Auf Anhieb Verlag gefunden: Anna Schneider. Foto: Jaksch

Schon Debüt ein Volltreffer

Gauting - Anna Schneider landet mit ihrem Jungendroman-Debüt "Blut m Schuh" direkt auf der Leipziger Buchmesse. Dabei ist die Gautingerin eigentlich promovierte Betriebswirtin.

Anna Schneider sitzt auf gepackten Koffern. Am 14. März 2013 eröffnet die Leipziger Buchmesse und wie jedes Jahr wird sie auch heuer wieder dorthin fahren. Dieses Mal aber wird es sich für sie anders anfühlen. Denn sie wird selbst am Stand von Thienemann sitzen, eine frischgebackene Schriftstellerin, die gerade ihren ersten Krimi veröffentlicht hat. Ihr Debüt „Blut im Schuh“ wird druckfrisch in den Regalen stehen und einen Tag nach der großen Schau in Leipzig an die Buchhandlungen ausgeliefert werden. Damit legt die neue Jugendbuchautorin einen spektakulären Start hin, gekrönt von Lesereisen und Interviews, denn Thienemann ist einer der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchverlage Deutschlands, Anna Schneider damit in bester Gesellschaft. Otfried Preußler, Michael Ende und Max Kruse sind nur drei der klangvollen Namen, die bei Thienemann zu Klassikern wurden.

Anna Schneider ist 46 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Schulbuben, und wohnt seit sechs Jahren mit ihrer Familie in Gauting. Sie stammt aus dem Taunus, aus dem sie ungern wegzog. Eigentlich hatte die promovierte Betriebswirtin, die in der freien Wirtschaft erfolgreich war und zuletzt auch an der „Frankfurt School of Finance and Management“ unterrichtete, auch vorgehabt, sich hier wieder einen geregelten Job zu suchen. Doch dann siegte ihr Wunsch, Autorin zu werden.

Anna Schneider gab sich drei Jahre Zeit und ging es von Anfang an professionell und zielstrebig an, um nicht in der Schublade „schreibende Hausfrau“ zu landen. Sie schaffte sich einen Computer an, ließ sich eine Homepage einrichten, druckte Visitenkarten und Briefpapier und schrieb ihre erste Kurzgeschichte, die sie bei einem Wettbewerb einreichte. Den sie auch prompt gewann. Als ihr dann noch die bekannte Krimiautorin Nele Neuhaus mitteilte, dass Thienemann für eine neue Krimireihe Jugendbuchautoren suchte, bewarb sie sich und unterschrieb kurz darauf ihren Vertrag. Inzwischen lässt sie sich durch eine Agentur vertreten und hat jede Menge Pläne für neue Bücher.

Ein Anfang wie im Bilderbuch, den Anna Schneider lakonisch mit dem Satz kommentiert: „Das Schicksal kam zu mir.“ Manchmal beängstige es sie, dass alles so gut geklappt hat, aber so selbstsicher, wie sie auftritt, nimmt man ihr das nicht so ganz ab. Ihre Eloquenz und ihr Selbstbewusstsein sprechen für sich. Und dann schreibt sie schließlich auch noch gut.

Ihre Figuren „sitzen bei ihr auf dem Sofa“, entwickeln ein Eigenleben. Vielleicht nutzten ihr auch soziale Netzwerke wie „Die Mörderischen Schwestern“. Krimis reizen sie deswegen besonders, „weil man alles reinpacken kann - Liebesgeschichten, Umweltskandale, Medizin, Psychologie“. Und eines hat sie auch inzwischen gelernt: „Man muss immer weiter schreiben, kontinuierlich an sich arbeiten und fest an sich glauben.“

"Blut im Schuh":

Wer kennt sie nicht, die bösen Stiefmütter und die fiesen Stiefschwestern? In Zeiten der Patchworkfamilien ist dieses Thema heute fast realistischer als zu Zeiten der Gebrüder Grimm. Deren Märchen stehen Pate für eine neue Jugendkrimireihe bei Thienemann, die sich an den literarischen Vorlagen anlehnen. So ist die Stiefschwester von Amelie in Anna Schneiders „Blut im Schuh“ - für Zwölf- bis 15-Jährige geschrieben - der Inbegriff des Bösen. Ein ganzes Paket an Biestigkeiten hat sie für ihre Halbschwester Amelie parat, so dass dieser nichts anderes übrigbleibt, als auf einen gruseligen Friedhof zu fliehen, wo sie sich sicher fühlt. Einziger Lichtblick scheint für sie der kommende Abschlussball zu sein. Dafür schafft sie sich auch ein schönes Ballkleid an. Und natürlich kommen auch die Tauben vor. Mit großem psychologischem Einfühlungsvermögen gelingt es der Autorin, einen spannenden Jugendkrimi zu schreiben, der die Gefühlswelt junger Mädchen beleuchtet.

Der Jugendkrimi ab 12 Jahre ist unter ISBN: 978-3-522-50330-3 für 9,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

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