Am Kreuzweg wird’s eng: Die neuen „Post“-Parkplätze schränken den bisherigen Straßenraum deutlich ein, wie die neue Position des Mittelstrichs verdeutlicht. Foto: Schuhbauer-Von Jena

"Post"-Parkplätze in der Kurve

Aufkirchen - 41 Stellplätze braucht "Post"-Wirt Andreas Gröber, um sein Aufkirchner Gasthaus eröffnen zu können. Einige hat er sehr nah an die Kurve Richtung Kreuzweggebaut. Zu nah, finden Landratsamt und Gemeinde.

Die neuen Parkplätze des Gasthauses zur Post versperrten die Durchfahrt zum Kreuzweg, monierten Bergs Bürgermeister Rupert Monn und CSU-Fraktionschef Andreas Hlavaty im jüngsten Gemeinderat. „Post“-Wirt Andreas Gröber weist die Kritik von sich: Er nutze lediglich seinen Grund. Der Streit könnte Folgen haben: Für die Gestaltung des Marienplatzes ist die Gemeinde auf Gröber angewiesen. Denn das gesamte Areal gehört dem Wirt, die Gemeinde besitzt nur einen schmalen Streifen Straße.

Monn machte aus seiner Enttäuschung am Dienstagabend keinen Hehl: „Der Gemeinderat war sehr großzügig - aber was jetzt angelegt ist, stimmt mit den Grundzügen der Planung nicht überein.“ Deshalb habe das Landratsamt die Arbeiten an den Außenanlagen neuerlich eingestellt. Was Gröber egal ist: Die Arbeiten seien an diesem Tag abgeschlossen worden, sagt er. Die Kreisbehörde habe gestört, dass die Parkplätze in die Kurve ragen, sagte Behördensprecher Stefan Diebl. Zudem seien sie schräg und nicht senkrecht angeordnet, wie es in der Genehmigung stehe.

Im August hatte der Gemeinderat den Stellplatznachweis für Gröbers Umbaupläne abgesegnet, damit der weiterbauen und das Wirtshaus möglichst schnell wieder eröffnen kann. Zuvor war Gröber aufgrund des fehlenden Parkplatznachweises der Bau eingestellt worden (wir berichteten). Wegen der Eile hatte der Gemeinderat zwar sein Okay für die Pläne gegeben, aber um weitere Klärung gebeten. „Wir wollten die genaue Situierung diskutieren und die Pläne nachbessern“, ergänzte Monn gestern. Doch Gröber habe einfach losgelegt - und unter anderem die Kurve von Marienplatz Richtung Kreuzweg extrem verschmälert. „Ich möchte zumindest erreichen, dass die Stellplätze an der Kurve für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden“, sagte Monn. Es sei "nicht in Ordnung", wenn eine Straße, die jahrelang öffentlich genutzt wurde, vom Eigentümer derart eingeschränkt werde.

Gröber betonte, er baue vor allem im Bereich des Kreuzwegs Parkplätze, weil der Marienplatz nach Meinung der Gemeinde für eine schönere Gestaltung möglichst autofrei bleiben solle. „Wir wollen im Dezember aufsperren, bis dahin muss ich 41 Parkplätze haben", erklärt er seine Not. Wie es nun weiter gehen soll, soll ein Gespräch zwischen Rathaus und Gröber klären. Gröber wirkte gestern allerdings nicht gerade versöhnlich: „Ich werde keinen Grund abgeben und auch nicht über die Ausbaubeitragssatzung die Gestaltung des Dorfplatzes selber bezahlen. Ansonsten stellen wir die Verhältnisse her, wie sie im Grundbuch stehen.“ Die sind klar geregelt: Gröber gehört alles, der Gemeinde gehört lediglich ein schmales Band für die Straße.

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