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Aus Windkraft in Seefeld soll doch was werden

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Von: Hanna von Prittwitz

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Anlagen wie in Berg: in der Gemeinde Seefeld sollen Windräder wieder Thema werden.
Anlagen wie in Berg: in der Gemeinde Seefeld sollen Windräder wieder Thema werden. © Stefan A. Schuhbauer - v. Jena

Windräder im Süden der Gemeinde, Freiflächenfotovoltaik in der Grube Unering, Solarkollektoren auf allen Dächern: der Agenda-Arbeitskreis „Alternative Energien“ will mit einem Maßnahmenpaket die Energiewende in Seefeld schaffen.

Seefeld – Es geht alles viel zu langsam, findet Ernst Deiringer, Sprecher des Agenda-Arbeitskreises „Alternative Energien“ in Seefeld. „Aus einer Untersuchung des Energiewendevereins (ELS) geht hervor, dass bis 2019 nur zwölf Prozent des Energieverbrauchs in der Gemeinde regenerativ erzeugt wurden“, kritisiert er. Wenn die Gemeinde so weitermache, „ist eine CO2-freie Energieversorgung voraussichtlich erst zwischen 2080 bis 2110 zu erreichen“. Entsprechend hat die Agenda über SPD-Gemeinderat Prof. Martin Dameris und Umweltreferent Ortwin Gentz (Grüne/BI) einen Antrag samt Maßnahmenkatalog eingereicht. Fast zeitgleich trudelten seitens BVS, FWG und FDP Anträge in ähnlicher Richtung ein. „Das zeigt, dass wir im Gemeinderat alle am gleichen Strick ziehen“, freut sich Deiringer.

Der Agendaarbeitskreis fordert, dass die Gemeinde im Rahmen eines Maßnahmenkatalogs die zukünftige Gangart zur Energiewende festlegt. Die Umsetzung soll kontinuierlich verfolgt und nachjustiert werden. Die Agenda fordert eine regelmäßige Information der Bürger zum Status und beispielsweise der CO2-Einsparung. Als kurz- und mittelfristige Maßnahmen führt die Agenda den Ausbau der energetischen Erstberatung. Zur Altbausanierung soll es einen Flyer geben. Die Eigentümer aller Bestandsbauten, die vor 1995 und damit vor Inkrafttreten der 3. Wärmeschutzverordnung entstanden, sollen ermittelt und mit dem Flyer versorgt werden. Für den Bau von Fotovoltaikanlagen auf allen nutzbaren Dächern und Parkplätzen einschließlich Gewerbe- und landwirtschaftlicher Bauten fordert die Agenda eine verstärkte Werbung. Auch im Förderprogramm sollen Solaranlagen und PV-Anlagen subventioniert werden. Kommunale Gebäude und der Fuhrpark sind auf regenerative Versorgung und Elektromobilität umzustellen.

Energetische Sanierung kommunaler Gebäude inklusive Installation von Solaranlagen ist selbstredend auch eine Forderung der Agenda. Außerdem schlägt sie die Durchführung von Info-Veranstaltungen vor. Bebauungspläne sollen nur noch in Übereinstimmung mit den Zielen des Gesamtkonzepts erstellt werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen Müll-Umladestation in Unering fordert die Agenda den Bau einer Freiflächenfotovoltaikanlage. Diese ist schon lange im Gespräch. Doch es passierte bisher nichts. Mit anderen Kommunen wünscht sich die Agenda einen Austausch und langfristig auch eine Zusammenarbeit zur Realisierung gemeinsamer Projekte. Sie fordert zudem, das lokale Stromnetz zu übernehmen: „Zur einfacheren künftigen Nutzung, Vertrieb und Verteilung des erzeugten regenerativen Stroms.“

Die lokale Energieversorgung soll durch den Aufbau zentraler Strom- oder Wärmespeicher in einzelnen Ortsteilen unterstützt werden, auch die gemeindeübergreifende Nutzung von Geothermie und der Aufbau eines Verteilernetzes kann sich die Agenda vorstellen. Und sie will das Thema Windkraft anpacken. Auf der Vorrangfläche in Richtung Perchting sollen Windkraftanlagen entstehen. Dazu kommen Freiland-Fotovoltaikanlagen und der Ausbau weiterer „Quartier“-Nahwärmenetze.

„Ohne zusätzlichen Aufwand wird das alles nicht gehen“, das räumt Deiringer ein. „Aber anders schaffen wir die Wende nicht.“ Entscheidend sei die schnelle Umsetzung von Maßnahmen wie beispielsweise die Sanierung kommunaler Gebäude und ihre Ausrüstung mit Solaranlagen. Nur planen reiche nicht. Die Gemeinde müsse einen Mehraufwand treiben, daran führe kein Weg vorbei. „Seefeld allein kann die Welt nicht retten. Aber wenn jeder so denkt, passiert gar nichts.“

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