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Fühlen sich in Wörthsee pudelwohl: Simon Kahl und Stefanie Ebner hoffen auf ein Einheimischenmodell, damit sie daheim bleiben können.

Wörthsee, Steinebach

Wo ist noch Platz für uns Einheimische?

Erschwinglicher Wohnraum im Landkreis Starnberg – Fehlanzeige. Was also tun, wenn man sich in seinem Heimatort niederlassen will, der Quadratmeterpreis für Bauland jedoch bei mehr als 800 Euro liegt? Vor dieser Frage stehen zahlreiche junge Frauen und Männer. Simon Kahl und Stefanie Ebner zählen dazu.

Steinebach – Simon Kahl ist 24 Jahre alt, in Steinebach aufgewachsen und angehender Zimmerermeister. Er ist Spross einer großen, alteingesessenen Familie, Vorstand der Burschenschaft und engagiert sich bei der Feuerwehr. Und er ist seit sieben Jahren verliebt in die gleichaltrige Stefanie Ebner aus Inning. Keine Frage: Simon Kahl möchte in Steinebach bleiben, mit Stefanie eine Familie gründen, ein Haus bauen. „Aber bei den Quadratmeterpreisen hier habe ich keine Chance“, sagt der Zimmerer, der in München gerade den Hochbautechniker und seinen Meister macht.

Einige Jahre lebten er und seine Freundin bei der Großmutter, später bei Simons Mutter. Nun endlich haben sie eine eigene kleine Wohnung gefunden, bei einem Kollegen in Auing. „Aber wir haben lange gesucht“, berichtet Kahl. Er kann auf den Schlag allein fünf Freunde aus Steinebach aufzählen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden: „Wir sind hier zu Hause, wir engagieren uns hier ehrenamtlich, wir wollen hier leben.“ Seine Hoffnung: ein Einheimischenmodell, „Ohne das haben wir keine Chance“, sagt er.

Einheimischenmodelle scheinen der einzige Weg zu sein, für die Bevölkerung bezahlbaren Wohnraum zu generieren. Auch wenn dies der Europäische Gerichtshof nur zähneknirschend und unter Auflagen genehmigt. In Pöcking könnte schon bald mit dem Bau begonnen werden, in Hechendorf laufen die Vorbereitungen. Und jetzt macht auch die CSU in Wörthsee mobil: Sie will, dass die Gemeinde so schnell wie möglich wenigstens eine Bedarfsermittlung vornimmt, wie viele Menschen es gibt, denen es so ergeht wie Simon und Stefanie.

„Es gibt sehr viele junge Menschen, die mit ihrer Familie hierbleiben wollen“, sagt Wörthsees CSU-Chefin Martina Jursch. Das habe zum Beispiel ein Stammtisch vor einem Jahr zum Thema gezeigt. „Der Wirt in Auing war voll mit Einheimischen, die Wohnraum suchen“, erinnert sie sich. Seither sei in Wörthsee aber nichts mehr weiter geschehen.

„Wir halten es für dringend notwendig, im Gemeindegebiet jungen Familien und Einheimischen wieder die Möglichkeit zu geben, sich günstig Wohneigentum zu schaffen“, sagt die CSU-Chefin. Zur Diskussion für ein Einheimischenmodell stünde ein Grundstück in Waldbrunn, aber auch das Areal hinter dem ehemaligen Tengelmann in Steinebach.

„Es müssen nicht zwingend Häuser sein, Wohnungen gehen ja auch“, betont Martina Jursch. Sie wisse, dass das Prozedere sehr schwierig sei, aber: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern können uns an andere Gemeinden wie Hechendorf dranhängen.“

Um überhaupt einen Schritt in Richtung Einheimischenmodell für Wörthsee machen zu können, „müssen wir wissen, wie groß das Interesse ist“, sagt Martina Jursch. Die Gemeinde wird deshalb aufgefordert, bei der nächsten Gemeinderatssitzung über das Thema zu beraten.

Simon Kahl hat für sich bereits ausgerechnet, dass ein Quadratmeterpreis von etwa 300 Euro wohl zu stemmen sei für ihn und seine Lebensgefährtin, die sich derzeit in Starnberg zur Erzieherin ausbilden lässt. Zum Glück kann er als Zimmerer sein Haus auch selber bauen: „Ich darf da alles machen, bis auf die Statik.“ Mit seinem Cousin Peter Gabler hat er sich schon abgestimmt – „der ist in einer ähnlichen Situation“.

In vier, fünf Jahren sei er wohl soweit, um sich niederzulassen im eigenen Heim. „So lange wird es ja auch mindestens dauern, ein Einheimischenmodell umzusetzen“, befürchtet der junge Mann. Er weiß auch, dass die Umsetzung höchst mühsam ist: „Ein Grundstücksbesitzer bietet zum Beispiel wohl nur Erbpacht an.“

Simon Kahl war auch schon vorstellig im Rathaus bei Bürgermeisterin Christel Muggenthal. „Sie war sehr aufgeschlossen. Aber wir waren erst Nummer drei auf ihrer Liste für ein Einheimischenmodell.“ Das wiederum versteht er gar nicht. „Da wäre ich schon mehr dahinter. Ich kann nur jedem Interessenten empfehlen, sich in der Gemeinde zu melden und auf die Liste nehmen zu lassen. Sonst wird unser Problem nicht ernstgenommen.“

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