Dreharbeiten im Bürgermeisterzimmer: Die Firma Unterholzer Video-TV-Service aus Herrsching produzierte das Video. Bürgermeister Klaus Kögel hatte seinen Spaß: „Das war mal etwas anderes.“  Foto: Fritz Cording
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Dreharbeiten im Bürgermeisterzimmer: Die Firma Unterholzer Video-TV-Service aus Herrsching produzierte das Video. Bürgermeister Klaus Kögel hatte seinen Spaß: „Das war mal etwas anderes.“

Video von Bürgermeister Klaus Kögel abrufbar – Gemeinde bleibt schuldenfrei

Bürgerversammlung vor der Kamera

Seine erste Bürgerversammlung hat sich Seefelds Bürgermeister Klaus Kögel anders vorgestellt. Wegen der Corona-Pandemie geht es aber nur so: Auf der Internetseite der Gemeinde befindet sich seit gestern Abend ein Video, das in den nächsten Monaten dort abrufbar ist. Gute Nachrichten gibt es nun auf diese Weise jede Menge.

Seefeld – Kögel sitzt auf einem Bürostuhl und referiert. Zahlenblöcke und Fakten werden eingeblendet. Los geht’s mit dem Haushalt, und da können sich die Seefelder gleich freuen: Die Gemeinde bleibt schuldenfrei, trotz Corona und Mindereinnahmen in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Der Grund: restriktive Sparmaßnahmen, mit denen der Gemeinderat schon im Vorjahr angefangen hatte und die er im Sommer 2020 fortgesetzt hat. 3,38 Millionen Euro ließen sich demnach einsparen. „Damit ist auch kein Nachtragshaushalt erforderlich“, sagt Kögel erleichtert,

Er erwartet allerdings 2021 eine Erhöhung der Kreisumlage und weiter sinkende Steuereinnahmen. Die Gewerbesteuereinnahmen liegen bei 6 Millionen Euro (Vorjahr: 7,5 Millionen), die Einnahmen aus der Einkommensteuer bei 6,4 Millionen Euro (Vorjahr: 6,7 Millionen). Insgesamt beziffert Kögel die Einnahmen auf 15,23 Millionen Euro (Vorjahr: 17,14 Millionen). Die Kreisumlage liegt mit 7,6 Millionen Euro deutlich höher als im Vorjahr mit 6,9 Millionen. Der Haushalt der Gemeinde Seefeld steht besser da, als gedacht. 3,38 Millionen Euro konnten durch restriktive Maßnahmen eingespart werden. Die Einsparungen betreffen beispielsweise gebäudebezogene Ausgaben mit 400 000 Euro. „Entweder haben wir Dinge nach hinten verschoben“, erklärt Kögel in seinem Video. „Oder entschlossen, es günstiger zu machen.“ Gespart wurde zudem bei einem Anbau für den Bauhof (400 000 Euro) und dem Kleinfeldplatz für den TSV Hechendorf (veranschlagt mit 800 000 Euro), der nun ein Bolzplatz für 50 000 Euro wird, sagte er auf Rückfrage dem Starnbefrger Merkur. Verschoben wird der Bau des Gehwegs in Drößling (fast 500 000 Euro). Dazu kommen Entwässerungsmaßnahmen im Hirten- und Neuhoffweg sowie 300 000 Euro an Personalkosten, die durch eine ausgesetzte Tariferhöhung eingespart werden konnten. Kögel spricht von einem „gewaltigen einmaligen Klimmzug“ im Juni 2020 mit insgesamt 168 Positionen. Und er versichert: „Das bedeutet keinesfalls Stillstand.“

Weitergehen soll es schon sehr bald mit der Ortsentwicklung. Der Lenkungskreis soll 2021 reaktiviert werden, das gilt auch für die Bürgerbeteiligung. Einige Themen, die in dem Prozess angeregt wurden, haben Gemeinderat und Verwaltung in den vergangenen Monaten vorangetrieben. Am Oberfeld in Hechendorf entsteht beispielsweise derzeit ein neuer Spielplatz. Mit der Bahn verhandelt die Gemeinde über die Kosten für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs, auch die Verlängerung des Geh- und Radwegs über die Gleise hinaus steht an.  An der Spitzstraße in Hechendorf soll im Herbst 2021 der Spatenstich zum Bau von 20 bis 24 Wohneinheiten erfolgen, das Projekt hat der Gemeinderat dem kommunalen Unternehmen SeeKu übertragen. Das gilt auch für den Wohnungsbau an der Stampfgasse in Oberalting. Dort soll es im Frühjahr 2022 losgehen, auch dort entstehen bis zu 25 Wohnungen. Dazu kommt das Projekt der Maro-Genossenschaft an der Hedwigstraße mit 22 Appartements für „eine Mischung aus Jung und Alt“. Auf die steigenden Anforderungen beispielsweise für die Kinderbetreuung bereite sich die Gemeinde vor, sagt Kögel. „Wir stehen gut da, aber wir haben das im Auge.“

Offiziell ist seit gestern Abend auch: Es soll im kommenden Jahr wieder einen Tag der Eichenallee geben. Ins Auge fassen die Verantwortlichen den 13. Juni 2021, einen Sonntag. Kögel ist beeindruckt von der Begeisterung, mit dem sich viele Freiwillige schon jetzt in die Vorbereitung stürzen.

Bürger, die etwas auf dem Herzen hatten, hatten Kögel vorab Fragen stellen können. Nur wenige nutzten die Gelegenheit. Ein Seefelder vermisst mehr Grün an der Oberaltinger Hauptstraße, andere beklagten den Zustand des Friedhofs an der Kirche in Hechendorf. Kögel kündigt in dem Video an, dass sich die Verwaltung um diese Themen kümmert. Das 40-minütige Video soll einige Zeit abrufbar sein. Zu finden ist es auf der gemeindlichen Internetseite www.seefeld.de.  

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