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Der letzte Pächter von Raabe’s Wirtshaus war Ralf Hannemann. Er ging Ende Juli.

Mitten in Steinebach

Raabe-Wirtshaus ist endlich verkauft

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Steinebach - Zwei Münchener Firmen haben das Areal rund um das Wirtshaus Raabe gekauft - zu einem deutlich niedrigeren Preis als erwartet.

Es war ein ewiges Hin und Her. Nun haben Andrea und Wilhelm Raabe Klarheit geschaffen: Das Grundstück in der Ortsmitte von Steinebach ist verkauft. Zugegriffen hat die Münchner Immobilienfirma „Terra“ zusammen mit einem weiteren Unternehmen aus der Landeshauptstadt. Für den Kauf des 2700 Quadratmeter großen Areals fusionieren sie.

Viel mehr interessiert Bürger und Gemeinde, was nun mit dem Areal passiert. Schließlich hatten sich Gemeinde und Familie Raabe nach langen Gesprächen nicht auf eine zukünftige Nutzung und Umbauten einigen können, ehe die Familie das Gelände ab November 2015 zum Verkauf anbot. Organisiert hat das Bauingenieurin Anneliese Hagl aus Wörthsee. Sie sagt: „Das Wirtshaus bleibt erhalten. Das war uns wichtig.“ Sechs Interessenten habe es im Laufe der Zeit gegeben. Zwei davon wollten aus dem Areal möglichst viel Geld herausschlagen – in Form von möglichst vielen Wohnungen. „Deshalb haben wir die beiden Münchner Firmen bevorzugt“, sagt Hagl. „Wir glauben dass sie das Beste daraus machen werden.“

Die Verhandlungen mit Interessenten haben sich gezogen. Hagl kritisiert die Gemeinde und spricht auf den Bebauungsplan mit Veränderungssperre an: „Es war eine komplexe Angelegenheit. Die Vorstellungen der Gemeinde waren teilweise nicht nachvollziehbar.“ Mit dem Bebauungsplan wollte die Gemeinde verhindern, dass die Raabes oder ein Investor die traditionsreiche Bebauung sowie das Areal mit übermäßig vielen Wohnungen versehen. Bauingenieurin Hagl sagt: „Die Gemeinde weiß selbst nicht, was sie auf dem Grundstück will.“ Das habe für Unsicherheit bei Interessenten gesorgt. Familie Raabe habe beim Verkauf daher „erhebliche finanzielle Einbußen“ in Kauf nehmen müssen und „deutlich weniger“ als die anvisierten 2,5 Millionen Euro erhalten. Verkauft haben sie trotzdem. „Sie hatten es satt, was da in der Gemeinde gelaufen ist“, sagt Hagl. Vor einem halben Jahr habe man Einspruch gegen den Bebauungsplan eingelegt – darüber sei im Gemeinderat noch nicht einmal gesprochen worden. Für Familie Raabe ist das Kapitel nun beendet. Ein neues Projekt wird es laut Hagl nicht geben: „Sie ziehen sich nun ganz zurück.“

Gemeinde entscheidet über eventuelles Vorkaufsrecht

Für die Gemeinde allerdings gehen die Planungen jetzt erst richtig los. Der Kaufvertrag ist bereits zur Prüfung auf dem Weg vom Notar ins Rathaus. Die Gemeinde hat sich vor etwa einem Jahr ein Vorkaufsrecht gesichert – und nun zwei Monate lang Zeit, davon Gebrauch zu machen. Bürgermeisterin Christel Muggenthal wägt ab: „Das wird nicht wenig Geld sein. Und es kommen noch mal mindestens eine Million Euro für Renovierungskosten dazu.“ Wenn die Käufer die Vorstellungen der Gemeinde umsetzen, müsse sie nicht einsteigen. „Ich sehe das ergebnisorientiert. Wenn es so kommt, wie wir wollen – dann mische ich mich beim Kauf nicht ein.“

Was Gespräche mit den Käufern angeht, stellt Muggenthal klar: „Wir sind nicht verhandlungsbereit beim Wirtshaus. Wir wollen auf dem Areal kleine Läden für die Ortsbelebung haben.“ Bei der Anzahl der Wohnungen sei die Gemeinde bis zu einem gewissen Maß noch flexibel. Bezugsfälle für anliegende Grundstücke sollen nicht geschaffen werden. „Wir wollen da ja kein kleines Hochhausviertel haben. Es muss zum Dorfkern passen“, betont Muggenthal.

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