Zugewuchert und Verlassen: Der frühere S-Bahn-Halt Mühltahl gilt als Geisterbahnhof. Foto: svj

Halt Mühlthal soll wiederbelebt werden

Starnberg - Der S-Bahn-Halt Mühlthal soll wiederbelebt werden. Dem Vorstoß des Münchner CSU-Stadtrats Dr. Georg Kronawitter haben sich die Starnberger Stadtratsfraktionen FDP, WPS und BMS angeschlossen.

Dr. Georg Kronawitter (CSU) hat Oberbürgermeister Christian Ude aufgefordert, sich für eine Wiederöffnung des S-Bahnhaltes im auch bei Münchnern beliebten Ausflugziels Mühlthal einzusetzen.

Höchst erfreut ist Gerhard Nafziger, Vorsitzender der Freunde des Würmtals, über den erneuten Vorstoß. Denn schon 2007 hatte der Gautinger Gemeinderat die Wiedereröffnung des S-Bahnhaltepunkts gefordert. Dem hatte sich bis auf die UBG-Fraktion damals der gesamte Gautinger Gemeinderat angeschlossen. Vergeblich. Die Deutsche Bahn hatte mit geringem Fahrgastaufkommen dagegengehalten.

Nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Kronawetter hat den Oberbürgermeister ausgefordert, „noch im ersten Halbjahr 2013“ dem Stadtrat das Ergebnis der Überprüfung mitzuteilen. Das leerstehende Gasthaus Obermühlthal oberhalb der Trinkwasser-Quellen gehört dem Würmtal Zweckverband. Bei dessen Geschäftsführer Klaus Krüger stößt der Antrag der CSU-Stadtratsfraktion auf offene Ohren: „Das wäre ein Gewinn für die Menschen, aber auch für die Gastwirtschaft.“

Auch Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger soll eine Öffnung des Haltepunkts ausloten. „Für die Stadt Starnberg war die Aufgabe des Bahnhofs Mühlthal aus unserer Sicht und im Nachhinein gesehen ein Fehler“, heißt es in dem von Iris Ziebart, Dr. Klaus Rieskamp und Eva John unterschriebenen Antrag. Der ehemalige Haltepunkt gammele vor sich hin und finde sich auf einer Liste der „Geisterbahnhöfe“ Deutschlands im Internet. Seit Dezember 2004 ist er geschlossen. Die drei Fraktionen regen an, die Vorteile für den Tourismus und den Ausflugsverkehr zu betrachten. Die Wiederinbetriebnahme könnte zur Stärkung des ÖPNV-Angebots beitragen. Auch solle die Stadt dort den Ausbau eines Überhol- und Wendegleises überlegen. Beides ist bisher am Bahnhof See geplant, sollten die Bahnanlagen dort im Rahmen der Seeanbindung umgebaut werden.

Kronawitter schlägt ein „differenziertes Bedienkonzept“ vor: Wochentags und im Winter sowie im morgendlichen Berufsverkehr könnte die Bedienung des Haltes Mühlthal ausgedünnt werden, analog der Haltestationen Siemenswerke und Solln. „Es gebietet nicht nur der Blick auf umwelt- und klimapolitische Zielsetzungen, sondern schlicht der gesunde Menschenverstand, dass die S6 im Ausflugsmodus nicht weiter an dieser Stelle vorbeifährt“, so der Münchner CSU-Rat.

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