Viele Neugierige schauten am Freitagnachmittag kurz vorbei, als Dr. Volker Behrendt (am Banner rechts) die Schilder mit Mitstreitern installierte. Die vielen Kinder, die in kürzester Zeit vorbei radelten, sind der Beweis: Am Oberfeld ist eine Verkehrsregelung nötig.
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Viele Neugierige schauten am Freitagnachmittag kurz vorbei, als Dr. Volker Behrendt (am Banner rechts) die Schilder mit Mitstreitern installierte. Die vielen Kinder, die in kürzester Zeit vorbei radelten, sind der Beweis: Am Oberfeld ist eine Verkehrsregelung nötig.

Initiative Hechendorf weist mit Bannern auf Verkehrsproblem am Oberfeld hin

Bürger machen mobil

Den Bürgern am Oberfeld in Hechendorf reicht‘s, sie wollen nicht mehr länger darauf warten, dass die Gemeinde den Verkehr in dem dicht besiedelten Gebiet regelt. Nun hängen dort zwei Tempo-30-Banner.

Hechendorf – Gewerbe, 30 Familien im Einheimischenmodell, ein Spielplatz, ein Skaterpark, ein Feuerwehrhaus und eine Obdachlosenunterkunft: Das Oberfeld in Hechendorf ist mittlerweile dicht besiedelt. Auf der Durchgangsstraße nach Herrsching gilt Tempo 50, aber sie ist schön breit und übersichtlich, da geben viele gerne Gas. Viele Anwohner wünschen sich deshalb Tempo 30. Die 2019 gegründete Initiative Hechendorf hat jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und am Feuerwehrhaus sowie an der Spitzstraße Stoffbanner aufgehängt. „Bitte Tempo 30“ und „Achten Sie auf Kids“ ist darauf zu lesen.

„Ich finde die Initiative super“, sagt Alexander Bassermann. Er wohnt seit 2019 im Einheimischenmodell, das Haus seiner Familie ist der stark befahrenen Durchgangsstraße nach Herrsching zugewandt. „Da habe ich schon die tollsten Dinge beobachtet“, sagt er. Kleine Kinder, die über die Straße rüber zum Skaterpark laufen zum Beispiel, oder Auto- und Motorradfahrer, die richtig Gas geben. Einmal hat es direkt bei ihm vor der Haustür gekracht: „Weil man das Tempo der aus Herrsching kommenden Fahrzeuge wegen der Senke unterschätzt.“ Menschen kamen bei dem Unfall im November 2019 nicht zu Schaden.

Der Gemeinderat diskutiert seit Jahren, wie er das Thema Verkehr in dem Bereich angehen will. Im kommenden Jahr sind immerhin eine Querungsinsel und der Bau eines Geh- und Radwegs geplant. Dr. Volker Behrendt, der die Initiative Hechendorf mitgegründet hat, wollte das aber nicht abwarten. „Man muss doch mal was machen“, sagte er sich. Nun hängen die beiden Banner am Straßenrand. „Meinetwegen können die da gerne lange bleiben“, freut sich Bassermann. Aber er rechnet damit, dass die Polizei die Banner abnimmt.

Bürgermeister Klaus Kögel hat Verständnis für die Ungeduld der Anwohner und Bürger. Er würde auch gerne ein Tempo-30-Konzept für noch viel mehr Bereiche in der Gemeinde diskutieren. „Aber da geht vieles nicht so schnell, wie ich mir das wünschen würde.“.

An der Aktion am Oberfeld ist die Gemeinde nicht beteiligt „Wir haben uns schon in der Mühlbachstraße in Ober-alting weit aus dem Fenster gelehnt“, sagt Kögel. Dort hatte die Gemeinde bereits vor einiger Zeit Tempo-30-Schilder installiert. Für die Aktion am Oberfeld hat der einstige Marketingmanager dann noch einen Begriff parat: „Sowas nennt man auch Guerilla-Marketing“, sagt er. Also eine Aktion, die zwar nicht im Lehrbuch steht, „aber möglicherweise doch zielführend ist“.  

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