Schützenpräsident Josef Ambacher ist im Alter von 71 Jahren gestorben.

Deutscher Schützenbund-Präsident tot

Schützen trauern um Josef Ambacher

Starnberg - Der Präsident des Deutschen Schützenbundes, Josef Ambacher, ist am Samstag im Alter von 71 Jahren gestorben. Der Starnberger galt stets als streitbarer Kämpfer für Tradition und Sport.

Josef Ambacher, Präsident des Deutschen Schützenbundes (DSB), ist tot. Der Starnberger (71) starb am Samstag während eines Kuraufenthaltes nach längerer Krankheit, verlautete aus dem Umfeld der Familie. Der gebürtige Münchner und gelernte Banker stand seit 1994 an der Spitze des fast 1,5 Millionen Mitglieder zählenden Verbandes.

Über seinen Vater war Ambacher im Alter von 14 Jahren zum Schießsport gekommen, als er in den Starnberger Schützenverein "D'Oberlandler" eintrat. Als Sportfunktionär begann er seine Karriere als Schützenmeister in Starnberg, war dann ab 1975 Landesschützenmeister und ab Ende der 1970er Jahre auch im Deutschen Schützenbund in Führungspositionen tätig.

Josef Ambacher ging Konflikten nicht aus dem Weg und wehrte Versuche, das Waffenrecht für Sportschützen zu verschärfen, stets ab. Eines der schwierigsten Kapitel in Ambachers Ära war 2002 der Amoklauf von Erfurt - die Sportschützen waren in weiten Teilen der Gesellschaft die Buhmänner. Ambacher kämpfte gegen die Vorurteile leidenschaftlich an. Während seiner Amtszeit ging Ambacher viele neue Wege, wie er es bei seiner Wahl 1994 angekündigt hatte. So wurde die Bundesliga, im Schießsport damals weltweit einmalig und anerkannt, eingeführt.

Bayerns Landesschützenmeister Wolfgang Kink würdigte Josef Ambacher, der von 1987 bis 2008 auch bayerischer Schützenmeister war, in einer ersten Stellungnahme als „eine Persönlichkeit, die es verstanden hat, den modernen Freizeit- und Leistungssport wie auch den Traditionsgedanken und den gesellschaftlichen Auftrag gleichermaßen zu fördern“. Wie kaum ein anderer habe er den bayerischen Schießsport geprägt, sagte Kink über den Ehren-Landesschützenmeister.

Der Starnberger fungierte auch als Kirchenpfleger der Starnberger Pfarrei St. Maria. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Starnberg. Wegen seiner Verdienste, aber auch wegen der tiefen Stimme und seiner imposanten Statur war Josef Ambacher eine Autorität nicht nur im Schießsport.

Der Termin der Trauerfeier, zu der tausende Trauergäste erwartet werden, stand am Sonntagabend noch nicht fest.

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