Taschen-Produzenten: Barbara Müller-Funk, Hilfsprojekt-Betreuerin Heidi Altmann, Heike Vinci (IWL), Schulpatin Christine Schulz und IHK-Präsident Eberhard Sasse sowie die Teilnehmer des Projektes SailingBag (v.l.). Foto: MK

Spende dank Segeltuch

Starnberg - Bei Schülerfirmen lernen Mädchen und Buben das Geschäftsleben kennen - und Starnberger Gymnasiasten haben's sofort verstanden und mit ihrer Firma „SailingBag“ Gewinn gemacht.

Als die Q11 des Gymnasiums Starnberg im Juni vorigen Jahres zur Hauptversammlung ihres im Rahmen des P-Seminars ins Leben gerufenen Projektes „SailingBag“ lud, hoffte sie auf 70 verkaufte Taschen und keinen Verlust. Schon damals übertrafen die ambitionierten Jungunternehmer einen Rekord, als die Besucherzahlen jemals Dagewesenes sprengten und alle 90 Aktien im Nu verkauft waren. An der Abschlussveranstaltung am Montag konnten sie noch einen weiteren Rekord verkünden: Das Projekt machte einen Gewinn von fast 300 Euro. Der Gewinn und weitere rund 900 Euro gingen als Spende an eine kleine Schule im Himalaya, wo Lernen noch Privileg und Luxus ist und Kinder mit der Ausbildung aus dem Teufelskreis der Armut entkommen können.

Seit 1998 betreut Schulpatin Christine Schulz Jungunternehmen, in dem Gelerntes in der Praxis umgesetzt wird. Auf die Fahnen geschrieben hatten sich Schüler eine maßgeschneiderte, an individuelle Wünsche angepasste Taschenproduktion aus Segeln. „Wir dachten, die Produktion sei einfacher“, gestand der Vorsitzende Hans Roth und erinnerte sich unter anderem an die ersten Versuche, die Segel für die Taschen selbst zu nähen. Daraufhin fanden die Gymnasiasten die Behindertenwerkstatt IWL, in der fortan in Auftrag genäht wurde. Die kamen jedoch den Bestellungen nicht hinterher, und so sprang die Änderungsschneiderei Schiebel in Machtlfing ein. Am Ende waren es 62 Taschen à 49 Euro, die einen Abnehmer fanden.

Aufmerksam auf ihre Produkte machten die Schüler über eine Facebook-Seite, am Sommerfest, bei der deutschen Segelmeisterschaft im Münchner Yachtclub und einer Junior-Messe. Den Aktionären bescheinigte der Vorsitzende einen guten Riecher. Schließlich bekomme man aktuell auf der Bank keine Zinsen mehr für das angelegte Geld. „Bei uns hat sich ihr eingesetztes Kapital um mehr als 20 Prozent erhöht.“ Gedacht war der Gewinn für den Förderverein Freunde des Gymnasiums Starnberg. Vertreterin Barbara Müller-Funk hatte da eine andere Idee. „Wir sind sehr dankbar, denken aber, wir sind gut ausgestattet.“ So endete nicht nur der Überschuss, sondern unter Zustimmung der Aktionäre auch das Aktienkapital in dem sozialen Projekt in Tibet, das die pensionierte Lehrerin Heidi Altmann betreut.

Heike Vinci vom IWL wiederum führt die Taschen-Produktion in der Werkstatt weiter. „Das war ein Wunsch der Beschäftigten“, sagte sie bei Vertragsabschluss. Ein großes Dankeschön der Projekt-Teilnehmer für die Unterstützung ging an IHK-Präsident Eberhard Sasse, die Schulpatin, den Förderverein und Uta Lechner von der Schulleitung. Betriebswirtschaft werden trotzdem nicht alle Seminar-Teilnehmer studieren. „Es war aber eine tolle Erfahrung zu sehen, wie das ist, wenn man sich selbständig macht.“

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