personalnot komplett schließt, sei ein „Ding der Unmöglichkeit“, findet Lüsts Lebenspartner Karl Heinz Jobst. Deswegen müssten die Leute mit ihren Autos unnötige Fahrten unternehmen. Älteren Gautingern, die nicht mehr mobil sind, sei der Weg zur Postfiliale im Edeka-Markt Stockdorf nicht zuzumuten. Abgesehen davon gibt es in Stockdorf auch keine Postbank – so wie in Gauting.

Wie Postbank-Presse-Sprecherin Iris Raduch-Reichelt schon früher mitgeteilt hatte, ist die angegliederte Postbank auch die Ursache für die Personalprobleme am Standort Gauting. Denn aus Sicherheitsgründen müssten stets zwei Mitarbeiter hinterm Schalter stehen. Wegen der ständigen Schließungen hatte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger den zuständigen Betriebsleiter Rainer Pauly schon im November zum Gespräch einbestellt (wir berichteten). Das hat sogar gewirkt: „Wir waren positiv überrascht, dass danach die versprochenen Aushänge über Öffnungs- und Schließzeiten informierten“, sagte gestern Rathaussprecherin Charlotte Rieboldt. Immerhin, aber die Schließungen bleiben ein Problem – der immer wieder unterbrochene Service sei „keine Dauerlösung“.

Postbank-Presseprecherin Iris Raduch-Reichelt erklärte auf Anfrage, man nehme die Verärgerung der Kunden ernst, sei jedoch wieder durch Personalausfälle zu Schließungen gezwungen gewesen. „Kurzfristig bekannt werdende Personalausfälle können oft durch Maßnahmen in der Personalplanung aufgefangen werden, so zum Beispiel durch einen Springer“, sagte sie. Doch das klappt nicht immer. Sicher sei: Heute, Freitag, hat die Post geöffnet – am Samstag nicht. Wie es nächste Woche weitergeht, sei nicht absehbar.

Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger war übrigens selbst betroffen: Erst gestern bekam sie ihr seit Montag bei der Post langerndes Paket.

Christine Cless-Wesle

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