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Bauherrin Dr. Isabel Mühlfenzl (r.) mit Tochter Caroline.

Bahnhof Hechendorf

Das Fresco wartet schon

Hechendorf - Wenn es nach Bauherrin Dr. Isabel Mühlfenzl geht, eröffnen im Oktober Restaurant und Buchhandlung im Bahnhof Hechendorf.

 „Ich habe das unterschätzt. Aber jetzt habe ich es wieder im Griff.“ Hinter Dr. Isabel Mühlfenzl aus Hechendorf liegen aufregende Wochen. Aber die Besitzerin des Bahnhofsgebäudes ist wild entschlossen: „Mitte Oktober machen wir auf.“

Seit Monaten wird am Hechendorfer Bahnhof gewerkelt. Firmen verlegten Strom- und Gasleitungen, entkernten Teile des Gebäudes, rupften den Boden der Bahnhofshalle heraus und schlugen Löcher für neue Fenster in die Fassade. „Sie glauben nicht, was da alles gemacht werden muss“, sagt Isabel Mühlfenzl. Am schlimmsten aber seien die vielen und hohen Rechnungen gewesen, die Anzahlungen, dafür habe sie sich nun Verstärkung von einer Rechtsanwältin geholt, die sich durch das Aktenmaterial gekämpft hat. Die ersten Millionen Euro sind bereits geflossen, darin sind mehr als 600 000 Euro an Kosten für die Baufirmen und den Architekten enthalten. Bei den einst geschätzten 1,3 Millionen Euro wird es wohl nicht bleiben. „Ich glaube, wir brauchen 1,5 Millionen Euro“, sagt Mühlfenzl. Mit den Summen geht die einstige Wirtschaftsjournalistin offen um. „Die Menschen können ruhig wissen, was es kostet. Der Bahnhof ist ja dann auch für alle da“, sagt sie. Über Querelen mit diversen Banken und vor allem der Bahn aber schweigt sie höflich. Dass sie im nächsten Jahr ihren 90. Geburtstag feiern wird, ist schlichtweg nicht zu fassen.

Dabei musste Isabel Mühlfenzl in den vergangenen Wochen neben dem Stress auf der Baustelle auch einen schweren Unfall von Tochter Caroline verkraften: Diese erlitt in ihrem Büro in Luxemburg einen Stromschlag, als sie die Kaffeemaschine anschaltete. Die 49-Jährige wurde bewusstlos, das Büro fing Feuer. Caroline Mühlfenzl erlitt eine Rauchvergiftung, das ganze Inventar des Büros ging verloren und musste ersetzt werden. Die Ärzte attestierten der Hechendorferin großes Glück, 400 Volt sind durch sie hindurchgeschossen – weil der Elektriker einen Fehler beim Anschluss gemacht hatte.

Ausbau nimmt langsam Gestalt an

Nun ist die Lage wieder stabil. Und der Bahnhofsausbau nimmt Gestalt an. Für die Bahnhofshalle, in der im Herbst der Koch David Hauer sozusagen eine Zweigstelle zum Vabene im Dießener Bahnhof eröffnen will, hat Isabel Mühlfenzl in Italien ein Fresco anfertigen lassen, und zwar bei dem Künstler Gianfranco Di Mauro aus Santa Maria di Castellabate an der Amalfi-Küste. „Ich wollte eine moderne Darstellung von Hechendorf, dem Bahnhof und dem Pilsensee, den Blick durch italienische Augen sozusagen“, erklärt Isabel Mühlfenzl. Das große Wandbild ist mittlerweile fertig. Es zeigt tatsächlich den Bahnhof, den See, und aus dem Seefelder Wappen die Toerring-Rose, die Bestandteil des einstigen Hechendorfer Wappens ist. Das Fresco wartet in Italien auf die Fertigstellung des Bahnhofs und den Transport nach Hechendorf.

Auch die Zukunft der in dem Bahnhof vorgesehenen Buchhandlung ist geregelt: Isabel Mühlfenzl hat „eine sehr erfahrene Kraft“ gefunden, Namen möchte sie noch nicht nennen. Und sie hat noch weitere Pläne: Zur Eröffnung des Bahnhofs plant sie eine Ausstellung mit dem Münchner Karikaturisten Dieter Hanitzsch. „Er hat schon zugesagt.“ Sie will auf jeden Fall, dass Restaurant und Buchhandel das Weihnachtsgeschäft vorbereiten und mitnehmen können. „Wir wollen, müssen und werden im Oktober eröffnen.“

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