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Wolfram Gum an seinem Schreibtisch im Seefelder Rathaus.

Bürgerversammlung

Das dicke Finanzpolster von einst ist Vergangenheit

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Grundsätzlich ist Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum ein Optimist. Wenn es aber um den Finanzhaushalt geht, vergeht ihm die gute Laune: „Das ist der schlechteste Haushalt meiner ganzen Laufbahn“, schimpfte er am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung im gut besuchten Pfarrheim St. Peter und Paul.

Seefeld – Seit 2000 ist die Gemeinde schuldenfrei. Doch aufgrund „immenser Versäumnisse der EU-Politik“, so Gum, stehe sie nun vor einer „Katastrophe mit Ansage“. So schlimm wird es aber doch nicht, denn um eine Kreditaufnahme wird Seefeld vermutlich auch 2018 noch herumkommen.

Die Haushaltsberatungen im Frühjahr hatten es schon angezeigt, und an der Lage hat sich nichts geändert: Die Gewerbesteuereinnahmen sind eklatant gesunken, weil der stärkste Zahler in der Gemeinde Seefeld an anderer Stelle abrechnen kann. „Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“, wie Gum nicht müde wird zu betonen (wir berichteten). Die Gemeinde hat jedoch durch Grundstücksverkäufe und die Bildung von Rücklagen vorgebaut. Das heißt aber auch, sie muss an ihre Reserven, das dicke Polster von einst ist Vergangenheit.

Abgesehen davon läuft es aber gut für die rund 7400 Einwohner zählende Kommune. „Unsere kleine Gemeinde hat wieder viel bewegt“, befand Gum.

Für „stürmische Zeiten“ hätten die Diskussionen über die Zukunft der Chirurgischen Klinik Seefeld gesorgt. Das letzte Wort über Sanierung und Anbau des Klinikums in der Ortsmitte hätten nun die Ministerien in München: „Das Problem sind die Kostensteigerungen, die wohl zu befürchten sind gegenüber dem theoretischen Bau auf der grünen Wiese“, sagte Gum, der im Anschluss umfassend die vergangenen Monate Revue passieren ließ. Heute habe die Klinik die Krise überwunden „und ist voll mit Patienten belegt“.

Das Einheimischenmodell Hechendorf, die Erweiterung des Supermarkts in Oberalting, der genossenschaftliche Mehrgenerationenbau an der Hedwigstraße, das Pflegeheim-Projekt an der Ulrich-Haid-Straße, ein neues Feuerwehrhaus sowie ein Kleinfeldspielfeld in Hechendorf: In den kommenden Jahren werden sich die beiden großen Ortsteile verändern. Auch bei den Betreuungsplätzen für Kinder ist die Gemeinde gefordert: „Eine Bedarfsanalyse hat leider ergeben, dass derzeit noch weitere zwölf Krippenplätze erforderlich sind“, gab Gum bekannt. Die Plätze würden voraussichtlich durch einen erneuten Anbau an das kirchliche Kinderhaus St. Hedwig in Oberalting geschaffen werden. Dazu komme der Neubau des Horts an der Schule in Hechendorf.

Den Hausbesitzern gab Gum eine Ankündigung mit auf den Weg; Denn bislang würden die Kanalsanierungen, so geschehen in Hechendorf an der Inninger Straße, aus dem allgemeinen Steuertopf finanziert. „Auch, weil es uns finanziell gut gegangen ist“. In Zukunft aber werde sich die Verwaltung mit dem Gedanken befassen müssen, dass Gebühren für die Tagwasserkanäle verlangt werden.

Besonderes Augenmaß will die Verwaltung laut Gum allerdings bei den Gebühren für den Straßenausbau walten lassen. Wie bei den Kanalsanierungen habe auch hier die Rechtsaufsicht des Landratsamts die Gemeinde aufgefordert eine gültige Satzung zu verabschieden. „Da greifen wir aber notfalls auf die Staubfreimachung zurück, die notfalls auch von den Anwohnern in Eigenregie und damit kostengünstig erfolgen kann“´, versprach Gum.

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