Von den Galapagos-Inseln bis nach Australien hat es die Flaschenpost von Erwin Schöttl getrieben. 7000 Kilometer hat sie zurückgelegt, als sie 2008 gefunden wird. Erwin Schöttl, der für zwei Monate einen Freund bei einer Teilstrecke von dessen Pazifiküberquerung begleitet hatte, hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, schließlich hatte er sie im Mai 2004 ins Meer geworfen. Umso größer war die Freude, als er eine Antwort erhielt. „Leider spreche ich kein Englisch“, bedauert Schöttl. Sonst wäre der Kontakt zu den neuen Freunden aus Australien sicher noch besser. Fotos. fkn
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Von den Galapagos-Inseln bis nach Australien hat es die Flaschenpost von Erwin Schöttl getrieben. 7000 Kilometer hat sie zurückgelegt, als sie 2008 gefunden wird. Erwin Schöttl, der für zwei Monate einen Freund bei einer Teilstrecke von dessen Pazifiküberquerung begleitet hatte, hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, schließlich hatte er sie im Mai 2004 ins Meer geworfen. Umso größer war die Freude, als er eine Antwort erhielt. „Leider spreche ich kein Englisch“, bedauert Schöttl. Sonst wäre der Kontakt zu den neuen Freunden aus Australien sicher noch besser. Fotos. fkn

Riesenfreude über späte Antwort

Andechs - Vier Jahre nach einer Segelreise über den Pazifik, erreichte Erwin Schöttl Post aus Australien. Eine Antwort auf seine Flaschenpost, die er vor Panama ins Meer geworfen hatte.

Zwischen dem Ammersee und dem Starnberger See liegt bekanntlich die idyllische Gemeinde Andechs. Sie ist nicht nur bekannt als Wallfahrtsort und für das gute Klosterbier, auch ist sie Heimatort der urbayerischen Familie Schöttl. Die Schöttls haben keine so bedeutende Geschichte wie die Gemeinde Andechs, der Heilige Berg und das Kloster, aber Bemerkenswertes gibt es auch dort zu berichten. Etwa von Erwin Schöttl, den es 2004 vom Alpenvorland auf die Weltmeere trieb. Der Familienvater ist ein begnadeter Segler, was bei der Nähe zu den beiden oberbayerischen Seen nicht weiter verwundert. 2004 nimmt Schöttl aber die Einladung seines Freundes Urs aus der Schweiz an, in dessen selbstgebautem Stahlschiff in See zu stechen - auf hoher See, genauer gesagt, einmal quer über den Pazifik. Die Erinnerung an diese Seereise wurde wenige Jahre nach der Rückkehr wieder lebendig - da bekam Schöttl Antwort auf eine Flaschenpost, die er vor Panama ins Wasser geworfen hatte.

„Eigentlich wollte er ein paar andere Freunde von sich mitnehmen. Doch als diese ihm abgesagt haben, hat er mich gefragt. Ich war natürlich hellauf begeistert und sofort dabei“, erzählt Erwin Schöttl von dem spontanen Aufbruch 2004. Von Curaçao, dem ‚C‘ der so genannten ABC-Inseln in der Karibik, führt die Route das Schiff durch den Panamakanal nach Tahiti. Am 29. Mai setzt Erwin schließlich eine Flaschenpost aus. In der Flasche befindet sich ein Brief mit einer deutschen und einer englischen Nachricht, sowie ein Dollar für die Kosten der Antwort. Eine weitere Flaschenpost wirft er wenige Tage später in die Weiten des Ozeans.

Außer ein paar Seglern und Fischern bleibt jeglicher Kontakt zu Menschen aus. Delphine haben sie allerdings „zuhauf“ gesehen. „Teilweise Schulen von 50 bis 100 Tieren oder sogar mehr.“ Nach zwei Monaten, auf halber Strecke nach Australien, ging Schöttl wieder von Bord, während sein Freund Urs weiter nach Brisbane, segelte, wo er sich ein Haus gekauft hatte.

Am 17. Juli 2008 verließ ein kleiner Umschlag Minnie Water in Australien, das auf der Landkarte ebenso klein erscheint wie Andechs. Adressat war Schöttl, und der freute sich riesig. Noch mehr wunderte er sich aber, dass seine Flaschenpost dem Schiff offenbar 7000 Kilometer lang „hinterhergeschwommen war und nur“ rund 300 Kilometer südlich vom neuen Wohnort seines Schweizer Freundes an Land gespült wurde.

Es entstand ein mehr oder weniger reger Briefwechsel. Es stellte sich heraus, dass die Familie Armstrong aus dem idyllischen Minnie Water an der australischen Ostküste kommt. Sie schickte sogar einen Bildband, in der sich die Familie vorstellt. Um sie besser kennen zu lernen, hat Schöttl die Armstrongs eingeladen nach Andechs zu kommen. „Sie waren begeistert und haben gemeint, sie wollten uns unbedingt kennen lernen und besuchen kommen.“ Geplant war 2010. Das Jahr neigt sich jedoch dem Ende entgegen, ohne dass Schöttl wieder etwas von den Armstrongs gehört hat. „Vielleicht“, meint Erwin Schöttl, „vielleicht melden sie sich wieder, wir alle würden sie sehr gerne treffen.“

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