Fast komplett waren die Mitglieder der Feuerwehr Stockdorf bei der digitalen Versammlung dabei. Am Hilfeleistungslöschfahrzeug (mit den beiden Maschinisten Stefan Gröber und Ludwig Harter) laufen die Ausbildungen.
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Am Hilfeleistungslöschfahrzeug (mit den beiden Maschinisten Stefan Gröber und Ludwig Harter) laufen die Ausbildungen.

Ausbildung am neuen Löschfahrzeug läuft

Real löschen, digital treffen und üben: Feuerwehr Stockdorf zieht online Bilanz

2020 war auch für die Feuerwehr Stockdorf ein herausforderndes Jahr. Nun haben die 94 Mitglieder auf ihrer Jahresversammlung Bilanz gezogen - natürlich online, versteht sich.

Stockdorf - Sie können löschen und retten, aber auch das Digitale ist ihr Metier: Die Freiwillige Feuerwehr Stockdorf hat dieser Tage ihre Jahreshauptversammlung online abgehalten. Für die 94 Mitglieder keine neue Entwicklung: „Kurz nach dem Ausbruch der Pandemie überlegten sich die Stockdorfer Floriansjünger, wie es mit Übungsdienst und Vereinsleben weitergehen kann. Statt Resignation folgte Tatendrang, und es wurde eine intensiv genutzte Videoplattform aufgebaut, die nicht nur für Besprechungen, Online Schulungen, Liveübertragung von praktischen Übungen, sondern auch für eine kurzweilige Weihnachtsfeier genutzt wurde“, berichten die Feuerwehrler über ihr Corona-Jahr. Vor Kurzem bekamen sie Zuwachs für ihren Fahrzeugpark.

Vorstand Volker Etzel blickte auf ein „herausforderndes Jahr 2020“ zurück und berichtete von vielen corona-konformen Aktivitäten, die zum großen Teil aus der Mannschaft heraus organisiert wurden. So wurden beispielsweise eine Kochchallenge, Laufchallenge, eine Wissenchallange oder auch ein lustiges Schrottwichteln organisiert, um das Vereinsleben im besten Sinne am Laufen zu halten. Etwa 50 digitale Aktionen kamen so zusammen. Mit viel Können haben sich die mehr als 70 Aktiven auch digital zu Übungen getroffen, per Videokonferenzen Szenarien besprochen und vieles mehr.

Fast komplett waren die Mitglieder der Feuerwehr Stockdorf bei der digitalen Versammlung dabei.

Kommandant Michael Suhrbier berichtete von 183 Einsätzen und lobte die Mannschaft für ihre Übungsdisziplin. Die Masse (111) waren Frist-Responder-Einsätze, bei denen die Wehr bei medizinischen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst durch schnelle Hilfe überbrückt. Obwohl es ein vergleichsweise ruhiges Jahr war, gab es mit dem Brand im Stockdorfer „Radhaus“ zu Jahresanfang, einem Dachstuhlbrand in Buchendorf oder dem Brand in einem Büro in Stockdorf doch nennenswerte Brandeinsätze, berichtete der Kommandant. Jugendwart Nicolas Gontscharow freute sich über die konstant hohe Anzahl an Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, die ebenfalls fleißig mitmachte. Durch die Pandemie sind speziell bei der Jugend die Möglichkeiten stark eingeschränkt.

Dank gibts auch von Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger

Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger bedankte sich bei der Mannschaft, die fast vollzählig eingeloggt war, für deren Engagement für die Stockdorfer Bürger und lobte auch die hohe Aktivität in der Wehr. Die Gemeinde hat auch für den Neuzugang gesorgt – ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF), fast baugleich mit denen der Feuerwehr Gauting und mehrere Hunderttausend Euro teuer. Das Fahrzeug ersetzt das LF 16, das gut 25 Jahre auf dem Buckel hat. Derzeit üben die Aktiven in Kleingruppen an dem neuen Fahrzeug, schließlich muss jeder wissen, wo was verstaut ist. Etwa Mitte April soll das Fahrzeug dann in Dienst gestellt werden, schätzt der zuständige Kreisbrandmeister Klaus Ringhoff. Die Stockdorfer haben ihre Wehr auch dabei massiv unterstützt: Durch Spenden kamen etwa 40 000 Euro zusammen, die in die Ausstattung des HLF investiert werden.

Nach dem offiziellen Ende war Jahreshauptversammlung nicht vorbei: Bei einem interaktiven Ratespiel zu feuerspezifischen Themen wurde der Stockdorfer Quizmeister gekürt. Auch danach blieb man gemütlich zusammen und ratschte noch digital bis tief in die Nacht.

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