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Übrig sind nur Stümpfe: Sechs zum Teil bis zu 70 Jahre alte Linden sind am Montag entlang der Hechendorfer Lind enallee gefällt worden. Laut Baumgutachter wiesen sie „Einfaulungen im Stammkopf“ auf. Vermutlich gab den bereits angeschlagenen Kandidaten die Erneuerung der Fahrbahndecke im Herbst den Rest. 

Baumgutachten

Sechs Linden in Hechendorf gefällt

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Morgens standen sie noch da, abends waren nur noch Stümpfe übrig: Entlang der Lindenallee in Hechendorf hat die Seefelder Firma Sanktjohanser am Montag insgesamt sechs Bäume gefällt.

Hechendorf –  Entlang der Lindenallee in Hechendorf hat die Seefelder Firma Sanktjohanser am Montag insgesamt sechs Bäume gefällt. Die Gemeinde hat die Fällung in Auftrag gegeben. Der Grund: „Einfaulungen im Stammkopf“, wie Baumgutachter Stefan Sanktjohanser erklärt. Es wird nachgepflanzt.

Die Lindenallee ist ebensowie die angrenzende Eichenallee ein Sorgenkind. Da es sich bei der Eichenallee zwichen Seefeld und Weßling um eine Staatsstraße handelt, pflegt das Staatliche Bauamt die zum Teil mehr als 200 Jahre alten Baumriesen. Um die Lindenallee, die die Staatsstraße mit Hechendorf verbindet und über die S-Bahn-Schranken in den Seefelder Ortsteil führt, kümmert sich im Auftrag der Gemeinde Stefan Sanktjohanser. Zweimal im Jahr begutachtet er die insgesamt 98 Bäume. Seit gestern sind es nun nur noch 92.

Bei allen sechs gefällten Exemplaren handelte es sich um ältere Bäume, der älteste war laut Schätzungen von Sanktjohanser um die 70 Jahre alt. „Wir haben die sechs Bäume schon länger im Fokus gehabt“, erklärte der Gutachter gestern. Grundsätzlich versuche er, die Bäume über den Schnitt zu halten. „Das ging jetzt nicht mehr.“ Auch das Holz der Bäume sei kaum mehr verwendbar. „Wir lassen es voraussichtlich kompostieren.“

Der Zustand der Linden hat sich zum Teil binnen kurzer Zeit rapide verschlechtert. Sanktjohanser bringt dies mit der Baumaßnahme im Herbst 2016 in Verbindung: Da erneuerte die Gemeinde den Straßenbelag. „Jüngere Bäume verkraften das, aber ein alter Baum merkt das sehr schnell“, erklärt Sanktjohanser. Dabei geht es vor allem um die verschlechterte Wasserversorgung. Schon der Bau des Radwegs vor etwa zehn Jahren habe die Allee in Mitleidenschaft gezogen und das Wurzelwerk geschädigt.

Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum kann sich über die restriktiven Maßnahmen aufregen: „Wir sind als Gemeinde verpflichtet, für Verkehrssicherheit zu sorgen“, sagt er nicht ohne Groll. Das sorge dafür, dass regelmäßig nicht nur geschnitten, sondern auch gefällt werden müsste. Seit Jahren schwänden die alten Bäume an der Eichenallee und an der Lindenallee dahin. „Wir geben Unsummen jährlich für den Erhalt auf. Aber am Ende des Tages werden wir die Alleen nicht retten können“, befürchtet er.

Auch Sanktjohanser ist skeptisch, was die Zukunft der Lindenallee angeht. „Ihre allgemeine Vitalität ist abnehmend. Allerdings erfolgten regelmäßig Nachpflanzungen. Die Allee bliebe also wohl erhalten, „aber wohl nicht in dieser Größe“.

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