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Massiv, aus Holz, und ein bisschen bunt: Architekt Wolf-Eckart Lüps vor dem von seinem Büro geplanten Gebäudekomplex an der Inninger Straße. 

Ortsentwicklung

Neubauprojekt in Hechendorf scheidet die Geister

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Über die Optik eines neuen Gebäudekomplexes an der Inninger Straße in Hechendorf gehen die Meinungen auseinander. Doch über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. 

Hechendorf – „Das war ein Glasscherbengrundstück. Wir haben daraus einen Wohnort gemacht, in dem viele Menschen leben können.“ Wolf-Eckart Lüps, renommierter Architekt aus Schondorf, hat keine Zweifel: Das jüngste Werk seines Architekturbüros an der Inninger Straße in Hechendorf ist gelungen. Im Ort gehen die Meinungen über die drei Gebäude auseinander, aber so ist das mit dem Geschmack. Lüps hat dem Starnberger Merkur erklärt, was sich die Architekten bei der Planung gedacht haben.

„Wir haben an der Stelle und im Ort keine Vorbilder gesehen und uns entschlossen, selbst das Vorbild zu geben“, sagt der 73-Jährige. Der im Passivhausstandard errichtete Komplex mit Tiefgarage beginne im oberen Bereich eineinhalb geschossig und werde in Richtung Bahnunterführung zwar höher, „aber nicht höher als die Häuser gegenüber“. Weil Hechendorf eine ländliche Gemeinde sei, habe man sich für eine Holzfassade entschieden. „Auf gar keinen Fall sollte es so aussehen wie weiter oben an der Straße.“ Der graue Anstrich nehme den Prozess der Verwitterung vorweg.

Die Fassaden bei Wohnungsbau seien immer schwierig. „Im Norden und im Osten zeigen wir viel Wand an dem Gebäude – das hat ökologoische Gründe und wir haben den Verkehrslärm minimiert.“ Nach Westen und Süden hingegen gebe es viele Fenster. Ihre Auskleidungen sind grün, blau und rot gestrichen: „Das sind Farbtupfer zur Auflockerung, zum Erstaunen, zur Freude. Und auch zur Orientierung. Die Leute können sagen: Ich wohne in dem roten Haus.“ Begeistert ist Lüps von der Uhr außen am Aufzugsschacht. die den Komplex wie einen Bahnhof aussehen lässt. „Der Bauherr hat den Hechendorfern eine Uhr geschenkt. Wie wunderbar ist das?“

Lüps freut sich über viele positive Reaktionen auf das Bauwerk. „Zu mir hat noch keiner gesagt, es gefällt ihm nicht.“ Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum äußerte sich gestern vorsichtig: „Es kommt mir ein bisschen hoch und groß vor. Und die Farbgestaltung entspricht nicht meinem Ideal. Aber zum Stil werden wir ja nicht befragt.“

Dass an dieser Stelle überhaupt so gebaut werden konnte, dafür macht Gum das Fehlen eines Bebauungsplans verantwortlich. „In so einem Fall werden unsere Altlasten wie die großen Gebäude an der Inninger Straße und an der Seestraße zu Bezugsfällen.“ Immerhin: „Es ist Wohnraum entstanden.“ Insgesamt haben 14 Mietwohnungen in den drei Gebäuden Platz. 

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