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18 S-Bahnen durchgeschmort: Pendler leiden

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Von: Dirk Walter

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Bahnhof Tutzing
Der Bahnhof Tutzing: Auf einem Abstellgleis waren die S-Bahnen geparkt. © svj

Tutzing - Großschaden bei der S-Bahn München: Während der Osterfeiertage sind sage und schreibe 18 S-Bahn-Fahrzeuge durchgeschmort. Pendler müssen jetzt mit kürzeren Zügen rechnen.

Die Experten rätseln: Was ist nur am Bahnhof Tutzing los? Immer, wenn während der Osterfeiertage S-Bahnen am Endpunkt der Linie S6 über Nacht geparkt wurden, gab es am nächsten Morgen ein böses Erwachen: Die S-Bahn hatte einen so genannte Überspannungsschaden abbekommen, war also nicht mehr fahrbereit. Warum, weiß niemand. „Das ist nicht nachvollziehbar“, sagt der Pressesprecher der S-Bahn, Bernd Honerkamp. Er spricht von einem „ganz seltenen Schaden“. Insgesamt 18 Fahrzeuge gingen kaputt und mussten abgeschleppt werden. Es sind nur bestimmte Baureihen betroffen, manche sind „resistent“. In der S-Bahn-Werkstatt Steinhausen tauschen die Fachleute nun beschädigte Spannungsmodule aus.

Auch dabei gibt es ein Problem: „Das Bauteil wird so selten benötigt, dass die Werkstatt nur Einzelstücke auf Lager hat“, sagt der Bahnsprecher. Die restlichen benötigten Teile werden nun im gesamten Bundesgebiet zusammengesucht.

Das dauert: Bis jetzt konnten erst zwei Fahrzeuge repariert werden. Nach momentaner Einschätzung werden die fehlenden Fahrzeuge erst Ende Juni wieder verfügbar sein. Da bei der S-Bahn insgesamt nur 238 Fahrzeuge verfügbar sind und man keine Reserve hat, sind die 18 außer Gefecht gesetzten Fahrzeuge ein schmerzhafter Verlust. Bis Juni könne es vorkommen, dass auf einigen Strecken statt dreiteiliger Langzüge nur zweiteilige Vollzüge fahren. Pendler müssten also zusammenrücken. Welche Strecken betroffen sind, wollte Honerkamp nicht präzisieren.

Schwierig ist die Suche nach der Ursache. Mit Bauarbeiten an einer Oberleitung habe das Problem nichts zu tun, versichert der Bahnsprecher. Ein Messzug soll die Stromspannungen am Bahnhof Tutzing messen, auch DB Energie ist informiert.

Dirk Walter

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