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Ansprechpartner, wenn es um den Veranstaltungssaal im neuen Rathaus geht. Jakobus Ciolek (34), seit Jahresbeginn neuer Kulturbeauftragter der Gemeinde Gilching.

Neues Rathaus Gilching

Ein Saal zum Discountpreis

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Gilching - Im Sommer wird der Veranstaltungssaal im neuen Gilchinger Rathaus fertig sein. Die Gemeinde will Interessenten mit Einstiegspreisen locken.

Mobilfunkanbieter locken Kunden mit lukrativen Einstiegsangeboten. So ähnlich handhabt es die Gemeinde Gilching bei der Vermietung des Veranstaltungssaals im neuen Rathaus. Der Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss diskutierte am Montagabend darüber, an wen er den Saal ab Sommer 2016 vermieten und wie viel Geld er dafür verlangen will. Das Signal ist klar: Ortsansässige Vereine sowie Schulen, Institutionen und Parteien werden bevorzugt.

Gilchings neuer Kulturbeauftragter Jakobus Ciolek (34) präsentierte dem Gremium einen Entwurf, mit dem man im März in den Gemeinderat gehen möchte. So können nach Fertigstellung des neuen Rathauses kulturelle, gesellschaftliche und gewerbliche Veranstaltungen im Gebäude an der Pollinger Straße stattfinden. „Wir haben uns dafür entschieden, private Veranstaltungen wie Partys auszuklammern“, so Ciolek. Ohnehin sei eine Nutzung bis spätestens 22 Uhr erlaubt, was Peter Unger (Grüne) schade findet. „Das ist Auflage im Baugenehmigungsbescheid, weil wir im Wohngebiet liegen“, so Manfred Walter. Der Bürgermeister sieht auch einen Vorteil im früheren Zapfenstreich: „So profitieren eventuell unsere Gastronomiebetriebe, weil der ein oder andere vielleicht doch noch ein Bier trinken geht, wenn es nicht ganz so spät ist.“ Immerhin: Zehnmal pro Jahr, beispielsweise an Faschingsdienstag oder Silvester, sei eine Verlängerung möglich.

Das letzte Wort hat der Gemeinderat

Mit potenziellen Interessenten soll für jede Veranstaltung ein Mietvertrag geschlossen werden, der die Kosten für Strom, Wasser und Reinigung sowie Versicherung enthält. Und Gilching möchte Firmen, Vereine und Künstler mit billigen Einstiegspreisen locken, denn man strebe eine hohe Auslastung an. Tarif I gilt für ortsansässige Vereine, Schulen, Institutionen, Parteien und Einrichtungen. Im Ausschuss verständigte man sich auf eine Pauschale von 75 Euro für einen ganzen Tag. Bei einer Absage falle jedoch eine Stornogebühr an. Tarif II gelte für Vereine, Firmen, Verbände und Behörden aus dem übrigen Landkreisgebiet. Gebühr für sechs Stunden: 150 Euro. Tarif III (300 Euro für vier Stunden plus Zuschlag bei Verlängerung) gelte für Vereine, Firmen, Behörden oder Institutionen außerhalb des Landkreises.

Kulturreferent Matthias Helwig nahm den günstigen Einstiegstarif für den Saal des neuen Rathauses zähneknirschend hin. Er verlange selbst als Vermieter seiner Kinosäle wie die Stadt Starnberg bei der Vermietung der Schlossberghalle deutlich mehr. „Wir können das aber jetzt am Beginn schon machen und schauen, wie es läuft“, so Helwig. Im nächsten Jahr müsse man eben gegebenenfalls nachjustieren. Ohnehin kommt die Preisstaffelung sowie die Nutzungsverordnung zur endgültigen Entscheidung im Gemeinderat auf den Tisch.

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