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Mitarbeiter der AWA Ammersee halfen in ihrer Mittagspause Maximilian Bleimaier (l.) bei der Suche (v.l.): Atilla Elmas, Kenneth Ried, Benedikt Spindler, Dajana Finkernagel und Michael Fechter.

AWA-Mitarbeiter helfen

Rehkitz-Suche per Wärmebildkamera

Ein Jäger aus dem Inninger Ortsteil Buch und Bekannte suchen per Wärmebildkamera nach einem Rehkitz. Dessen Mutter wurde beim Zusammenprall mit einem Auto getötet, der Fahrer machte sich aus dem Staub.

Buch – Maximilian Bleimaier aus Buch hat kaum noch Hoffnung für das Rehkitz. Die erste Nacht war schon kritisch. „Bei diesen Temperaturen wird es nicht lange dauern, bis es eingeht“, sagt der 28-Jährige. Die Rehmutter starb, als sie am Montagmorgen versuchte, die Inninger Straße bei Buch zu überqueren, berichtet der für das Revier zuständige Jäger dem Starnberger Merkur.

Irgendwann im Berufsverkehr hinter dem Erdbeerfeld in Richtung Herrsching muss ein Auto das Tier erfasst haben, schätzt Bleimaier. Der Unfallverursacher ließ das Reh liegen und fuhr einfach weiter. „Ich habe Anzeige gegen unbekannt erstattet.“ Sollte der Fahrer erwischt werden, droht ihm eine Geldstrafe.

Ein Bekannter Bleimaiers entdeckte das tote Tier und informierte den Jäger. Die Kopfverletzung der Geiß sei so schwer gewesen, dass sie daran verendet sei, sagt der. „Ich habe gesehen, dass sie ein Gesäuge mit Milch für mindestens ein Kitz hatte.“ Noch am Montagmorgen zog Bleimaier mit seinem Hund Luna los und durchstreifte die Wiese nach dem Bambi – ohne Erfolg. In ihrer Mittagspause suchten er und Mitarbeiter der AWA Ammersee noch mal – wieder nichts. Am Abend kam Bleimaier zusammen mit Lukas Welzmüller ein drittes Mal zu der Stelle, diesmal mit einer Drohne, die dank einer installierten Wärmebildkamera Lebewesen aufspüren kann.

Rehkitze verstecken sich gern in hohem Gras und Feldern. Mithilfe einer Wärmebildkamera spürten Bleimaier und sein Spezl Lukas Welzmüller in der Tat ein Kitz auf (heller Punkt in der Mitte), es war aber kein Waise.

Tatsächlich entdeckten sie ein Rehkitz. „Das war es aber nicht“, sagt Bleimaier, denn kurz darauf tauchte dessen Mutter auf. Das verwaiste Tier ist also seit Montag schutzlos anderen Wildtieren ausgesetzt – oder es verhungert ohne die Muttermilch. Denn anders als etwa Enten, die fremde Küken in ihrer Brut aufnehmen, lassen Rehe Waisenkinder links liegen. „Die müssen schauen, dass sie ihren eigenen Nachwuchs durchbringen.“ Dienstagmorgen suchte Welzmüller noch mal mit der Drohne – wieder ohne Erfolg.

Der rege Wildwechsel zwischen Inning und Breitbrunn führe häufig zu Unfällen, sagt Bleimaier. „Die Rehe lassen ihre Kitze in der Wiese liegen und gehen fressen. Danach kommen sie wieder.“ Wenn nicht, seien die Waisen auf sich gestellt. Bleimaier appelliert eindringlich an Autofahrer, einen Zusammenstoß mit einem Wildtier sofort der Polizei oder dem zuständigen Jäger zu melden. Eine Strafe drohe ihnen unter diesen Umständen nicht. „Wichtig ist auch, dass sie sich merken, woher das Reh kam und – falls es nur verletzt wurde – wohin es verschwunden ist.“ Seine Aufgabe sei es dann, das Tier zu finden und gegebenenfalls von seinem Leiden zu erlösen.

Die Aussicht, das Kitz zu finden, wäre viel höher gewesen, wenn er augenblicklich gerufen worden wäre. „Dann hätte ich die Drohne mit der Wärmebildkamera sofort organisieren können.“ Und den Nachwuchs womöglich schnell gefunden, um ihn versorgen zu können.

Michèle Kirner

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