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Repair-Café für Kinder: Um die defekte Tischlampe von Erik (8 Jahre) und Schwester Rike (12) kümmern sich Heribert Plaar und Rüdiger Gundelach (v.l.).

Jugend wirft eher weg

Gauting - Reparieren oder wegwerfen? Das Angebot eines eigenen Repair-Cafés für Kinder wurde von denen nur mäßig genutzt. 

Um den Größen-Test zu bestehen, geht die humorvolle Großmutter vor der Schülerin Maya (12) am Anmeldetisch lachend in die Knie. Denn das Repair-Café im Rahmen des Gautinger Ferienprogramms war eigentlich nur für Kinder bestimmt. Doch bis der Nachwuchs in der Bahnhofshalle eintrudelt, kommen zunächst Erwachsene zum Zug. Den Hand-Staubsauger der Großmutter haben zwei Ingenieure wieder zum Laufen gebracht – wie immer ehrenamtlich.

Mit Experten besetzt ist auch das Ferien-Repair-Café für Kinder im Öko & Fair Umweltzentrum. Gemeinsam mit dem Unterbrunner Maschinen-Verleiher Klaus Schleifer nehmen sich der pensionierte Bau-Ingenieur Wolf-Rüdiger Gundelach und sein Kollege Heribert Plaar des Hand-Staubsaugers an – mit Erfolg. Nachdem die Techniker das Gerät zerlegt und die Filter mit der Zahnbürste gereinigt haben, zieht die Gautingerin mit ihrem funktionierenden Sauger glücklich von dannen.

Applaus in der Bahnhofshalle: Eine halbe Stunde nach Eröffnung des Repair-Cafés kommen die ersten Kinder. Die Geschwister Rike (12) und Erik (8) aus Gauting sind zum Umweltzentrum geradelt. Mit ernstem Gesichtsausdruck stellt der Bub seinen orangenen kleinen Werkzeugkoffer auf die Bank. „Ich habe schon Fahrräder unserer Familie repariert“, berichtet Erik stolz. Der Achtjährige kramt einen Schraubenzieher aus seinem Köfferchen. Auch einen neuen Schalter hat der Schüler schon vorab mit seinem Vater besorgt. Mit tatkräftiger Hilfe von Ingenieur Karl-Heinz Jobst leuchtet die Tischlampe der Gautinger Geschwister nach ein paar Handgriffen wieder. „Nur der Touchscreen war kaputt“, erklärt Rike.

„Der Akku von meinem Flieger lässt sich nicht mehr laden“, erläutert Constantin (11) sein Problem. Und das Handy seines jüngeren Bruders Frederick „löscht Passwörter aus – und stürzt immer wieder ab“. Wie die Orgelpfeifen stehen die drei Gautinger Geschwister am Empfangstisch und schildern der 12-jährigen Maya ihre technischen Nöte. Mitgebracht haben die Buben gleich drei marode Modell-Flugobjekte. Aber auch zwei Mini-Autos, die nur mit einer einzigen defekten Fernsteuerung zu bedienen sind. Nur der Jüngste der Brüder hat nichts zu reparieren. Mit großen Augen schaut der Vierjährige höchst interessiert zu. Netzwerk-Administrator Raymund Meßmer zerlegt Flugobjekte und Auto-Fernsteuerung sofort fachkundig.

Etwas enttäuscht von der eher spärlichen Nachfrage beim Kinder-Repair-Café ist Initiatorin Christiane Lüst: Nach einer Stunde waren gerade mal fünf Mädchen und Buben mit ihren defekten Geräten angerückt. „Wahrscheinlich reparieren die jüngeren Gautinger nichts – und werfen eher weg“, vermutet Lüst. Unter den Senioren ist die Nachfrage unverändert groß: Das nächste Repair-Café öffnet am Samstag, 17. September, von 14 bis 17 Uhr, in der Bahnhofshalle.

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