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Hat Starnberg verlassen: Rollstuhlfahrerin Helga Witt (76) wohnt nicht mehr im Asylcontainer.

Obdachlose

Rentnerin verlässt Asylcontainer

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Starnberg - Helga Witt hat die Flüchtlingsunterkunft in Starnberg verlassen. Die obdachlose Rollstuhlfahrerin ist nach München gereist – per Taxi.

Helga Witt hat Starnberg verlassen. Die Obdachlose, die bis Montag in der Flüchtlingsunterkunft an der Petersbrunner Straße untergebracht war (wir berichteten), ist wieder abgereist – per Taxi. Flüchtlingshelfer Dieter Fritschi ist erleichtert. „Jetzt ist der Konflikt endlich aufgelöst, denn die Dame gehörte schlicht und einfach nicht hierher“, so Fritschi. 

Was war passiert? Rentnerin Helga Witt war vor zwei Wochen von der Polizei im Hotel Alte Linde in Wieling abgeholt worden, weil sie die Rechnung nicht bezahlen konnte. Anschließend suchte man für die 76-Jährige einen Platz in der Starnberger Obdachlosenunterkunft, wo es aber kein freies Zimmer mehr gab, das für Helga Witt nötig gewesen wäre, weil sie Rollstuhlfahrerin ist. Also quartierte man sie kurzerhand nebenan in ein Zimmer der Flüchtlingsunterkunft ein, was in den darauffolgenden Tagen zu Konflikten führte, weil Bewohnerin Arlette N. mit ihrem behinderten Sohn in Container 09 wohnt und nun ganz plötzlich eine neue Mitbewohnerin erhielt. „Klar gehört sie nicht hierhin, aber es gibt aktuell einfach keine Alternative“, berichtete damals Rechtsanwältin Annette Scharlach, die per Gerichtsbeschluss als Betreuerin für Helga Witt bestellt ist. 

Eineinhalb Wochen verbrachte die von der Ostsee stammende Rentnerin nun in Starnbergs Asylcontainer, den sie wegen ihres Rollstuhls nicht verlassen konnte, weil er nicht behindertengerecht gebaut ist. Nach einigen Anrufen bei Behörden stellte sich heraus, dass sich keiner so recht für den Fall zuständig fühlt. Nun ist Helga Witt weg. Per Taxi ließ sie sich zur Sparkasse fahren, hob am Monatsende ihre Rente ab, gab 100 Euro als Lohn beim Verwalter der Flüchtlingsunterkunft ab und düste nach München.

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