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Bald Schluss mit schönen Sportwagen? Dem Verein Scuderia Starnberger See (SSS) droht die Auflösung.

Motorsport

Scuderia droht das Aus

Starnberg - Der Vorstand des Starnberger Motorsportvereins Scuderia schließt die Auflösung wegen Nachwuchsmangels nicht aus - und das im Jahr des 50. Jubiläums.

Trotz großer Zukunftssorgen bleibt bei der „Scuderia Starnberger See“ (SSS), die im November ihr 50-jähriges Bestehen feiern wird, vorerst alles beim Alten - der Vorstand ist fast unverändert. Dennoch ist eine Auflösung des Vereins noch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen.

Bei der Jahreshauptversammlung des knapp 80 Mitglieder zählenden Motorsportler-Vereins wurde der schon seit 2002 amtierende 1. Vorsitzende Anton Sedlmaier ebenso wiedergewählt wie Franz Neu als sein Stellvertreter; auch Karl Heinz Schmuck wurde als Sportleiter ohne Gegenkandidat einstimmig im Amt bestätigt. Ihm zur Seite steht mit Georg Schnapka nun wieder ein zweiter Sportleiter, nachdem dieser Posten zuletzt vakant war. Tourenwart ist weiterhin Klaus Hops, Schriftführerin Petra Brecht, Schatzmeister Roland Hadatsch. Zu Beisitzern bestimmte die Versammlung Angelika Bachhuber und Ralf Würzburg, als Delegierte für den ADAC-Gau Eduard Sailer und Alexander Bichl; einziger Kassenprüfer bleibt Georg Schnapka, der die Entlastung von Schatzmeister Hadatsch diesmal gleich „im Alleingang“ vornahm.

Nachdem sämtliche Wahlen per Akklamation und bis auf gelegentliche Enthaltungen der jeweils Betroffenen einstimmig erfolgt waren, zeichnete der alte und neue Vorsitzende Anton Sedlmaier ein ziemlich gemischtes Bild von der näheren Zukunft des einst so rührigen Motorsportvereins: „Ob wir nach dem Jubiläum im November weitermachen oder uns auflösen werden, muss sich zeigen“, so Sedlmaier. Es fehle wie bei anderen Vereinen auch am Nachwuchs und häufig auch an der Bereitschaft, Ämter und Verantwortung zu übernehmen. „Wenn der Karl Heinz Schmuck wieder seine traditionelle Sternfahrt organisiert hat, sind alle glücklich und bestürmen ihn, dass er wieder eine macht“, so Sedlmaier, wenn es aber an die konkrete Vorbereitung gehe, winkten viele ab. Alles stehe und falle vor allem mit Schmuck, seit mindestens 40 Jahren der Sportleiter und schon 1966 eines der Gründungsmitglieder der Scuderia: „Der lebt und stirbt für den Verein!“ Sedlmaier beklagte, dass es Motorsportvereine in Deutschland zunehmend schwer haben, ihren Sport auszuüben - allein in Starnberg gab es einst drei. Immer mehr Reglementierungen und Auflagen, deshalb auch immer mehr Organisationsaufwand und Kosten. „Kein Wunder, dass wir auch für unsere Sternfahrt immer weiter Richtung Osten ausweichen“, merkt Tourenwart Klaus Hops dazu an. Immerhin konnte man für heuer für die Fahrt im Juni schon wieder 40 Anmeldungen verzeichnen, und auch im November will man das Jubiläum in Tschechien groß feiern. Werbewirksame Aktivitäten der Scuderia, wie der mittlerweile 28. Fahrerlehrgang samt Fahrsicherheitstraining des ADAC, kommen weiterhin sehr gut an, berichtete Sedlmaier - doch ohne eine Verjüngung werde der Verein wohl nicht überleben.

Thomas Lochte

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