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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Schnapsdiebin im Seniorenalter

Bereits vier Mal wurde eine Rentnerin aus Tutzing wegen des Diebstahls von Hochprozentigem rechtskräftig verurteilt. Dieser Tage musste sich die 75-Jährige nun erneut vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten, weil sie eine Flasche Schnaps entwendet hatte.

Tutzing – Auf der Anklagebank bekannte die Tutzingerin sogleich: „Ich bin schwer alkoholabhängig.“ Die sehr gepflegt und kultiviert wirkende Frau legte in diesem Zusammenhang dem Gericht ein entsprechendes Attest der Münchner Uniklinik vor. Darin wird ihr neben einer depressiven Störung auch eine Impulskontrollstörung aufgrund ihrer Alkoholsucht bescheinigt. Immer wieder lässt die 75-Jährige im Rausch Flaschen mitgehen. So auch Anfang April, als sie die Schnapsflasche für vier Euro aus dem Regal eines Supermarktes mitgehen ließ. Im Zeugenstand schilderte ihr Ehemann die angespannte häusliche Situation: „Ich nehme ihr das Geld weg, damit sie nicht einkaufen gehen kann. Wahrscheinlich mein Fehler.“ An jenem Nachmittag habe seine Frau einen ganz normalen Eindruck gemacht. „Sie ist in die Waschküche gegangen und dann ist es passiert“, so der 74-jährige Rentner. Da sie kein Bargeld hatte, bediente sich die Angeklagte heimlich im benachbarten Supermarkt und wurde erwischt.

Den Vorfall hat sich die 75-Jährige offenbar zu Herzen genommen, denn seither rührt sie keinen Tropfen mehr an und geht regelmäßig zum Psychiater. Zu Gute kam der Tutzingerin auch ihre verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt.

Richterin Christine Conrad riet der Angeklagten dringend dazu, ihren Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzuziehen. Dieser fiel mit 90 Tagessätzen à 15 Euro vor allem deshalb relativ milde aus, weil die Angeklagte vermindert schuldfähig ist. „Sonst wären wir bei der fünften einschlägigen Tat bereits bei einer Vollzugsstrafe“, so Conrad. Das sah die Angeklagte schlussendlich auch ein.


Von Nilda Höhlein

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