Adieu und vielen Dank: Bürgermeister Klaus Kögel verabschiedete Marion Otto, langjährige Leiterin der Grundschule Pilsensee. Nur für das Foto nahmen beide die Masken ab. Dass der Blumenstrauß farblich so gut passte, war reiner Zufall.
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Adieu und vielen Dank: Bürgermeister Klaus Kögel verabschiedete Marion Otto, langjährige Leiterin der Grundschule Pilsensee. Nur für das Foto nahmen beide die Masken ab. Dass der Blumenstrauß farblich so gut passte, war reiner Zufall.

Grundschule Pilsensee in Seefeld

Abschied von Schulleiterin Marion Otto

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Sie war lange das Gesicht der Grundschule am Pilsensee in Seefeld. Jetzt geht Marion Otto in den Ruhestand. Im Sitzungssaal nahmen Verwaltung und Bürgermeister Abschied.

Seefeld – So viel Rummel, damit hatte Otto gestern Vormittag gar nicht gerechnet. Es war natürlich auch wegen der Corona-Pandemie längst nicht der Rummel, den Schulleiter am Ende ihrer beruflichen Laufbahn üblicherweise erleben. Dennoch hatte die Verwaltung um Bürgermeister Klaus Kögel zu einem kleinen, coronakonformen Pressetermin in den Sitzungsraum des Technologieparks geladen. Mit Masken und auf Abstand, versteht sich. Nur für das Foto vor der Tür wurden die Gesichter kurz gelüftet.

Seit Januar 2007 war Marion Otto Schulleiterin der Grundschule am Pilsensee. Zuvor arbeitete sie 16 Jahre in der Grundschule Percha und im Anschluss vier Jahre in Wörthsee. Bürgermeister Kögel versuchte, die zierliche Person mit Hilfe der ersten Buchstaben des Alphabets zu charakterisieren: „A wie abwägend und akkurat, B wie besonnen, C wie chic, D wie durchsetzungsstark, E wie eloquent und elegant und F wie fleißig“, resümierte er. Die beiden kennen sich eigentlich schon ziemlich lange: „Wie haben gemeinsam das Otto-von-Taube-Gymnasium besucht“, berichtete Kögel. Das habe man aber erst festgestellt, als man sich in Seefeld wieder begegnet sei. Er bedankte sich für Ottos langjährigen Einsatz und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Weil die Grundschule Pilsensee zwei Schulhäuser hat, eins in Seefeld und eins in Hechendorf, ist die Situation eine besondere. Jedes Jahr aufs Neue, wenn die Erstklässler kommen, beginnt die Diskussion, weil oftmals auch Hechendorfer Kinder ins Schulhaus nach Seefeld müssen. Das müsse man ausbalancieren. „Und in letzter Zeit, mit Corona, ist alles noch viel komplexer geworden“, schätzte Kögel.

„Schule war bisher mein Leben“, sagte Marion Otto. Doch sie habe zuletzt gespürt, dass die Energie nachlasse. „Ich habe gemerkt, ich kann mich nicht mehr so engagieren, wie ich das die letzten Jahre getan habe.“ Aber als Schulleiter sei man ein Zugpferd, „da muss man mit voller Energie vorne stehen“. Wenn das nicht mehr gehe, müsse man zusehen, dass man aufhören könne. „Das war der Grund, warum ich den Ruhestand angestrebt habe“, sagte Otto, die in wenigen Tagen 64 Jahre alt wird. Sie sei dankbar für die Unterstützung durch Geschäftsstellenleiter Fritz Cording und den ehemaligen Bürgermeister Wolfram Gum. „Alle neuen Lehrer, die an unsere Schule kommen, sind begeistert, wie gut wir ausgestattet sind.“ Digital sei zwar noch Luft nach oben, „aber auch da ist es schon ganz gut“. Sie sei voller schöner Erinnerungen an die jährlichen Projekte und Feste, die leuchtenden Kinderaugen nach Zirkuswochen, und die freundlichen Begegnungen mit den Kindern im Schulhaus.

Bis vor wenigen Jahren hatte Otto auch noch unterrichtet, „das war für mich Erholung vom Büro“. Das Wohl der Kinder, aber auch der Lehrer sei ihr immer besonders wichtig gewesen. „Denn nur ein Lehrer, der sich anerkannt fühlt, geht auch gerne in die Klasse. Dann geht es den Kindern gut, und auch die Eltern sind zufrieden.“

Neben ihrer Aufgabe als Schulleiterin arbeitete Otto seit 20 Jahren als Multiplikatorin für das Schulverwaltungsprogramm im Landkreis, seit 2012 war sie sogenannte koordinierende Multiplikatorin für Oberbayern. „Ich habe auch sehr gerne Erwachsene unterrichtet“, sagt Marion Otto. Auch dies habe wohl an ihren Kräften gezehrt. Viel Arbeit habe sie in die Ferien geschoben, „freie Wochenenden habe ich nie gehabt“. Nun freue sie sich auf mehr Zeit mit ihren drei Enkeln und für Reisen. „Aber ich bin auch zufrieden, wenn ich mich einfach mal aufs Rad setzen kann.“

Die Nachfolge für Marion Otto steht noch nicht fest, die Stelle wird ausgeschrieben. Bis die Frage geklärt, springt ihre Stellvertreterin Angelika Werthagen kommissarisch ein.

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