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Bauausschuss Starnberg

Rheinlandstraße: Bitte links einparken

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Starnberg - Die Rheinlandstraße wird in diesem Sommer fast komplett umgebaut. Der Bauausschuss billigte nach heftiger Debatte einen Ausbauplan, der im Kern einen Doppelradweg hat. Eine Richtungsumkehr ist im Konzept offiziell nicht vorgesehen – vieles deutet aber darauf hin.

An der Rheinlandstraße wird zwischen Leutstettener und Ferdinand-Maria-Straße im Sommer ein neuer Radweg gebaut. Das beschloss der Bauausschuss des Stadtrates mit einer Stimme Mehrheit. Den höchst umstrittenen Richtungswechsel der Einbahnstraße hatte Bürgermeisterin Eva John bewusst ausklammern wollen, was jedoch nicht ganz funktionierte – der Umbauplan nämlich ist augenscheinlich auf eine andere Fahrtrichtung ausgelegt, was angesichts des Willens der Stadt zur Umkehrung nicht verwunderlich ist.

Es handelte sich im Prinzip um jene Planung mit einem Richtungswechsel, die vor einigen Wochen von der Tagesordnung genommen worden war. In den Plänen ist nun eine Einfahrt an der Münchner Straße vorgesehen, die für beide Richtungen geeignet ist. Stadtbaumeister Stephan Weinl sprach von einer „extrem gefährlichen Situation“ am Fußgängerüberweg nahe der Leutstettener Kreuzung, weil viele von der Münchner Straße gerade und schnell abbiegen. Der Plan sieht nun eine 3,60 Meter breite Fahrbahn vor, auf der Seite des Gymnasiums einen 2,5 Meter breiten Radweg mit je einer Spur für jede Richtung und einen zwei Meter breiten Gehweg. Die Schrägparkplätze fallen weg, dafür gibt Längsflächen, allerdings fast nur auf der Südseite. Etwa ein Drittel der jetzigen Stellplätze fällt weg, und nach Vorstellungen Weinls sollen es zumeist Kurzzeitparkplätze sein. Derzeit gelten an der Rheinlandstraße fast keine Beschränkungen. Eva John verwies auf den seit fünf Jahren bestehenden Beschluss, an diesem Stück der Rheinlandstraße einen Radweg zu bauen, der Teil einer Verbindung zwischen Bahnhof Nord und Maisinger Schlucht sein soll. Die Kosten alles in allem könnten bei bis zu 375 000 Euro liegen, wobei auch Wasserleitungen in der Straße verlegt werden sollen. Zwei Drittel der Summe sind laut John seit Jahren im Haushalt enthalten, wurden aber nie eingesetzt.

"Ein Schildbürgerstreit"

Für Gerd Weger (CSU) ist der Plan ein Schildbürgerstreich. Ein kombinierter Geh- und Radweg wie an der Leutstettener Straße reiche völlig, sagte er. „Ich sehe dort kein Problem zwischen Fußgängern und Radfahrern.“ Ludwig Jägerhuber (CSU) sieht Belange der Feuerwehr beim Ausrücken berührt und forderte, mit der Wehr den Plan zu beraten. Bisher, schloss er aus der Antwort von John, sei dies nicht geschehen. Die Bürgermeisterin sagte dies zu.

Patrick Janik (UWG) nannte den Plan überzogen, die Parkplätze auf der Südseite bei heutiger Fahrtrichtung seien eine Verschlechterung, weil dann Kinder von der Beifahrerseite aus auf die Straße aussteigen müssten. Das kritisierte auch Franz Heidinger (BMS) und schloss daraus, der Plan sei auf einen Richtungswechsel angelegt. Jägerhuber hatte das auch auf der Liste: Für die Anordnung der Parkplätze „lacht ganz Starnberg über uns“, wenn man mit Sicherheit für Schüler argumentiere und sie dann auf der Straße aussteigen lasse. Außerdem fürchtet er einen Rückstau vor der Fußgängerampel an der Münchner Straße. Weinl hingegen sieht diese Gefahr wegen kurzer Ampelphasen nicht. Und: Parkplätze neben einem Radweg anzulegen und Insassen auf dem Radweg aussteigen zu lassen, sei unzulässig. Jägerhuber blieb dabei: „Da kommen Probleme auf uns zu.“ Josef Pfister (BMS) hatte so gar kein Verständnis für die Gegenargumente: Das Radwegkonzept inklusive Rheinlandstraße sei mehrfach im Bauausschuss einstimmig beschlossen worden – und da habe keiner was gesagt.

Mehrheit quer durch alle Fraktionen

Sieben Ausschussmitglieder waren dafür, sechs dagegen. Die Bürgermeisterinnen-Allianz hielt in diesem Fall nicht zusammen, es ging quer durch die Fraktionen. Der Stadtrat entscheidet über das Vorhaben nicht mehr eigens, sondern zusammen mit dem Haushalt, der Ende des Monats beschlossen werden soll.

Am Radwegbau ist damit nichts mehr zu rütteln. Wie es mit dem seitens der Stadt gewollten Wechsel der Einbahnrichtung weitergeht, entscheidet sich Anfang kommender Woche bei einem Gespräch zwischen Stadt und Behörden. Die sehen im Wechsel bisher wenig Sinn.

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