Schwimmbad: Freistaat will nicht mitzahlen

Gauting - Der Freistaat will sich nicht an der Sanierung von Freibädern beteiligen - auch wenn sie als Schwimmschulen wichtig sind. Eine Petition aus Gauting ist gescheitert.

Mangels Geld müssen immer mehr öffentliche Bäder in Bayern schließen, warnt der Gautinger Grünen-Gemeinderat Prof. Jürgen Schade. Deshalb stellten die Gautinger Fraktionen eine Petition an den Landtag mit dem Ziel: Die Generalsanierung von älteren Bädern wie in Gauting, wo es Schwimmunterricht gibt, soll der Freistaat fördern. Der Antrag wurde am heutigen Mittwoch im Innenausschuss behandelt - und abgelehnt. Schwimmbäder seien Sache der Kommunen, zitierte ein Landtagssprecher aus einer mehrseitigen Begründung der Staatsregierung.

„Ein Drittel der Viertklässler kann nicht schwimmen“, argumentierte Petent Schade. „Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen.“

Das Gautinger Freibad mit 50-Meter-Becken und Sprungturm wurde zur Münchner Sommer-Olympiade 1972 vollends fertig gestellt, der erste Teil war schon im Sommer 1966 nutzbar. Im Vorfeld des 50. Jubiläums verfolgte nicht nur Schade die Gautinger Sparberatungen mit Argusaugen. Er ist Mitglied in der Freibad-Arbeitsgruppe des Gemeinderats. Gemeinsam mit dem zuständigen Rathaus-Hochbautechniker Christian Ruhdorfer hatte die Arbeitsgruppe ein Maßnahmenpaket für das in die Jahre gekommene Sommerbad geschnürt. Ein neues Kassensystem und neue Umkleidekabinen bei der Liegewiese stehen unter anderem auf der Agenda, erläutert Ruhdorfer die Liste. In der Warmumkleide sei demnächst ein Rauchschott einzubauen. Das verlange der Brandschutz. Zu ergänzen seien auch teils gesprungene Glassscheiben. Der Heizungsboiler werde noch vor Saisonbeginn ersetzt, zum Teil auch die verkalkten Duschköpfe.

Doch das ist nur der Anfang: Langfristig steht die Generalsanierung der Anlage ins Haus. Allein die Komplettsanierung der Umkleiden koste eine halbe Million, sagte Gemeindegeschäftsführer Joachim Graf bei den Haushaltsberatungen. Würde das Kinderplanschbecken erneuert, müssten weitere 165 000 Euro investiert werden, ergänzt Ruhdorfer. Momentan habe der Bauhof die Schäden der Pflasterumrandung nur mit Fliesenkleber geflickt. Ab 2019 müsse man auch die alten Wasserrohre im Erdreich der Becken in Angriff nehmen. „Wenn dort eines platzt, kommen wir nur durch Kriechgänge hin“, nennt Ruhdorfer weitere notwendige Investitionen.

Für den Service eines externen Dienstleisters zahlt die Gemeinde heuer 35 000 Euro mehr für die Badreinigung, wurde in den Haushaltsberatungen beschlossen. Vorsorglich wurden weitere 190 000 Euro für notwendige Maßnahmen eingestellt.

Geplant ist auch, die Eintrittspreise fürs Sommerbad zu erhöhen. Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger verschob die Grundsatzdebatte darüber in den Bau- und Finanzausschuss.

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