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Die Klinik Seefeld.

Freundeskreis

400 000 Euro Spenden für das Krankenhaus Seefeld

Der Freundeskreis hilft dem Krankenhaus Seefeld seit 20 Jahren. Es sind fast 400 000 Euro an Spenden geflossen. Am Donnerstag endet eine Tradition – vorerst.

Seefeld – Wolfram Gum findet es merkwürdig. „In dem Jahr, in dem unsere Klinik die Selbstständigkeit verliert, nimmt auch die Tradition des Benefizessens im Klostergasthof in Andechs ein Ende“, sagt der Seefelder Bürgermeister. Bei dem Essen des Freundeskreises der Chirurgischen Klinik Seefeld spendeten die Gäste gerne. Wirt Alexander Urban hatte die Aktion mitinitiiert, hört aber wie berichtet zum Jahresende auf.

Am Donnerstag findet daher das vorerst letzte Benefizessen statt. Dabei blickt der Freundeskreis auch auf sein 20-jähriges Bestehen zurück. Ingrid Frömming (86) leitete ihn seit der Gründung 1998 bis 2016. Die Grande Dame der Kreis-CSU hatte seinerzeit die Idee zur Gründung, wie sie sagt: „Ich wollte der Klinik etwas zurückgeben. Meine Familie und ich waren Anfang der 90er Jahre allesamt Patienten in Seefeld und wurden sowohl ärztlich als auch menschlich sehr gut behandelt.“ Mitstreiter fand Frömming schnell, so dass der Freundeskreis April 1998 aus der Taufe gehoben wurde.

Gründungsmitglied ist unter anderem Harald Schwab. „Es war der Will Heini, damals noch Vorsitzender des Zweckverbands Krankenhaus Seefeld, der mich einfach zur Gründungsversammlung mitnahm“, erzählt Schwab. Er habe gleich einen Mitgliedsantrag in die Hand gedrückt bekommen. „Da konnte ich nicht Nein sagen“, erinnert sich der Gilchinger CSU-Gemeinderat.

Ziel des Freundeskreises war unter anderem, Spenden zu sammeln, um diverse Extras für die chirurgische Klinik anzuschaffen. „Erst haben wir es mit einem Konzert des Chors Stella del Cornet versucht“, erzählt Frömming. „Danach mit einem Ball im Andechser Hof. Doch beide Veranstaltungen brachten finanziell nichts.“ Wie Phönix aus der Asche sei Wirt Urban vom Klostergasthof ins Spiel gekommen. „Ich bekam einen Anruf von Urban, der erzählte, dass es einen Küchenunfall gegeben habe und der verletzte Mitarbeiter hervorragend in der Seefelder Klinik behandelt wurde. Urban fragte mich, ob ich eine Idee hätte, wie er sich revanchieren könnte. Die Idee hatte ich. Das war der Beginn unserer Benefizessen, die bis heute in festlichem Rahmen im Klostergasthof ausgerichtet werden.“ Dabei bietet Urban ein Fünf-Gänge-Menü an, dazu gibt es kulturelle Beiträge. Die Gäste zahlen etwas, Mehrkosten übernimmt der Wirt. Durch Spenden der Gäste sind so fast 400 000 Euro zusammengekommen, für die sowohl medizinische Gerätschaft als auch Gartenbänke und Bilder angeschafft wurden.

2016 übergab Frömming den Vorsitz des Freundeskreises und Fördervereins Krankenhaus Seefeld an Herrschings Bürgermeister Christian Schiller. „Wir waren alle schockiert, als wir hörten, dass Alexander Urban aufhört und deshalb das Benefizessen am kommenden Donnerstag zum letzten Mal im Klostergasthof in Andechs stattfinden wird. Mit Urban steht und fällt diese Aktion“, bedauert Schiller. Er und auch Gum, der zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Krankenhaus Seefeld ist, hoffen, dass die Tradition in anderer Form weitergehen wird. „Es ist die Zeit der Veränderungen. Da bleiben auch wir nicht verschont“, sagt Gum.

Wer Lust hat, beim letzten Benefizessen am Donnerstagabend in Andechs teilzunehmen: Reservierungen nimmt Irmi Pfänder unter Telefon (0 81 52) 25 25 entgegen.

Von Uli Singer

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